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Nix als Ärger mit dem Kerl!

Nix als Ärger mit dem Kerl!

Titel: Nix als Ärger mit dem Kerl!
Autoren: Edna Schuchardt
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1. Kapitel
    Das Drehbuch musste in vierzehn Tagen auf dem Tisch des Produktionschefs liegen. Aber bei dem Lärm, den die Handwerker veranstalteten, konnte Wilma unmöglich arbeiten. Vielleicht hätte sie sich für die Zeit der Renovierung doch ein kleines Appartement in der Stadt mieten sollen?
    Kopfschmerzen bekam sie auch. Sie musste unbedingt raus, an die frische Luft und ihren Ohren eine kleine Erholungspause gönnen.
    Mit einer ungeduldigen Bewegung schob sie den USB Stick in ihrem Computer und speicherte die erstellten Dateien. Der Computer schaltete sich nach fünf Minuten von selbst aus, darum musste sie sich nicht kümmern.
    Mit einem Seufzer erhob sie sich und pfiff nach Droste, ihrer Schäferhündin, die sich wegen des Lärms in ihren Korb verzogen hatte. Droste hieß eigentlich mit vollem Namen "Gräfin Droste-Hülshoff", aber so nannte sie kein Mensch. Ebenso wenig wie "Freya von der Beißburgischen Landgrafenkastellin", ihrem Zuchtregisternamen. "Droste" reichte vollkommen aus, da hegte die adlige Hündin keinerlei Dünkel.
    Droste kam sofort angetrabt. Mit schiefgelegtem Kopf sah sie zu wie Frauchen ein paar Dehn- und Lockerungsübungen vollführte, um die verspannte Muskulatur zu lockern. Als Frauchen "Komm, Gassi, Gassi", sagte, sauste die Hündin begeistert zur Haustür und wartete hechelnd, dass Wilma ihr folgte.
    Gemeinsam verließen sie den Garten und folgten der Straße bis zur nächsten Biegung. Dort ging es links ab und dann waren es nur noch ein paar Meter bis zum freien Feld.
    Nein, dachte Wilma, während sie die Häuser hinter sich ließ, es war doch kein Fehler hier heraus zu ziehen. Mag zwar sein, dass ich hier nicht gerade in der Metropole der Welt lebe, aber dafür haben wir beide unsere Ruhe und brauchen nicht stundenlang mit dem Auto herumfahren, ehe wir etwas Grün sehen dürfen.
    Droste war derselben Meinung. Ihr hatte es auf Anhieb in der Kleinstadt gefallen. Und das tollste war, dass sie hier einen Garten hatte und rund herum freie Natur, in der sie laufen, spielen und toben konnte.
    Ja, und Bauernhöfe mit vielen Hühnern gab es auch. Leider musste sie aber immer an die Leine, wenn Frauchen mit ihr zum Milch- und Eierholen ging, denn Droste hatte Hühner zum Fressen gern. Na ja, aber mit dieser winzigen Einschränkung konnte die Hündin leben.
    Das einzige, das momentan noch ungemein störte, waren diese lärmenden Handwerker. Droste mochte den Krach nicht, den die Männer veranstalteten. Aber Frauchen hatte gesagt, dass dies nun mal nicht zu ändern sei. Sie könnten sich glücklich schätzen, dass sie überhaupt ein so schönes Dach über dem Kopf hätten.
    Droste und Wilma waren nämlich erst vor kurzem aus Amerika zurückgekehrt. Wilma hatte dort ein Jahr mit einem bekannten Drehbuch- und Bühnenautor zusammengearbeitet und sich von ihm alle Tricks und Kniffe der Branche abgeguckt, die sie jetzt wunderbar anwenden konnte.
    Das Haus, in dem sie jetzt lebten, hatte früher Wilmas Tante gehört. Tante Dorothé war ins Seniorenheim gezogen und hatte Wilma, kurz vor deren Rückkehr, die schöne alte Villa geschenkt. Das war wirklich ein Glück gewesen, denn sie hätten sonst beide erst einmal in eine Pension oder in ein Hotel ziehen müssen.
    So waren Droste und Wilma stattdessen in die Villa gezogen. Natürlich waren umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig gewesen, die ziemlich störten. Aber inzwischen waren die Arbeiten beinahe abgeschlossen. Nur das Bad im Erdgeschoß musste noch modernisiert werden. Ende der Woche, hatten die Handwerker versprochen, würde auch dies abgeschlossen sein und dann kehrte endlich Ruhe in das wunderschöne, alte Haus ein.
    "Komm, Droste!" Wilma hatte einen dicken Stock gefunden, den sie der Hündin vor die Nase hielt. Droste war begeisterte Stöckchensucherin und wollte sofort danach schnappen. Aber Wilma zog den Stock blitzschnell weg und warf ihn im hohen Bogen ins Feld. Droste jagte umgehend hinterher.
    Mit diesem Spiel vertrieben sich Frauchen und Hund eine ganze Weile die Zeit, dann pfiff Wilma die Hündin wieder heran.
    "Es nützt alles nichts, Süße", erklärte sie Droste. "Wir müssen zurück an die Arbeit. Sonst gibt's nächsten Monat kein Crunchy-Dog."
    Bei dem Wort "Crunchy-Dog", spitzte Droste die Ohren. Schon machte sie kehrt und eilte Wilma voran den Feldweg zurück zur Stadtgrenze.
    Wie immer, wenn Wilma sich ihrem Grund und Boden näherte, so erfüllte sie auch jetzt ein Gefühl von Freude und auch ein wenig Stolz, wenn sie die

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