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Mr Monk und die Feuerwehr

Mr Monk und die Feuerwehr

Titel: Mr Monk und die Feuerwehr
Autoren: Lee Goldberg
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1. Mr Monk und die Termiten
     
    Mein Name ist Natalie Teeger. Wenn Sie noch nie von mir gehört haben, ist das nicht sonderlich schlimm. Ich bin nämlich niemand Besonderes, das heißt, ich bin keine Berühmtheit. Ich habe nichts getan oder geleistet, wofür Sie mich kennen müssten. Ich bin nur eine ganz gewöhnliche Frau, die Sie auch in ihrem Wal-Mart um die Ecke treffen könnten.
    Natürlich hatte ich mir für mein Leben große Dinge vorgenommen. Als ich neun war, träumte ich davon, einer der Drei Engel für Charlie zu sein. Nicht, weil ich das Verbrechen bekämpfen oder ohne BH durch die Gegend laufen wollte – dafür freute ich mich viel zu sehr auf den Tag, an dem ich endlich einen BH tragen würde. Aber leider warte ich auf diesen Tag immer noch vergebens. Ich habe die drei Engel bewundert, weil sie stark und unabhängig und vor allem frech waren. Am meisten jedoch gefiel mir, wie diese Frauen ihr Leben in die Hand nahmen.
    Was das betrifft, haben sich meine Träume wohl erfüllt. Wenn auch nicht gerade so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mir blieb nämlich gar nichts anderes übrig, als mein Leben in die Hand zu nehmen, außerdem das meiner zwölfjährigen Tochter Julie und eines weiteren Menschen: Adrian Monk.
    Auch wenn Sie noch nie etwas von mir gehört haben, sagt Ihnen vielleicht der Name Monk etwas, vor allem wenn Sie in San Francisco leben und hin und wieder die Nachrichten sehen oder die Zeitung lesen. Monk ist nämlich berühmt. Er ist ein genialer Detektiv, der Morde aufklärt, bei denen die Polizei vor einem Rätsel steht. Dass er das schafft, verblüfft mich immer wieder, denn auf der anderen Seite ist er absolut unfähig, die einfachsten Dinge in seinem Leben zu meistern. Wenn das der Preis für Genialität ist, dann verzichte ich gern darauf.
    Normalerweise kümmere ich mich nur tagsüber um Monk, doch das änderte sich damals schlagartig, als in seinem Haus Termiten gefunden wurden. Natürlich war es Monk, der sie entdeckte. Ihm fiel ein Loch von der Größe einer Nadelspitze in der Wand auf, und er wusste sofort, dass es neu sein musste, weil er jeder Spur von Unregelmäßigkeit sofort nachgeht.
    Als ich ihn fragte, warum er das macht, sah er mich verdutzt an und entgegnete: »Macht das denn nicht jeder?«
    Typisch Monk.
    Als daraufhin sein Haus ausgeräuchert werden musste, teilte sein Vermieter ihm mit, er müsse für ein paar Tage bei Freunden wohnen oder in ein Hotel ziehen. Das sagte sich so leicht, denn Monks einzige Freunde sind Captain Leland Stottlemeyer und Lieutenant Randy Disher vom SFPD , dem San Francisco Police Department , und ich. Aber ich bin in erster Linie seine Angestellte, und wenn ich bedenke, wie wenig er mir dafür bezahlt, dass ich ihn durch die Gegend kutschiere und für ihn Besorgungen mache, bin ich eigentlich nicht einmal seine Angestellte.
    Als Erstes wandte ich mich an Stottlemeyer, da er bei der Polizei Monks Partner gewesen war, und fragte ihn, ob er ihn bei sich aufnehmen könnte. Stottlemeyer erklärte, seine Frau würde ausziehen, wenn er Monk mitbrächte. Schmunzelnd fügte er hinzu, um genau zu sein würde auch er ausziehen, sollte Monk bei ihm zu Hause aufkreuzen. Danach fragte ich Disher, aber er lebt in einer Einzimmerwohnung und hat keinen Platz für einen Untermieter. Ich könnte allerdings wetten, dass er jederzeit Platz geschaffen hätte, wenn ich – oder jede andere Frau unter dreißig, bei der sich noch ein Puls feststellen lässt – eine Bleibe gesucht hätte.
    Also hielten Monk und ich Ausschau nach einem Hotel. Für irgendjemanden ein Zimmer zu finden, wäre kein großes Problem gewesen, doch Adrian Monk ist nicht irgendjemand – Schauen Sie sich doch nur seine Kleidung an.
    Seine Hemden trägt er bis oben zugeknöpft. Sie müssen aus hundert Prozent Baumwolle sein, grauweiß, mit exakt acht Knöpfen – und müssen Kragenweite 16 und Ärmellänge 32 haben. Das sind allesamt gerade Zahlen. Merken Sie sich das, es ist wichtig.
    Seine Hosen sind stets gebügelt und haben einen Aufschlag, außerdem acht Schlaufen für den Gürtel (die meisten Hosen haben nur sieben Schlaufen, daher müssen seine maßgeschneidert werden), Taille 34 und Länge 34, und nachdem der Aufschlag hochgebügelt worden ist, beträgt die Länge 32. Seine Schuhe – zwölf identische Paare – sind braun und haben die Größe zehn. Noch mehr gerade Zahlen. Das ist kein Zufall. Diese Dinge sind Monk wirklich wichtig.
    Er hat ganz offensichtlich zwangsneurotische

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