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Minztee bis Maori Tatoo! Mit dem Rucksack um die Welt

Minztee bis Maori Tatoo! Mit dem Rucksack um die Welt

Titel: Minztee bis Maori Tatoo! Mit dem Rucksack um die Welt
Autoren: Carolina Veranen-Phillips
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Kultur. Das bequeme, langsame Lebenstempo machte meinen Aufenthalt sehr angenehm.
    Unser Campingplatz ‘Le Camping de Mooréa’ lag gleich neben dem Strand, dem typischen Strand, den man auf allen Postkarten aus dem Paradies kennt: Ein weißer sandiger Strand, mit einer Reihe Kokosnusspalmen und umgeben von seichtem türkisblauem Wasser. Ideale Urlaubsszenerie! Es ist verständlich, warum Gauguin davon so angezogen war und in diesem Teil der Welt blieb, bis er starb! Die ersten Leute, die wir auf dem Campingplatz trafen, waren Laurent und Manu, zwei andere französische Reisende, die bereits seit einigen Tagen auf der Insel waren. Wie in Kaledonien waren die meisten Touristen und Reisenden Franzosen oder Französischsprechende, sodass ich die meiste Zeit damit verbrachte, französisch zu sprechen. Am Abend luden uns Laurent und Manu freundlicherweise ein, das heimische Bier zu probieren ‘la Hinando’ und teilten ihr Essen mit uns. Es fühlte sich an wie Zuhause!
    Eines der ersten Dinge, die ich in Mooréa tat, war mit Haien zu schwimmen. Wie aufregend! Wie konnte ich mit Haien schwimmen; wenn ich ihretwegen so paranoid war?! Das waren Riffhaie, Schwarzspitzenhaie um genau zu sein, nicht die, die dich zum Mittag essen würden! Aber ich bin sicher, dass, wenn ich einen genervt hätte, er gerne einen Bissen von meinem Bein genommen hätte! Sie waren maximal 1,5 Meter lang und waren Insekten- oder Fischfresser. Dennoch sind Haie Haie, sodass ich sehr ängstlich war, bevor ich ins Wasser sprang. Wie auch immer, ich sprang und fand mich umgeben von Haien wieder. Wow! War das real? Sie waren überall, schwammen in Kreisen zwischen den Menschen. Im Wasser begann ich gemischte Gefühle zu entwickeln: Obwohl ich mich wahnsinng darüber freute, dort mit Haien zu schwimmen, war ich ein bisschen besorgt darüber, was passieren könnte. Ich dachte, was wenn einer der Haie entschied, dass heute der perfekte Tag war, menschliches Fleisch zu probieren. Meine Fantasie ging ein bisschen mit mir durch. Aber dann waren die zehn Minuten schnell vorbei und wir kletterten alle zurück an Bord des Bootes. Obwohl ich sehr glücklich war, Haienschwimmen erlebt zu haben, war ich viel glücklicher, wieder im Boot zu sein! Schwarzspitzenhaie werden als misstrauisch und ‘furchtsam’ gegenüber Menschen beschrieben, verglichen mit anderen großen Haien; dennoch konnten sie in der Gegenwart von Essen sehr aggressiv werden! Toll! Ein weitere interessante Tatsache über Schwarzspitzenhaie war, dass - wie bei anderen Haien - Weibchen in der Abwesenheit von Männchen in der Lage sind, sich asexual fortzupflanzen!
    Wieder im Boot fuhren wir für einige Minuten herum und hielten dann, um Rochen zu füttern. Es war ein total anderes Erlebnis als das Haischwimmen. Die Rochen, obwohl sie mit Haien nah verwandt sind, schienen nicht sehr gefährlich. Natürlich spreche ich nicht über gigantische Mantarochen, die mehr als 7,5 m lang werden! Die Rochen, von denen ich umgeben war, waren nur etwas mehr als einen Meter lang. Sie waren offensichtlich den Umgang mit Menschen gewohnt und wussten, dass sie gefüttert würden, sobald das Boot ankam. Wir hatten alle einige Fische, um sie zu füttern, aber wie füttert man einen Stachelrochen? Ich hatte keine Ahnung! Sofort kam ein Rochen auf mich zu, um sich einen Fisch zu schnappen. Ich musste nicht nach seinem ventralen Mund suchen, um ihm den Fisch zu geben: Sein Maul fand leicht den Fisch, den ich hielt! Weil meine Fisch-halte-Technik nicht sehr effizient war, biss mich der erste Rochen leicht. Das zweite Mal war ich viel vorsichtiger und hielt den Fisch besser: Ich schloss meine Hand um die Hälfte des Fisches und die andere Hälfte schaute hinten heraus. Dieses Mal konnte der Rochen meinen Finger nicht greifen. Was für ein seltsames Gefühl, zu spüren, wie der Mund des Rochens am Fisch saugte, genau wie ein Staubsauger! Sehr schnell hatte ich den Dreh raus und genoss die Fütterungsaktion sehr! Die Rochen schwammen graziös um mich herum, sanft mit ihren vergrößerten pektoralen Flossen flatternd, in der Hoffnung, gefüttert zu werden. Ich genoss es auch, vorsichtig ihren Rücken zu berühren, wo die Haut so weich war. Es machte tatsächlich ziemlich süchtig und war sehr therapeutisch. Ich stellte jedoch sicher, dass ich nicht ihren langen Schwanz berührte: Ich wollte nicht ihren giftigen Stachel berühren!
    Nach der Rochenfütterung stiegen wir auf einer ‘motu’, einer Insel aus dem Boot, um ein

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