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Lions - Leichte Beute (German Edition)

Lions - Leichte Beute (German Edition)

Titel: Lions - Leichte Beute (German Edition)
Autoren: G. A. Aiken
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Kapitel 1
     
    Es war schwer, bei einer Hochzeit an den Tod zu denken.
    Dennoch gelang es ihm ganz gut.
    Und das lag nicht daran, dass ihm langweilig oder die Braut nicht schön oder der Ort nicht toll war. Es lag an dem verdammten Anruf.
    Ein Anruf, und sein Kopf war voller Bilder des Todes. Seines Todes. Aber man bekam auch nicht jeden Tag gesagt, dass ein Kopfgeld von zwei Millionen auf einen ausgesetzt ist. All das Geld für seinen dicken Löwenkopf.
    Er hätte in Niedergeschlagenheit versinken müssen. Er hätte eine seiner Panikattacken haben müssen, bei denen er nicht mehr atmen oder klar sehen konnte. Er hätte tun sollen, was jedes normale menschliche Wesen tun würde, wenn es herausfand, dass jemand ihn so unbedingt tot sehen wollte – wobei »normal« relativ war, da er sich in ungefähr dreißig Sekunden von einem Menschen in eine Großkatze verwandeln konnte.
    Aber er konnte nicht deprimiert sein, er konnte nicht panisch werden. Nicht jetzt. Nicht damit direkt vor der Nase.
    Okay. Er hatte es nicht direkt vor der Nase, aber wenn er auf alle viere gehen und hinüberkriechen würde … dann konnte seine Nase direkt dort sein. Das war etwas, was es wert war, darin zu versinken.
    Genussvoll zu versinken.
    »Du starrst mir schon wieder auf den Hintern, oder?«
    Normalerweise hätte Mitchell Patrick Ryan O’Neill Shaw, wenn er so von einer Frau auf frischer Tat ertappt wurde, ordentlich angefangen zu lügen. Er kannte die Frauen gut genug, um zu wissen, dass es Momente gab, in denen ein Mann lügen musste, wenn er nicht riskieren wollte, wichtiger Körperteile verlustig zu gehen. Doch ab und zu, wenn ein Mann genug Glück hatte, kam jemand vorbei, der über dieser ganzen Mann-Frau-Flirtsache stand. Und dieser Jemand war Sissy Mae Smith.
    Sie hatten nicht gerade als Freunde begonnen. Was wenig überraschte, denn sie hatte ihm seine verdammte Jacke geklaut. Er hatte sie ihrer leicht bekleideten Freundin geliehen – zumindest war sie in diesem Moment leicht bekleidet gewesen –, und Sissy hatte getan, was diese Plünderer von Wölfen eben taten … sie hatte sie für sich behalten. Aber Mitch war eine Katze – König des Dschungels und so weiter –, also hatte er sich das verdammte Ding wiedergeholt. Das hatte dazu geführt, dass Sissy sich an ihn klammerte wie ein Äffchen und ihn aufforderte: »Genieße deinen Vorgeschmack aufs Nirvana, Arschloch!«
    Um ehrlich zu sein, hatte er damals nicht viel mit ihr anfangen können, aber Sissy hatte so eine Art, den Leuten das Gefühl zu geben, sie schon zwanzig Jahre zu kennen. Sie kam zum Beispiel in das Büro der Sicherheitsfirma, wo sie beide für ihren Bruder arbeiteten – ein Job, der ihn auf Trab und von Ärger fernhielt, bis er für seine Zeugenaussage zurück nach Philly musste –, und ließ sich auf Mitchs Schoß fallen, als gehöre sie dorthin. Dann sagte sie etwas wie: »Ich weiß, dass meine Schönheit fesselnd ist, aber meinst du, Männer merken, dass ich auch was im Kopf habe?«, oder: »Würdest du mich ernster nehmen, wenn ich nicht so hübsch wäre?« Aber ihm war bewusst geworden, wie sehr er sie mochte, als sie ihn dabei ertappt hatte, wie er mitten in der Nacht ruhelos im Hotel seines Bruders herumwanderte. Sie hatte ihm keine Fragen gestellt wie: »Warum schwitzt du und zuckst bei jedem Geräusch zusammen, das auch nur im Entferntesten nach einem Schuss klingt?« Stattdessen hatte sie ihn zu einem »Lästerfrühstück«, wie sie es nannte, in ein Diner geschleppt, das um diese Uhrzeit noch geöffnet hatte.
    Und es war auch bei einem dieser Frühstücke gewesen, als Mitch klar wurde, dass Sissy zu einer seiner besten Freundinnen geworden war.
    »Ja, ich starre dir auf den Hintern«, antwortete er so unverblümt, wie sie gefragt hatte, »aber ich kann nicht anders. Er spricht ständig mit mir.«
    Das war kein Scherz. Die Art, wie sie dieses dumme Brautjungfernkleid trug, machte ihn verrückt. Es war einen Millimeter zu eng um den Hintern, und er konnte nicht anders, als hinzustarren.
    Wie die meisten weiblichen Gestaltwandler der Smith-Meute war Sissy viel Frau. Stark und kräftig gebaut. Sie konnte Verdächtige besser niederringen als die meisten Wrestler ihre Gegner. Er hatte erlebt, wie sie einen Fausthieb ins Gesicht einsteckte und den Kerl, der ihn ihr verpasst hatte, dann krankenhausreif trat. Er hatte sie aber auch schon jammern gehört, weil sie sich einen Zeh gestoßen hatte. Sissy würde nie ein Supermodel werden, aber genau das

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