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MARCO POLO Reiseführer Lissabon

MARCO POLO Reiseführer Lissabon

Titel: MARCO POLO Reiseführer Lissabon
Autoren: Annette Hüller , Kathleen Becker
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Bild:  Blick über die Stadt vom Parque Eduardo VII
    Lissabon, die Schöne am Tejo, umgibt der unwiderstehliche Charme vergangener Zeiten. Prächtige Paläste und Klöster zeugen von kolonialem Glanz, pittoreske Gassen und Treppen, malerische Winkel und verträumte Plätze bezaubern den Besucher. Das ist aber nicht alles: Die melancholische Metropole am Südwestrand Europas ist auch dynamisch, modern und weltoffen. Die junge Szene feiert in schicken Clubs und Restaurants am TejoUfer oder holt sich den Kick beim Barhopping im Amüsierviertel Bairro Alto.
    Lissabon, einst Hauptstadt der halben Welt, ist heute ein Schmelztiegel der Kulturen mit kosmopolitischem Flair. Lissabon – auf Portugiesisch Lisboa (sprich: Lischbóa) – ist sowohl provinziell als auch großstädtisch, multikulturell und weltoffen, herzlich und entspannt. „Leben und leben lassen” ist das Motto. Ein gewisses Laisser-faire prägt die Stadt und ihre Bewohner fast mehr noch als die viel zitierte saudade, jene melancholische Wesensart, die als Schlüssel zur Volksseele der Portugiesen gilt und die kaum in deutsche Worte zu fassen ist.
    Liberal und weltoffen – leben und leben lassen
    Lissabons Herz schlägt am Rossio. Auf dieser breiten Esplanade mit dem kunstvollen Mosaikpflaster und den Terrassencafés pulsiert das urbane Leben: Aktentaschen- und Krawattenträger, schicke Shopper im Designeroutfit, Teenager mit Handy am Ohr flanieren über den Boulevard, Gruppen von Afrikanern sind gestikulierend ins Gespräch vertieft, Losverkäufer, Straßenhändler und Schuhputzer kurbeln lautstark ihr Geschäft an. Über der Stadt thront die mittelalterliche Burg Castelo de São Jorge. Das alte Alfama-Viertel darunter ist ein malerisches Labyrinth aus Gässchen und verwinkelten Treppchen, wo es nach vergangenen Zeiten (und gegrillten Sardinen) riecht. Windschiefe Gemäuer, an denen der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, beherbergen kleine Bars (tascas), Gemüse- und Kramläden. Verblichene Kacheln (azulejos) zieren Wände und Bögen. Wie vor über 100 Jahren rumpeln die nostalgischen Straßenbahnen (eléctricos) ächzend die Hügel rauf und runter, in den Fenstern hängen kleine Vogelkäfige, darunter flattert die Wäsche im Wind.
    Von der Oberstadt ans Tejo-Ufer
    Gegenüber dem Kastell liegt das Chiado-Viertel, Inbegriff der Lissabonner Eleganz. Hier haben sich die ersten Theater der Stadt, die Akademien der schönen Künste und der Architektur und die Hochschulen für Tanz und Musik angesiedelt. Der Chiado-Brand 1988 schockierte die Lissabonner, erlaubte aber auch einen Neubeginn. Der Name des Architekten Álvaro Vieira Silva bleibt für immer mit dem Wiederaufbau verbunden. Vom Rossio geht es durch die Baixa (Unterstadt) in Richtung Tejo, vorbei an nostalgischen Lädchen und Shops internationaler Designer. Straßenmusikanten und fliegende Händler bevölkern die breite Fußgängerpromenade, die in die prachtvolle Praça do Comércio mündet. Davor glitzert das Wasser des Tejo in der Sonne – jetzt klarer, seit die Abwässer in der neuen Kläranlage gesäubert werden. Bunte Fährschiffe schippern hin und her. Ab und an erinnert das monotone Horn eines Ozeanriesen daran, dass der Atlantik gleich vor der Haustür liegt. Vom Fluss aus gesehen wirkt Lissabon, vor allem im warmen Licht des Spätnachmittags, wie ein impressionistisches Gemälde – in Ocker und Pastelltönen gehalten, gesprenkelt mit Kirchturmspitzen und Kuppeln.
    1994 war Lissabon Kulturhauptstadt Europas, und 1998 präsentierte man die letzte Weltausstellung des ausgehenden Jahrhunderts, ein Erfolgsevent, von dem Lissabon heute noch zehrt. Die Expo und die Fußball-Europameisterschaft 2004 brachten Lissabon massive Stadterneuerungen. Bezirke wurden neu hochgezogen, alte Viertel aufgemöbelt, Slums niedergerissen. Lissabon ist heute mehr denn je eine Stadt der Gegensätze. Neben mittelalterlichen Wohnvierteln ragen avantgardistische Türme in den Himmel, amerikanisch anmutende Shopping Malls haben noch nicht die altmodischen Läden der Baixa verdrängt, wo man sich alle Zeit der Welt nimmt, Stoffbahnen abzuwickeln oder Kolonialkaffee einzupacken. Hinter blätternden Fassaden verbergen sich Designerstores und Edeldiskotheken. Hippe Clubs und schicke Restaurants sind in die alten Hafenlager am TejoUfer eingezogen, im

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