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MoR 04 - Caesars Frauen

Titel: MoR 04 - Caesars Frauen
Autoren: Colleen McCullough
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Das Buch
    Seit Generationen gehört seine Familie zur Elite der Römischen Republik, seit Jahren wissen die Mitglieder des Clans um ihre Trumpfkarte im Poker um die Macht: Gaius Julius Caesar.
    Im Kindesalter gegen den Willen der Familie zum Priester Jupiters geweiht, schien ihm fortan der Zugang zu allen politischen Ämtern verwehrt. Aber schon früh rebelliert der zu einem gutaussehenden Jüngling Heranwachsende gegen die ihm auferlegten Pflichten, und schließlich widersetzt er sich offen einer Anweisung des Konsuls. Von da an ist seine Laufbahn vorgezeichnet, zumal er sich einerseits als genialer Feldherr entpuppt und andererseits als geschickter Taktierer in den Politsalons der Stadt. Seinen kometenhaften Aufstieg aber verdankt er letztlich mächtigen Frauen, die - obwohl sie offiziell keine politischen Rechte besitzen - im Alten Rom die heimlichen Königsmacherinnen sind.
    Da ist seine von ihm vergötterte Mutter Aurelia, die ihm mit klugem Ratschlag tatkräftig zur Seite steht. Die wohl mächtigste Verbündete findet er aber in Servilia, der Mutter des jungen Brutus, der zur tragischen Figur in seinem Leben werden soll. In einer obsessiven Beziehung gefangen, verachtet Julius Caesar im Grunde die ehrgeizige und intrigante Frau aus tiefstem Herzen, ist ihr aber sexuell verfallen. Für Servilia ist Caesar jedoch die große Liebe ihres Lebens. Unermüdlich strebt sie danach, ihre Familie mit der ihres Geliebten zu verbinden. Zielstrebig betreibt sie die Verlobung ihres Sohnes mit der bildhübschen Julia. Und obwohl er sie innig liebt, ist für Caesar seine Tochter nur eine Schachfigur, die er gezielt in dem Spiel um die Macht einzusetzen versteht...
Die Autorin
    Colleen McCullough ist vor allem bekannt für ihren Roman „Die Dornenvögel“, der auch verfilmt wurde. Sie wurde 1937 in Wellington, New South Wales in Australien geboren. McCullough ist gelernte Neurologin und arbeitete in verschiedenen Krankenhäusern in Sydney und im Vereinigten Königreich, bevor sie sich für zehn Jahre ans Institut für Neurologie an die Yale Medical School in New Haven in den USA verpflichtete. Dort merkte sie bald, dass sie mehr Lust hatte, Romane zu schreiben als sich mit DNA zu befassen.
    Nach ihrem ersten literarischen Erfolg „Tim“, der auch mit Mel Gibson verfilmt wurde, schrieb sie ihr bislang berühmtestes Buch „Die Dornenvögel“. Nach intensiven Recherchen begann sie die sechsteilige Reihe über die letzten Jahre im alten Rom. Die Intensität ihrer Recherchen brachte ihr 1993 den Titel „Doctor of Letters“ der Macquary University ein.
    Sie ist Mitglied der New York Academy of Sciences und der American Association for the Advancement of Science. Colleen McCullogh ist berechtigt, in ihrem Namen das Kürzel AO zu tragen, Officer of the Order of Australia, einem australischen Pendant zum Order of the British Empire.
    Heute lebt sie zurückgezogen mit ihrem Mann auf Norfolk Island, einer kleinen Insel im Südpazifik.

Teil I
    Juni 68 v. Chr. bis März 66 v. Chr.
    Brutus , deine Haut gefällt mir nicht. Komm einmal ans Licht.«
    Der Fünfzehnjährige reagierte nicht; ungerührt blieb er sitzen, über das Blatt Fannianpapier gebeugt, über dem die Schreibfeder schwebte, an der die Tinte längst getrocknet war.
    »Brutus, du kommst auf der Stelle her«, sagte seine Mutter in ruhigem Ton.
    Er ließ die Feder sinken, denn er kannte sie; er hatte keineswegs panische Angst vor ihr, doch ihren Zorn wollte er nicht herausfordern. Die erste Aufforderung durfte man ignorieren, aber bei der zweiten erwartete sie Gehorsam, sogar von ihm. Er erhob sich und schlenderte hinüber zu ihr ans Fenster, dessen Läden weit geöffnet waren, denn Rom stöhnte unter einer ungewöhnlich frühen Hitzewelle.
    Obwohl sie klein war und Brutus gerade angefangen hatte, zu einem — wie sie hoffte — großen Mann heranzuwachsen, überragte sein Kopf sie nicht sehr weit; mit einer Hand umfaßte sie sein Kinn und blickte prüfend auf ein paar böse rote Pusteln, die um den Mund herum zu sprießen begannen. Sie ließ ihn wieder los und schob ihm die dunklen Locken aus der Stirn: Ausschläge auch dort oben!
    »Wenn du dir nur öfter die Haare schneiden lassen würdest!« sagte sie und zog so fest an einer der tiefhängenden Locken, daß ihm die Tränen in die Augen schossen.
    »Kurzes Haar ist nicht intellektuell, Mama«, protestierte er.
    »Aber praktisch. Es hängt dir nicht ins Gesicht und reizt deine Haut nicht. Ach, Brutus, wie widerspenstig du

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