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Leichenfresser - Thriller

Leichenfresser - Thriller

Titel: Leichenfresser - Thriller
Autoren: Brian Keene
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Prolog
    Pat Kemp zog sein T-Shirt aus, noch bevor er die Autotür hinter sich geschlossen hatte. Die nächtliche Brise strich über seinen Rücken. Er warf das T-Shirt auf die noch warme Motorhaube des Wagens. Als sie eine gute, flache, abgeschiedene Stelle erreichten, war auch Karen aus ihrem Top geschlüpft. Immer wieder wurde Pats Blick geradezu magnetisch von ihr angezogen.
    Sie breitete die Decke unmittelbar zwischen den Grabsteinen auf dem feuchten Gras aus, während Pat ein weiteres Bier aus dem schwindenden Sixpack Old Milwaukee hervorholte. Die Dosen wurden in der schwülen Junihitze allmählich warm.
    Er riss den Deckel auf. In der Dunkelheit hörte es sich laut an. Weißer Schaum blubberte über den Rand. Pat trank einen Schluck und seufzte frustriert: »Hier ist es mir echt unheimlich. Ich kapier immer noch nicht, warum wir es nicht einfach im Auto tun können.«
    Kichernd und anmutig stieg Karen aus ihren Sandalen und legte sich auf die Decke. Sie wölbte den Rücken durch und schob die Brüste vor, die den Stoff ihres BHs spannten. Karen streckte sich wie eine Katze, schlug die langen, zierlichen Beine erst übereinander und spreizte sie dann.
    »Weil ich gern draußen bin. Ich mag die Sterne und die Dunkelheit. Das ist romantisch.«
    Der Vollmond hing wie ein wachsames gelbes Auge am Himmel. Er spiegelte sich in den Buntglasscheiben der Kirche von Karens Vater. Jedes Fenster zeigte eine Szene aus dem Neuen Testament: die Bergpredigt, Jesus beim Wandeln über das Wasser, bei der Fußwaschung, beim Reiten auf einem Esel, die Kreuzigung und die Auferstehung.
    Verdammt, vielleicht war der Mond wirklich ein Auge – Gottes Auge, das Auge des allmächtigen Spanners. Es im Schatten dieser Fenster zu treiben, fühlte sich irgendwie an, als würde man tatsächlich von Gott beobachtet, obwohl Pat eigentlich nicht an ihn glaubte. Insgeheim vermutete er, es hatte vielmehr mit diesem Eindruck statt mit Romantik zu tun, dass Karen darauf bestand, es hier im Schatten der Kirche zu treiben. Es schien ihre Art zu sein, es ihrem Priestervater heimzuzahlen – indem sie es seinem Gott heimzahlte. Was sie natürlich nie zugeben würde. Pat fragte sich, ob sie sich des verborgenen Grunds für ihr zwanghaftes Verhalten überhaupt selbst bewusst war. Wahrscheinlich nicht. Ließ man die seichte Psychologie nachmittäglicher Talkshows beiseite, blieb der Umstand, dass sie genauso geil war wie er.
    Aber warum musste es ausgerechnet auf dem Friedhof passieren? Irritiert ließ er den Blick über die Grabsteine wandern. Irgendwie schien es ihm falsch zu sein, über toten Menschen zu ficken. Eine verdammt schräge Art, einen Freitagabend zu verbringen.
    Karen leckte sich über die Lippen. Sie glänzten in der Dunkelheit rot und einladend.
    Pat trank einen weiteren Schluck Bier, betrachtete ihre nur von einem knappen BH verdeckten Brüste und ihr langes, blondes Haar, das über ihre nackten Schultern fiel. Sie steckte sich die Haare nicht hoch, wie es die meisten anderen Mädchen in der Schule taten, und das gefiel Pat. Ihre Haut sah im Mondlicht blass, fast milchig aus, wodurch ihre Lippen umso röter wirkten. Während er hinsah, richteten sich Karens Brustwarzen unter dem Stoff auf, und trotz seiner Verärgerung bekam er einen Ständer.
    Es lag in seiner Natur. Pat war 18.
    »Außerdem«, fuhr Karen fort, löste langsam ihren BH und warf ihn beiseite, »treiben wir es andauernd im Auto. Da drin ist nicht genug Platz. Ich bekomme davon Krämpfe im Hals und in den Hüften.«
    Pat schaute zum Chevy Nova zurück, den er von seinem Collegegeld bezahlt hatte – den Sparbriefen, die ihm seine Großeltern zu jedem Geburtstag geschenkt hatten, seit er zwei Jahre alt gewesen war. Es bestand ohnehin keine Aussicht darauf, dass Pat es je ans College schaffen würde. Sein Vater arbeitete wie die meisten Männer der Stadt, und viele Frauen, in der Papierfabrik und die Gewerkschaft hatte einen großen Teil des vergangenen Jahres gestreikt. Sie hatten immer noch damit zu tun, sich finanziell davon zu erholen. Das Geld war knapp und seine Eltern konnten sich die Kosten für ein Studium nicht leisten. Seine Zensuren waren eher mittelmäßig, dasselbe galt für seine sportlichen Fähigkeiten – er rauchte zu viel, sowohl Tabak als auch anderes. Der schwarze Chevy Nova mit den verchromten, extrabreiten Rädern stellte alles dar, was er auf der Welt besaß. Pat hatte nach der Schule und an den Wochenenden einen Teilzeitjob im Eisenwarenladen, um

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