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Miranda - so stolz und so süß (German Edition)

Miranda - so stolz und so süß (German Edition)

Titel: Miranda - so stolz und so süß (German Edition)
Autoren: Deborah Miles
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daran hindern, nach Somerset zu fahren und in “The Grange” zu wohnen. Vielleicht kam der grässliche Leo sogar zu der Überzeugung, “The Grange” sei eine ebenso gute Lösung wie ein andauernder Aufenthalt in Italien, da das Anwesen so weit von London entfernt lag. Vielleicht ließ er sie in Ruhe, wenn er merkte, dass sie nichts Arges im Sinn hatte.
    Miranda atmete tief durch. Sie war nicht gewillt, ihre Drohung wahr zu machen, ihn die Hotelrechnung begleichen zu lassen. Am nächsten Vormittag würde sie sogleich zu Julians Bank gehen und herausfinden, wie ihre finanzielle Situation war. Abgesehen davon, dass sie für die Hotelkosten aufkommen musste, brauchte sie auch Geld für das Leben in “The Grange”, selbst wenn sie sich sehr einschränken würde.
    Bei dem Gedanken, dort in dem fremden Haus allein zu leben, war ihr etwas unbehaglich zumute. Sie verdrängte jedoch die Bedenken, da sie meinte, es habe keinen Sinn, aus Feigheit Abstand von ihren Plänen zu nehmen.
    “Warte, Leo!”
    Stirnrunzelnd drehte Leo sich um. Er wäre lieber allein gewesen, konnte Jack jedoch nicht gut sagen, er solle ihn in Ruhe lassen. Schließlich war er von Kindesbeinen an mit ihm befreundet. Jacks Eltern lebten auf der anderen Seite von Ormiston, dem Dorf, wo der Landsitz der Fitzgibbons lag. Jack nährte sogar die Hoffnung, seine Schwester Sophie möge eines Tages Leo heiraten. Aber Leo hatte nicht die Absicht, sich mit ihr zu vermählen. Sie weilte auf dem Land, und da Jack in letzter Zeit die Sprache nicht mehr auf sie gebracht hatte, hoffte er, der Freund möge seinen Lieblingstraum, die beiden Familien durch diese von ihm gewünschte Ehe zu vereinen, fallen gelassen haben.
    “Ich dachte, du würdest mit Ingham spielen, Jack”, antwortete er. “Hast du schon so viel verloren?”
    Jack lachte gutmütig. “Du weißt, dass ich nicht gut Karten spiele, Leo. Nein, ich war auf der Suche nach dir, bis jemand mir sagte, du seist bereits gegangen. Ich hoffte, du hättest etwas Unterhaltsameres im Sinn.” Jack schloss sich dem Freund an.
    “Es tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen. Ich bin auf dem Heimweg. Ich habe ein Problem, das mich beschäftigt, und befürchte, ich werde heute Abend kein guter Gesellschafter sein.”
    Verständnislos schaute Jack ihn an und räusperte sich dann. “Ich weiß, ich bin kein sehr heller Kopf, Leo, aber wenn du in Schwierigkeiten sein solltest, kannst du getrost mit mir darüber reden.”
    Leo lächelte. “Das ist mir klar, Jack. Es handelt sich jedoch um eine Familienangelegenheit, die mit Julian zusammenhängt.”
    “Mit Julian? Es tat mir leid zu hören, dass er den Kampf gegen die Krankheit verloren hat. Ich habe dir einen Kondolenzbrief geschickt.”
    “Ja, ich habe ihn erhalten. Vielen Dank, Jack. Die erwähnte Angelegenheit betrifft auch mehr Julians Witwe.”
    Jack kratzte sich am Kopf. “Ich habe nicht gewusst, dass er verheiratet war”, sagte er überrascht.
    “Das ist auch nicht allgemein bekannt. Noch nicht.”
    “In meiner Gegenwart hat er sich nie für eine bestimmte Frau interessiert. Hat er heimlich geheiratet?”
    Leo schüttelte den Kopf. “Nein, Jack, wenngleich ich mir im Nachhinein wünsche, er hätte das getan.” Er verengte die Augen. “In Italien ist er in die Klauen einer Frau geraten, die Tante Ellen nur widerstrebend durch den Dienstboteneingang ins Haus lassen würde und erst recht nicht durch die Vordertür. Kurzum, er hat die sogenannte ‘dekadente Gräfin’ geheiratet.”
    “Die vormalige Countess Ridgeway?”
    Überrascht schaute Leo den Freund an. “Du hast von ihr gehört?”
    “Das hat doch jeder! Sie ist berüchtigt. Erzähl mir bloß nicht, dass Julian sich ausgerechnet in sie verliebt hat! Das wäre unfassbar! Sorg dafür, dass sie in Italien bleibt, Leo. Gib ihr Geld, wenn du dazu gezwungen sein solltest. Du kannst es dir leisten. Engagiere Männer, die in allen Häfen aufpassen, und lass diese Frau, falls sie irgendwo den Fuß an Land setzen sollte, sofort verhaften.”
    Wider Willen musste Leo lachen. Nachdem er wieder ernst geworden war, sagte er: “Vielen Dank für den Rat, Jack. Leider kommt er zu spät. Adela ist bereits in der Stadt. Ich hatte schon das Vergnügen, sie kennenzulernen.” Er setzte eine nachdenkliche Miene auf. “‘Vergnügen’ ist sicher nicht das richtige Wort. Hast du sie bereits gesehen, Jack? Sie ist sehr schön.”
    Jack machte noch größere Augen. “Nein, ich habe sie nie gesehen, nur von ihr

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