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Mit 13 hat man täglich Ärger

Mit 13 hat man täglich Ärger

Titel: Mit 13 hat man täglich Ärger
Autoren: Tina Caspari
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Gitta
ungeduldig. Und mit einem Kopfschütteln zu Klaus Funke und seinen Freunden hin.
„Das ist eine Bande! Eine richtige Landplage, ich kann dich nur warnen!“
    Katja seufzte. Sie wäre
glücklich gewesen, mit der Landplage in einer Klasse zu sein, da würde sie sich
viel wohler fühlen können. Aber mit diesen Gänsen? Schlimm würde das werden,
viel schlimmer, als sie befürchtet hatte!

Katja wird zum Stadtbummel
eingeladen
     
    Aufseufzend
verkroch sich Katja auf einen freien Fensterplatz im Schulbus und starrte nach draußen.
Alles halb so wild, hatte Mami gesagt. Na, herzlichen Dank, ihr hatte es
gereicht!
    Während der weiteren Stunden
hatte keiner in der Klasse von ihr Notiz genommen, man schien entschlossen,
Katja wie Luft zu behandeln. Nicht eines der Mädchen hatte den Versuch gemacht,
mit ihr ins Gespräch zu kommen. Aber das war ihr egal. Sollten sie doch
bleiben, wo der Pfeffer wächst, sie konnte auf die Freundschaft so blöder
Ziegen verzichten!
    Die Lehrer schienen alle ganz
nett zu sein, Frau Stricker, die junge Mathematiklehrerin, und der dicke Herr
Beckmann mit seinem fröhlichen Pfannkuchengesicht, er unterrichtete Biologie
und Chemie. Die anderen Lehrer hatte sie noch nicht kennengelernt.
    „Grüß dich!“
    Katja schaute überrascht auf.
    Neben ihr ließ sich ein rothaariges
Mädchen in den Sitz fallen, das mindestens die doppelte Menge Sommersprossen
aufzuweisen hatte, wie sie selbst. Sie war Katja schon in der Klasse wegen
ihres modischen Aufzugs aufgefallen. Zu weiten hellblauen Jeans trug sie eine
gerüschte Bluse im Großmutterlook und mehrere Ketten und Ringe. Sie wirkte wie
mindestens fünfzehn und war genau der Typ, den Katja nicht leiden konnte.
    „Ich bin Margot Haller, und das
da...“, sie zeigte auf ein molliges Blondchen, das neben ihr stand, „das ist
Elisabeth Rauch. Wir nennen sie Liz. Weißt du, wir sind auch ziemlich neu in
der Klasse. Klebengeblieben — du verstehst — , kann ja jedem mal passieren.“
    Sie sah aus, als sei ihr das
schon mehrmals passiert. „Ich hab dich schon mal gesehen. Ihr wohnt in der
neuen Reihenhaussiedlung, gell?“
    Ja.“
    „Gefällt’s dir bei uns?“
    „Weiß ich noch nicht.“
    „Bist du schon lange hier?“
    „Fünf Tage.“
    „Und wo warst du vorher?“
    „In Köln.“
    „Bist du aus dem Rheinland?“
    „Nee.“
    Katja haßte es, sich ausfragen
zu lassen.
    „Woher bist du dann?“
    „Na, rat doch mal!“
    „Hm. Nordfriesland oder Bremen
oder so.“
    „Wieso das?“
    „Na ja — du redest so wenig. Du
bist so zurückhaltend. „
    „Bin ich das?“
    Es klang unhöflich. Katja
wollte gar nicht unhöflich sein, schließlich waren dies die ersten Mädchen
hier, die sich für sie interessierten.
    Auch wenn Katja nicht besonders
scharf auf diese Typen war, vielleicht waren sie doch ganz nett. Aber die
Fragerei ging ihr einfach auf den Wecker.
    Katja gab sich einen Ruck.
„Also: ich bin in Berlin geboren, dann war ich drei Jahre in Hamburg, dann vier
Jahre in Mannheim, dann zwei Jahre in Kanada und dann in Köln. Kapiert?“
    „In Kanada? Mensch toll! Darum
sprichst du so gut Englisch!“
    „Ja, darum!“ äffte Katja sie
nach.
    „Was macht’n dein Vater?“
mischte sich jetzt Liz ins Gespräch. Die wollten auch wirklich alles wissen.
    „Er richtet Computer ein.“
    „Aha“, sagte Liz mit einem
Gesicht, dem man ansah, daß sie keine Ahnung hatte. „Meiner ist Filialleiter
bei der Sparkasse. Und ihrer...“, ihre Stimme bekam einen ehrfürchtigen Klang,
„ihrer ist Bauunternehmer.“
    „So? Sag bloß, er hat die
Reihenhaussiedlung auf dem Gewissen!“ sagte Katja bissig.
    „Nein, warum?“
    „Weil die in hundert Jahren
nicht fertig wird. Wir wohnen mitten in einem Trümmerhaufen.“
    „Bist du deshalb so grantig?“
    „Ich bin nicht grantig, ich...“
    Katja wußte selbst nicht, was
sie eigentlich war. Es gelang ihr einfach nicht, zu anderen Mädchen nett zu
sein. Sie konnten zu ihr sagen, was sie wollten, Katja fühlte sich ständig
angegriffen.
    Margot beschloß, das Thema zu
wechseln. „Schicker Pulli. Hast du den in Köln gekauft?“
    „Weiß ich nicht. Das macht
meine Mutter.“
    Die Unterhaltung erstarb.
Margot und Liz warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu, während Katja
mißmutig aus dem Fenster starrte.
    Schließlich wagte Margot einen
neuen Versuch.
    „Warst du schon in München?“
    „Hm. Mal ganz kurz, auf der
Durchreise, vor zwei Jahren.“
    „Was? Menschenskind, dann
kennst du ja München

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