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Mitternachtsspiele: Ein erotisches Rendezvous / 100 Wünsche hast du frei (German Edition)

Mitternachtsspiele: Ein erotisches Rendezvous / 100 Wünsche hast du frei (German Edition)

Titel: Mitternachtsspiele: Ein erotisches Rendezvous / 100 Wünsche hast du frei (German Edition)
Autoren: Carly Phillips
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1. KAPITEL
    „S ie werden verlangt.“
    Mallory Sinclair sah von dem komplizierten Mietvertrag auf, den sie gerade studierte. Ihre Sekretärin Paula stand in der Tür.
    „Tut mir Leid, ich habe das Klopfen gar nicht gehört“, entschuldigte Mallory sich.
    „Weil ich gar nicht geklopft habe. Wenn der Terminator ruft, gibt es nämlich keine Zeit zu verlieren. Besonders, wenn man sich noch schnell zurechtmachen will, bevor man die Höhle des Löwen betritt.“
    Paula war jung und schön und stets auf Draht. Sie ließ jetzt viel sagend ihre Augenbrauen auf- und abschnellen, um Mallory darauf hinzuweisen, dass sie sich für diesen unerwarteten Besuch beim bestaussehenden Teilhaber der Kanzlei tatsächlich lieber ein wenig zurechtmachen sollte.
    Mallory langte jedoch nach einem Schreibblock, anstatt nach ihrer Handtasche. Seit acht Jahren schon arbeitete sie für die Kanzlei Waldorf, Haynes, Greene, Meyers & Latham. Und obwohl sie es gewohnt war, ihre Gefühle zu verbergen, bekam sie jetzt doch wacklige Knie in ihren schlichten Pumps.
    Sie hatte dafür gekämpft, bestimmte Fälle übertragen zu bekommen, hatte sich für Dinge, von denen sie überzeugt war, mit ihren Vorgesetzten angelegt, war weiter im Beruf geblieben, als die anderen Anwältinnen bereits gekündigt hatten, entlassen worden waren oder Kinder bekommen hatten. Mallory war mittlerweile die einzige Anwältin in dieser von Männern dominierten Firma. Noch ein Jahr, und sie konnte auch Teilhaberin werden. Um so weit zu kommen, durfte man die Konfrontation nicht scheuen,und Mallory war die Letzte, die einen Streit zu umgehen versuchte. Sie hatte nie Angst gehabt, mit dem jeweiligen Vertreter der Gegenpartei oder auch mit einem Kollegen zusammenzuarbeiten oder sich mit ihnen auseinander zu setzen.
    Heute jedoch war das anders.
    Sie leitete die Immobilienabteilung der Kanzlei, und es war bisher noch nie vorgekommen, dass der Top-Scheidungsanwalt Jack Latham sie zu sich gerufen hatte. Er war ein Mann mit enorm viel Sexappeal und galt als geradezu tödlich in seinem Job als Terminator – als Eheterminator. Wenn er Mallory jetzt sehen wollte, musste er einen bestimmten Grund dafür haben.
    „Ich könnte ihm ausrichten, Sie seien beschäftigt“, schlug Paula vor. „Dann würde ich mir einfach diktieren lassen, was er Ihnen zu sagen hat.“
    Mallory entging der hilfsbereite Tonfall ihrer Sekretärin nicht. Paula flirtete gern und starb vermutlich fast vor Neid, weil Mallory zu Jack Latham gehen durfte. Er war der Star der Kanzlei. Die Frauen vergötterten ihn, die Männer respektierten ihn.
    Wenn die Gerüchte stimmten, dann glaubte er weder an die Ehe als Institution noch an jegliche andere Form einer festen Beziehung. Doch seine Ansichten schreckten die weiblichen Kanzleiangestellten nicht. Jede einzelne von ihnen war insgeheim der festen Überzeugung, dass genau sie diejenige war, der es gelingen würde, seine Meinung zu ändern.
    Mallory lächelte schwach. „Vielen Dank für das Angebot. Aber ich denke, ich werde klarkommen.“
    „Schade. Etwas Abwechslung könnte ich gerade ziemlich gut gebrauchen. Die Besprechung mit mir würde er bestimmt so schnell nicht wieder vergessen!“ Paula zog ihren ohnehin schon gewagt kurzen Rock noch ein Stückchen höher.
    Mallory unterdrückte ein Lachen. Jack hatte Glück, dass in dieser Kanzlei Affären zwischen den Mitarbeitern verboten waren, seit eine Angestellte vor drei Jahren einen der älteren Anwälte wegen sexueller Belästigung verklagt hatte. Die Angelegenheit war damals ohne großes Aufsehen beigelegt worden, und der Anwalt, der zu den Mitbegründern der Kanzlei gehört hatte, war in Pension gegangen. Doch seitdem herrschte strenges Affärenverbot. Frauen wie Paula konnten sich auf den Kopf stellen, ohne dass sie einen der männlichen Anwälte an die Angel bekamen, und andersherum genauso.
    Doch der Fantasie konnte man mit Verboten keinen Einhalt gebieten, und daher gab es im ganzen Büro, von der Sekretärin über die ReNo-Gehilfin bis hin zur einzigen Anwältin keine Frau, für die Jack Latham nicht Traum ihrer schlaflosen Nächte gewesen wäre.
    Der Unterschied zwischen Mallory und den anderen Frauen bestand lediglich darin, dass Mallory ihr Interesse für sich behielt. Sie konnte es sich nicht leisten, dass ihr Ruf auch nur im Geringsten geschädigt wurde.
    Sie sah zu Paula, die mit enttäuschtem Gesicht dasaß und eine Strähne wasserstoffblonder Haare um ihren Finger wickelte, und grinste. „Wenn

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