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Liebesvergessen (German Edition)

Liebesvergessen (German Edition)

Titel: Liebesvergessen (German Edition)
Autoren: Babsy Tom
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hatte, diese Geschäftsidee mit mir gemeinsam auszubauen. Mit Gerome hatte ich unterdessen verhandelt, dass die zukünftigen Einnahmen aus der fashion week allein ihm zustanden, wobei ihm das gar nicht Recht war und er mir, sollte die fashion week von Erfolg gekrönt sein, finanzielle Unterstützung zusicherte. Wenn das allerdings in der Form weiter so ging, dass meine Strampler derart guten Absatz fanden, würde ich auf Geromes finanzielle Unterstützung gar nicht mehr angewiesen sein.
    „Hallo Vera, schön, dass du es einrichten konntest“, umarmte ich meine treue Freundin.
    „Na klar, meinste, das lass ich mir entgehen? So kann ich wenigstens behaupten, dass ich zum Teil dazu beigetragen habe, deine eigene Firma entstehen zu lassen. Dass du das damals nicht schon längst gemacht hast, ist mir bis heute ein Rätsel! Ich bin ja so aufgeregt.“ Sie drückte mich fest an ihren weichen Busen und bestaunte meinen inzwischen kugelrunden Bauch. Sie selber trug ein T-Shirt mit der Aufschrift: Rettet den Regenwald .
    „Ich hoffe, du hast heute Abend noch nichts vor. Ich habe eine kleine Überraschung für dich.“
    „Für mich? Was denn?“, neugierte ich und folgte ihr watschelnd in die Küche.
    „Das wird nicht verraten, sonst wäre es ja keine Überraschung“, schalt sie mich.
    „Okay, ich habe noch nichts vor, von mir aus überrasch mich!“
    Vera setzte sich an den Küchentisch und zog meinen Laptop zu sich heran. Sie öffnete die Facebookseite und tippte alles Mögliche hinein.
    „Wie willst du denn dein Nähstübchen nennen? Hast du dir schon einen Namen überlegt? Auch solltest du dir im Klaren darüber sein, dass du eine Meldung ans Finanz- und Gewerbeamt machen musst.“ Sie guckte skeptisch über ihre Brille. Ich gab mich unschlüssig.
    „Wenn du das so richtig offiziell über Facebook machst, kann das die ganze Welt sehen, inklusive Finanzamt. Ich meine es ja nur gut. Das will alles genau überlegt sein. Bist du dir wirklich sicher?“ Ich stand umständlich auf und setzte eine Kanne Tee auf.
    „Lass mich mal überlegen. Der Entbindungstermin ist in zirka 6 Wochen. Wenn ich bis dahin eine Aushilfe gefunden habe, würde ich mir das durchaus zutrauen. Die Einnahmen, die ich bis jetzt erzielt habe, übersteigen bei Weitem das, wovon ich jemals zu träumen gewagt hätte. Doch, doch! Ich bin mir sicher. Aber wie soll ich mein Nähstübchen denn nennen? Hast du nicht eine Idee?“ Wir hockten da und überlegten.
    „ Pennys…, Pennys...“, ich griff mir gedankenverloren an die Stirn, „Pennys…, wie wäre es mit Pennys Nadelöhr? Das hat auch nicht allzu viel mit Babys zu tun. Damit lass ich mir dann wenigstens noch ein kleines Hintertürchen offen, falls mir das Stramplernähen irgendwann zum Halse raushängt. Vielleicht will ich ja in ferner Zukunft auch wieder Haute Couture nähen.“
    Veras Blick schweifte in die Ferne: „ Pennys Nadelöhr! Wie grottenlangweilig. Das geht nur, wenn du die Teile bei Aldi verscherbeln willst. Los denk nach! Warte, ich habs, wie wär`s mit Odyssee-Couture. Ich finde, das passt. Schon allein, weil du so ´ne Odyssee hinter dir hast. Außerdem hört sich das doch nach Mode für Babys an, die Namen tragen wie Kingston, Summer oder Preston. Da fühlt sich Mama Madonna mit Sicherheit sofort persönlich angesprochen.“ Ich war begeistert.
    „Ich wusste gar nicht, dass du so kreativ bist, aber Odys see-Couture fühlt sich fantastisch an.“ Sie begann damit, eine Flut aus Wörtern in den Computer zu tippen. Unterdessen hatte ich einige der genähten Strampler schön zu drapieren und zu fotografieren. Diese sollten als Hintergrundbild dienen. Ich tat, wie mir befohlen und knipste die schönsten Teile von allen Seiten. Zum Schluss schoss Vera noch ein Foto von mir. Dann verband sie den Fotoapparat mit dem Laptop via USB-Kabel miteinander und lud die Fotos ins Facebookportal. In weniger als einer Stunde hatten wir ein passendes Profil erstellt, in dem ich mich vorgestellt und meine Geschäftsidee in Worte gekleidet hatte. Als allerersten Post bloggte ich eine Stellenanzeige: „ Suche (werdende) Mutter, die mit Nadel und Faden umzugehen weiß zum Nähen von Stramplern. Berlin-Nähe ein Muss!“
    „Und wie werden die Leute nun auf mich und mein Facedings da aufmerksam?“, fragte ich begriffsstutzig.
    „Das mache ich schon“, antwortete Vera mit professionellem Blick über ihre Lesebrille. „Ich versende jetzt an alle deine E-Mail-Kontakte Freundschaftsanfragen und

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