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Mission Erfolg - Meine Vision mein Plan mein Weg

Mission Erfolg - Meine Vision mein Plan mein Weg

Titel: Mission Erfolg - Meine Vision mein Plan mein Weg
Autoren: Dirk Bauermann
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Vorwort
von Uli Hoeneß
    Ich bin seit jeher ein großer Fan des Basketballs, habe auf dem Gymnasium in Ulm selbst in der Schulmannschaft gespielt und war anfangs in München immer bei den Spielen des USC, als Holger Geschwindner dort noch selbst aktiv war. Doch dann ist Basketball irgendwann leider völlig vom Fußball verdrängt worden – bis mich unser Vize-Präsident Bernd Rauch in den vergangenen Jahren immer wieder davon überzeugen wollte, dass der Profi-Basketball auch beim FC Bayern eine Chance verdiene, und es die einzige Sportart sei, die in München neben dem Fußball bestehen könne.
    So haben wir im Frühjahr 2010 die Mitglieder des FC Bayern befragt und eine so unglaublich positive Resonanz erhalten, dass für mich – trotz ein wenig Skepsis – feststand, den Versuch zu wagen, Basketball in München dauerhaft zu etablieren – allerdings unter einer ganz klaren Bedingung: Wir müssen dafür Dirk Bauermann als Trainer und »Projektleiter« gewinnen, den erfolgreichsten und bekanntesten Trainer Deutschlands.
    Ich kannte Dirk Bauermann nicht persönlich, bevor wir uns zu einem ersten Gespräch in München trafen, um ihm die zweite Liga schmackhaft zu machen. Doch schon nach wenigen Minuten spürte ich, dass da ein Mann saß, der sich total mit einer Sache identifizieren kann, wenn er davon überzeugt ist. Er ist ein Typ, der die Ärmel hochkrempelt, und keiner, der soziale Absicherung bis ans Ende aller Zeiten verlangt. Das hat mir von Anfang an an ihm gefallen, und in dieser Philosophie sind wir uns sehr ähnlich. Deshalb war mir klar, dass unser ehrgeiziges Projekt bestens bei ihm aufgehoben ist.
    Mittlerweile arbeitet Bauermann seit eineinhalb Jahren sehr erfolgreich beim FC Bayern, auch deswegen, weil er mittlerweile weiß, was diesen Verein und sein Motto »Mia san mia« so besonders macht. Ob Fußball oder Basketball – der Klub polarisiert, und so soll es auch sein. Wir haben ein gutes Verhältnis, telefonieren regelmäßig und treffen uns etwa alle vier Wochen in meinem Büro an der Säbener Straße und ohnehin bei den Heimspielen in unserer neuen Heimat Audi-Dome.
    Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit der Entwicklung, vor allem, weil die Fans diesen tollen Sport tatsächlich annehmen, und wir mit knapp 5800 Zuschauern pro Heimspiel hinter Berlin und Bamberg drittstärkste Kraft der BBL sind. Doch für mich war von Anfang an ebenso klar: Wenn der FC Bayern etwas anpackt, dann richtig. Und dies bedeutet, in den kommenden Jahren um die Deutsche Meisterschaft mitzuspielen – natürlich mit Dirk Bauermann als unserem Trainer.

Ich bin ein mit Narben
übersätes Schlachtross
    Wie ich Entscheidungen treffe
    Da saß ich also im Büro von Uli Hoeneß, halb Intimkenner des Basketballs in Deutschland, halb Lockvogel, der Begeisterung wecken sollte. Doch der Lockvogel tat sich schwer, Uli Hoeneß wollte nicht. Der Manager des FC Bayern, den ich bis dahin nur aus dem Fernsehen kannte, saß mit verschränkten Armen da und fragte mich nach den Etats von Alba Berlin und Bamberg, wie Play-offs funktionierten. Er war gut vorbereitet, sehr interessiert und stellte viele Fragen. Eine Viertelstunde stand ich Hoeneß Rede und Antwort. In diesem Büro, das so anders war, als ich es von einem Topmanager erwartet hätte. Helles Holz, Korbmöbel, eine rustikale Schrankwand – es erinnerte mich eher an ein Wohnzimmer im Landhausstil, keine Spur von kühler Arbeitswelt. Kein Schnickschnack, kein Chrom, kein Protz, einfach gemütlich, bodenständig. Das Ambiente hatte mir bei dieser unserer ersten persönlichen Begegnung im Januar 2010 geholfen, den Menschen Uli Hoeneß besser einzuordnen. Ich selbst besuche übrigens oft meine Spieler zu Hause. Nicht nur, weil sie sich in ihrem Revier, in ihrem Wohnzimmer, viel mehr öffnen als in fremden, sterilen Hotelzimmern. Man lernt auch viel über die Menschen. Eine Wohnung verrät so viel über den Charakter. So wurde ich auch aus Hoeneß schlauer. 15 Minuten beschnuppern also – und die Hoffnung, dass der Funke wie bei zwei Feuersteinen, die man aufeinanderschlägt, überspringt.
    Ein Monat war vergangen, seit die Bayern mich im Dezember 2009 erstmals kontaktiert hatten. Peter Kemmer, der damalige Abteilungsleiter der Basketballer, hatte wissen wollen, ob ich eine Einschätzung geben könne, ob Basketball in München richtig funktionieren kann. Ob ich bereit sei, meine Erfahrung mit dem FC Bayern zu teilen. Natürlich hatte ich damals zugesagt. Denn wenn der FC Bayern

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