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Liebesvergessen (German Edition)

Liebesvergessen (German Edition)

Titel: Liebesvergessen (German Edition)
Autoren: Babsy Tom
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Nach 24 Stunden …
    Meine Schläfen pochten, mein Kopf dröhnte und mein Körper schmerzte. Schleppend und ganz allmählich kam ich zu Bewusstsein. Mein unnatürlich stark schmerzender Körper verriet mir, dass ich mich, wo immer ich auch in diesem Augenblick war, für gewöhnlich nicht aufhielt. Vorsichtig blinzelte ich und öffnete meine brennenden Augen. Wie erwartet stellte ich fest, dass ich mich an einem fremden Ort, in einem fremden Zimmer befand. Die Vorhänge waren zugezogen, wobei sich durch die dunklen Gardinen an wenigen Stellen vereinzelt Streifen grellen Tageslichts bemühte. Um mich herum blickte ich auf weiße Wände, weiße leere Betten und ich nahm einen schwachen Geruch von Desinfektion wahr.
    Bin ich in einem Krankenhaus? Hat man mich entführt? Was ist passiert? Der Nebelschleier, der noch kurz zuvor mein Bewusstsein, meine Sicht und mein Gehör getrübt hatte, lichtete sich allmählich. Beim Versuch, mich aufzusetzen, durchzuckte ein gellender Schmerz meinen gesamten Körper. Gut, dann nicht! Resigniert blieb ich liegen und versuchte, noch flacher zu atmen. Im Zimmer standen weitere drei Betten, allesamt weiß und leer. Ich war mutterseelenallein. Angestrengt blickte ich an mir hinab. Mein bis zum Ellenbogen eingegipster linker Arm ruhte auf einem Schaumstoffkissen. Mein rechtes Bein, welches ebenso vom Knie abwärts bis hin zum Fuß einen Gips trug, lagerte auf einem weiteren Schaumstoffkissen. Der Rest meines Körpers war zugedeckt. Abgesehen von der Tatsache, dass mir das Atmen schwerfiel, verursachte darüber hinaus jeder einzelne Atemzug ein Stechen in meinen Rippenbögen. Jetzt bloß nicht husten und um Gottes Willen nicht niesen. Ich fühlte in mich und versuchte auszumachen, ob irgendetwas in oder an meinem Körper keine Schmerzen bereitete. Mein rechter Arm war relativ schmerzlos und frei beweglich, mein linkes Bein ebenso. Na wenigstens etwas . Nichtsdestotrotz. Mein Kopf dröhnte weiterhin und vor allem meine Nase, mein Kiefer und meine Augen fühlten sich geschwollen an. Ich brauche einen Spiegel .
    Über meinem Kopf baumelte verlockend - wie zur Begrüßung - ein dickes Kabel, an dem ein roter Klingelknopf  befestigt war. Der Schwesternruf. Dann mal los! Kraftlos, dennoch enthusiastisch, hob ich meinen rechten, gesunden Arm und betätige ihn. Schon eine Sekunde später betrat eine für meinen Geschmack viel zu muntere Krankenschwester das Zimmer.
    „Na, da haben wi r aber lange geschlafen“, stellte sie nüchtern fest. Sie stürmte zum Fenster, riss rücksichtslos die Vorhänge zurück und blitzartig erhellte gleißendes Tageslicht den Raum.
    Ich kniff meine lichtempfindlichen Augen zusammen und protesti erte: „Fachen Fie hie fofort fieder fu!“, was streng genommen: „Machen Sie die sofort wieder zu!“ heißen sollte. Warum kann ich nicht vernünftig sprechen? Meine Gedanken schienen klar, nur mit der Aussprache haperte es. Auch kam mir meine eigene Stimme ominös fremd vor.
    „Ach herrje! Was haben Sie gesagt?“ Die Schwester trat näher und musterte mich mit senkrechter Sorgenfalte auf der Stirn. Sie rammte mir geschäftig ein Thermometer in mein linkes Ohr und wartete ungeduldig einen Piepton ab. „Siebenunddreißig zwei“, las sie von der Anzeige ab, während sie die Temperatur in eine Kurve kritzelte.
    „Fann ich f einen Fartzt frechen?“, versuchte ich zu artikulieren.
    „Sie wollen einen Arzt sprechen? Hab ich das richtig verstanden?“ Ich nickte, erleichtert über die Tatsache, das s sie mein undeutliches Genuschle deuten konnte. Ich befühlte mit meiner Zunge die Innenseite meiner Zähne, um zu überprüfen, ob ich irgendwo eine Lücke in meinem Gebiss fand. An irgendetwas musste es ja liegen, dass ich so undeutlich sprach. Fehlanzeige! Alle Zähne vollständig. Merkwürdig! Mir wurde schwindlig und kurz darauf stieg Übelkeit hoch. Oh Gott! Bloß nicht kotzen!
    „Ich sage dem Stationsarzt Bescheid, dass Sie jetzt wach sind. Es kann aber einen Moment dauern, bis er kommt, wir sind mal wieder überbelegt und unterbesetzt, wie immer!“
    Ungerührt verließ die Schwester mein Zimmer und überließ mich meinem Schicksal. Oh Gott, ich bin bestimmt gesetzlich versichert! Ich atmete tief durch. Ganz ruhig, alles wird gut. Beruhige dich! Alles halb so wild! Nur ein kleiner Arm- und Beinbruch! Und ´ne polierte Fresse!
    Ich machte „grmpf“. Ich überlegte, bei welcher Krankenkasse ich Mitglied war. Beim Versuch, mir meine Versicherungskarte in mein geistiges

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