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Nur wenn du mich hältst (German Edition)

Nur wenn du mich hältst (German Edition)

Titel: Nur wenn du mich hältst (German Edition)
Autoren: Susan Wiggs
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Leseratte, aber nun fiel ihr ein Buchtitel von Dorothy Parker ein: Welch neue Hölle ist das?
    Schneller als auf den dünnen Absätzen vernünftig war, eilte sie zum Rollband und wünschte, es wäre ein magischer Teppich, der sie von all ihren Sorgen wegtrug. Sie betrat das Band – und spürte, wie einer der Absätze im Spalt zwischen zwei Elemente geriet und stecken blieb. Mit zusammengebissenen Zähnen versuchte sie, den Schuh freizubekommen. Dabei verhakte sich auch der andere Absatz.
    Und gerade hatte sie gedacht, der Tag könnte nicht noch schlimmer werden.

2. KAPITEL
    Bo Crutcher musterte die Rothaarige in den High Heels auf der anderen Seite des Ganges. Sie war mit der Nachtmaschine aus L.A. gekommen. Er wartete auf einen anderen Flug, den aus Houston. Die Anzeigetafel über dem Gate zeigte an, dass der Verspätung hatte.
    Die Rothaarige war genau sein Typ – groß und schlank, wundervolles Haar und prächtige Titten, leicht nuttige Klamotten. Das gefiel ihm an einer Frau. Sie versuchte zwar, ihn mit ihren Blicken zu erdolchen, aber da er Zeit totzuschlagen hatte, kam ihm die Ablenkung gerade recht. Sie verkörperte alles, was er mochte, in einem Paket – Tequila und Eis am Stil, Stanley-Clarke-Riffs und einen makellosen Baseballwurf, diesen einen Wurf, den kein Schlagmann jemals kriegen würde. Sie hatte den perfektesten Hintern der Welt und das Gesicht einer Göttin aus einem Renaissance-Gemälde. Unvergesslich.
    Im Moment war sein Interesse an ihr zwar eigentlich unangebracht, aber sie ließ sich schwer ignorieren. Er betrachtete sie auf die Weise wie ein Kunstliebhaber die Venus von Botticelli. Nie würde er verstehen, wie ein Künstler dasitzen und eine nackte Frau malen konnte. Wie zum Teufel war es einem Kerl möglich, sich in der Gegenwart eines Aktmodells zu konzentrieren?
    Als würde sie seine unangebrachten Gedanken spüren, beschleunigte die Rothaarige ihre Schritte und eilte auf das Rollband zu. Die Absätze ihrer Schuhe klackerten missbilligend über den Boden.
    Bo erinnerte sich wieder daran, weshalb er hier war. So hatte er sein Wochenende eigentlich nicht verbringen wollen. Er sollte zu Hause sein und nach einer großartigen Nacht in der Hilltop Tavern ausschlafen. Torres hatte Bledsow im Match des Jahres geschlagen, und er hatte tausend Dollar berappt, um die Satellitenübertragung in der Bar möglich zu machen. Sein Plan war gewesen, lange aufzubleiben, mit Gästen und Freunden ein paar Bier zu trinken und den Underdog auf dem Plasmabildschirm anzufeuern, dessentwegen er die Bar in Schulden gestürzt und den Zorn seiner Chefin Maggie Lynn erregt hatte. Alles sprach dafür, dass es eine verdammt coole Nacht werden würde, doch leider war es anders gekommen.
    Seine Pläne hatten sich in Luft aufgelöst, als er die Mailbox seines Telefons abhörte und darauf den unerwartetsten Anruf seines Lebens vorfand. In dem Moment hatte er alles stehen lassen müssen und war so schnell er konnte vom tief in den Catskills liegenden Avalon nach New York City gefahren, um rechtzeitig zur Ankunft des Flugs aus Houston dort zu sein.
    Jetzt stand er am Gate 22-C und schwitzte vor Panik. Noch eine weitere halbe Stunde, die er irgendwie herumkriegen musste. Er schaute sich um und konzentrierte sich erneut auf die Rothaarige, die auf dem Rollband dahinglitt und Probleme mit ihren Schuhen zu haben schien. Sie beugte sich vor und versuchte offensichtlich, die Riemchenpumps auszuziehen.
    Er erkannte, dass sie festhing, und eilte an ihre Seite. „Sie sehen aus, als könnten Sie Hilfe gebrauchen, Ma’am“, sagte er.
    Sie kämpfte weiter mit den Riemchen ihrer High Heels. Es sah so aus, als stecke nicht nur einer, sondern beide Absätze fest. Bo schaute sich suchend nach einem Notausschalter um. Als er keinen sah, beugte er sich hinunter, legte die Hände um den rechten Knöchel der Rothaarigen und befreite ihren Fuß mit einem Ruck. Sie schrie überrascht und leicht panisch auf.
    „Lassen Sie mich los“, sagte sie. „Ich meine das ernst. Treten Sie zurück oder …“
    „Sekunde.“ Der andere Schuh wollte einfach nicht nachgeben, und sie hatten beinahe das Ende des Laufbands erreicht. Die Frau riskierte ernsthafte Verletzungen, sollte er sie nicht freibekommen. Er zog ein letztes Mal, und begleitet vom unverkennbaren Geräusch reißenden Stoffs kam auch dieser Absatz frei. Er packte die Rothaarige am Ellbogen, damit sie nicht umfiel, hob sie von den Füßen und trug sie vom Rollband. Dahinter setzte er sie

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