Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
macht weiter

macht weiter

Titel: macht weiter
Autoren: Dorothy Gilman
Ads
Paket dieses Gewichts gehoben haben, dann wissen Sie, daß es verhältnismäßig leicht ist und sich ohne weiteres in einem Koffer unterbringen läßt. Eine verteufelte Geschichte, wie Sie sehen.« Er holte einen Projektionsapparat aus einem Koffer, schob den Tisch in die Zimmermitte und sagte: »Würden Sie bitte die Vorhänge zuziehen?«
Er schaltete den Projektionsapparat ein. An der Wand leuchtete ein weißes Rechteck auf. Dann erschien in Großaufnahme eine kleine Holzkiste. »So dürfte die Sendung aussehen«, sagte Carstairs. »Zumindest nehmen wir das aufgrund unserer Informationen an. Schwarze Aufschriften auf jeder Seite der Kiste, MEDIZINISCHE APPARATE - VORSICHT - ZERBRECHLICH. Die Sendung dürfte vor neun Tagen per Luftpost an das Sanatorium gegangen sein, es sei denn, man hat sie unterwegs abgefangen.«
»Dann wäre die Sendung also noch im Sanatorium?« fragte Mrs. Pollifax überrascht.
»Das wissen wir nicht. Interpol hat mit Wissen und Unterstützung der Schweizer Polizei einen ihrer Leute als Kellner im Sanatorium eingesetzt. Der Mann heißt übrigens Marcel und ist noch dort. Er hat allerdings nichts gefunden. Daraufhin haben die Engländer einen Agenten namens Fraser geschickt, der sich als Patient eingetragen hat.« Er zögerte und sagte dann ernst: »Leider ist Fraser das Opfer eines Unfalls geworden, Mrs. Pollifax. Ich weiß, es klingt komisch, aber vor zwei Tagen ist er in der Nähe des Sanatoriums abgestürzt. Man hat ihn tot in einer Schlucht gefunden.«
»O Gott«, sagte Mrs. Pollifax. »Unter den gegebenen Umständen klingt das eher verdächtig als komisch, wie?«
Er nickte. »Das ist auch unsere Meinung. Übrigens sind wir der Direktion des Kurhotels gegenüber nicht ganz ehrlich gewesen. Die Leute wissen nur, daß wir nach Rauschgift suchen und das Sanatorium beobachten. Sie haben uns um Diskretion gebeten, was begreiflich ist, aber wir haben sie weder im Fall Fraser noch im Fall Marcel eingeweiht. Wir werden es auch bei Ihnen nicht tun.«
»Dann wissen sie also nichts.«
»Nein. Und jetzt ist Fraser tot. Das mag ein Unfall gewesen sein, er kann aber genausogut etwas entdeckt haben. In diesem Fall...« Er hob bedeutsam seine rechte Hand. »Mein Gefühl sagt mir, daß die jetzige Situation ein bißchen mehr als gute Ausbildung und Erfahrung erfordert. Hier ist Intuition, oder sagen wir eine Spürnase nötig, die wittert, was andere übersehen. Sie sind ziemlich geschickt im Umgang mit Menschen, und wie ein Berufsagent benehmen Sie sich auch nicht.«
Er beschäftigte sich wieder mit den Dias. »Sehen wir uns mal den Inhalt der Kiste an. Sie werden zwar kaum einen dieser Gegenstände als Briefbeschwerer auf irgendeinem Schreibtisch entdecken, aber man kann nie wissen. Da hätten wir also Beweisstück Nummer eins.«
Mrs. Pollifax betrachtete neugierig das projizierte Diapositiv des harmlos aussehenden Gegenstandes. »Das ist Plutonium?«
»Ja. In der Form eines zwei Kilo schweren Metallknopfes. Sieht nach nicht s aus, wie?« Er zeigte auf das nächste Bild. »Jedes Stück für sich steckt in einem Plastikbehälter... hier sehen Sie ihn... und dann«, ergänzte er, als die nächste Aufnahme erschien, »dann kommt das Ganze in einen mit Spezialglas gefüllten Behälter, und wird schließlich in diesem merkwürdigen Ding verstaut; sie nennen es ›Vogelkäfig‹, vermutlich weil es...«
»Wie ein Vogelkäfig aussieht«, vollendete Mrs. Pollifax.
»Ja. Die in England verschwundene Kiste enthielt fünf Pfund Plutonium. Sollten Sie auf eines der Dinger stoßen, dann rühren Sie es nicht an, und wenn... dann nur mit Gummihandschuhen.« Er schüttelte den Kopf. »Wenn Sie etwas finden. Wenn es dort ist. Wenn weiterer Nachschub folgt. Wenn, wenn, wenn.« Er seufzte. »Und jetzt zeige ich Ihnen einen Grund riß des Sanatoriums Montbrison. Sie erinnern sich, daß für Sie Zimmer 113 reserviert ist.«
»Hat das einen besonderen Grund?«
»Natürlich. Der Balkon dieses Zimmers bietet eine herrliche Aussicht auf den Genfer See. Außerdem können Sie von Ihrem Balkon aus links einen schmalen und ziemlich steilen Bergweg sehen, was von jedem anderen Stockwerk aus unmöglich ist.« Das nächste Bild zeigte eine größere Skizze, die Umgebung des Hauses betreffend. Carstairs deutete auf ein kleines Kreuz. »Da haben Sie Ihren Weg, sehen Sie? Jeden Abend um zehn wird hier ein Wagen parken. Sie geben ihm von Ihrem Balkon aus mit der Taschenlampe ein Zeichen. Das ist Ihre Verbindung zur Außenwelt.«
»Kann denn

Weitere Kostenlose Bücher

Dead Hunt
Dead Hunt von Beverly Connor
Apartment 1209
Apartment 1209 von Elizabeth Lister