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Operation 9.11 - Der Wahrheit auf der Spur

Titel: Operation 9.11 - Der Wahrheit auf der Spur
Autoren: Gerhard Wisnewski
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    Es ist klar, dass sie nur die Besten gebrauchen konnten, erstklassige Piloten oder wenigstens fliegerische Talente, eiskalt und ohne Nerven, zum Töten ebenso bereit wie zum Sterben. Weitere Bedingung: Konspiration – unter keinen Umständen auffallen. »Sie dürfen keine rote Ampel überfahren, keinen Blinddarmdurchbruch erleiden und in keine Schlägerei verwickelt werden«, formulierte
Der Spiegel
in Teil II seiner Serie über die Anschläge die Stellenbeschreibung: Die vier Anführer entwickelten zum Beispiel, »unterstützt von ihren Logistikern, eine möglichst verwirrende Choreographie des Wohnungswechsels, die nur ein Ziel hat: Unsichtbarkeit«. [7]
    Doch je mehr man sich in die Vorgeschichte der Attentate vertieft, umso verblüffter nimmt man das genaue Gegenteil zur Kenntnis: eine unerklärliche Tolpatschigkeit und Auffälligkeit, mit der sich die Attentäter bewegen. Zum Beispiel nehmen sie von großen, anonymen Hotels vom Schlage eines »Sheraton«, »Marriot«, »Hilton« oder »Ramada« Abstand und logieren lieber in kleinen Apartmenthäusern oder sogar Privatzimmern. Das »Tara Gardens Condominium« in Coral Springs, Florida, wo die angeblichen Attentäter Atta und Shehhi von Mai bis Juli 2001 gewohnt haben sollen, hat beispielsweise gerade mal 38 Wohnungen. Obwohl bereits die Auswahl solch kleiner Anlagen als nicht besonders glücklich erscheint, kommt
Der Spiegel
zu dem Urteil, die Attentäter hätten »eine wirksame Abwehr gegen die Neugier und Leutseligkeit der Amerikaner errichtet«. Über die Natur dieser konspirativen Abwehr kann man nur staunen, bestand sie doch darin, nach Kräften aufzufallen: »Wenn Nachbarn ein bisschen Small Talk mit dem Piloten Shehhi machen wollen, reagiert er betont brüsk. Auch Atta senkt ostentativ den Blick, sobald ein Bewohner des Hauses ihm über den Weg läuft und zum Gruß ansetzt.« Tatsächlich befolgen die Attentäter, in deren Hände der weitere Verlauf der Weltgeschichte und Milliarden von Dollar gelegt worden sein sollen, nicht mal die einfachsten Regeln der Konspiration.
    Auch in den »Parkwood Apartments« im kalifornischen San Diego praktizieren die Attentäter ihre merkwürdige »Abschirmung«, diesmal die angeblichen »Logistiker« al-Midhar und al-Hamsi. Im Dezember 2000 wundern sich Nachbarn über das Gebaren der Araber, so
Der Spiegel:
Monate nach ihrem Einzug hätten sie noch immer keine Möbel gehabt, sondern auf Matratzen geschlafen: »Nie sieht man sie ohne Aktentaschen und Handy am Ohr, gelegentlich lassen sie sich von einer auffälligen Limousine abholen.« Auch hier schöpft die Umgebung anscheinend schon Verdacht: »Bevor jemand die Polizei alarmiert, wechseln Midhar und Hamsi die Wohnung.« [8]
    Hani Hanjour, der angebliche Pilot der »Pentagon-Maschine« (American-Airlines-Flug 77), geht gleich richtig auf Tuchfühlung. Er lebt erst mal bei einer Familie in Hollywood, Florida. Die Hausfrau »hilft dem verzweifelten Hanjour, der bei jeder Gelegenheit rot anläuft und kaum ein Wort Englisch spricht, seine Formulare für diverse Flugschulen auszufüllen«. Seine Vermieter haben das Gefühl, »als würde Hanjour in einem Schneckenhaus leben«. Am deutlichsten sei seine Hilflosigkeit in der Gegenwart von Frauen gewesen. Mit alldem brachte der Araber seine Vermieterin dazu, sich so richtig mit ihm zu beschäftigen: »Dieser Junge hat irgendein ernstes Problem – aber welches?«, zitierte
Der Spiegel
die Hausfrau.
    Vierzehn Tage vor den Attentaten wird schließlich das »Panther Motel« an der Küstenstraße A1A in Deerfield Beach, Florida, »die letzte Station für einige der Attentäter«. Wieder scheint dies nicht gerade ein geeigneter Ort zu sein, denn die Herberge hat gerade mal zwanzig Zimmer, und das Besitzerehepaar bemüht sich ausgerechnet »um eine familiäre Atmosphäre«. Das ist leicht untertrieben, denn den Inhabern entgeht nichts, aber auch gar nichts. Der Besitzer ist geradezu ein ausgewiesener Schnüffler, pardon, »Sammler«, wie es
Der Spiegel
formuliert, und zwar von »Trödel jeder Art«. Aus diesem Grunde ist er sich auch nicht zu schade, selbst den Müll seiner Gäste zu durchsuchen – ein Alptraum für jeden Beteiligten an einer konspirativen Aktion. Auch dass die Araber in ihrem Zimmer Gemälde mit Tüchern verhängen, fällt dem aufmerksamen Mann auf – während seine Frau prompt mitbekommt, wenn die mutmaßlichen Attentäter Besuch von ihrem angeblich obersten Chef, Mohammed Atta, bekommen. Weil sie

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