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Küsse niemals deinen Chef! (German Edition)

Küsse niemals deinen Chef! (German Edition)

Titel: Küsse niemals deinen Chef! (German Edition)
Autoren: Caitlin Crews
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fort, die Grace in Rage hätte bringen müssen, sie aber nur schwach und zittrig machte. „An mir soll es jedenfalls nicht liegen!“

2. KAPITEL
    Die Frau wirkte regelrecht entsetzt. Keine Reaktion, die Lucas von der Weiblichkeit gewöhnt war. Nicht einmal von steifen, missbilligenden Frauen, die ohnehin nicht zu seinem gewohnten Umgang gehörten.
    „Zusammenarbeiten?“, echote Grace fassungslos. Wie sie es sagte, klang es, als handle es sich um etwas Perverses. „Hier?“
    „Das ist der Plan.“ Seine heitere Miene war unerschütterlich. „Außer natürlich, Ihnen fällt etwas Besseres ein, womit wir uns die Zeit in diesem trostlosen Büro vertreiben könnten.“
    Normalerweise schmolzen Frauenherzen unter diesem Lächeln reihenweise dahin, selbst wenn es sich um schwer zu beeindruckende Gruppen wie Bibliothekarinnen oder Nonnen handelte. Von Kindesbeinen an war dieses Lächeln seine stärkste und wirksamste Waffe gegen jede Art von Widerstand gewesen.
    Nicht einmal ein Vollprofi wie sein jüngerer Bruder Nathaniel, der als weltberühmter Hollywooddarsteller gerade erst den diesjährigen Sapphire Screen Award gewonnen hatte, konnte ihm in dieser Hinsicht das Wasser reichen.
    Warum verfehlte es dann seine Wirkung auf Grace Carter, ihres Zeichens beängstigend spröde Eventmanagerin des verdammten Hartington? Lucas war ernsthaft verunsichert … und neugierig!
    „Ganz sicher nicht!“, wies sie ihn zurecht. „Und ich wäre Ihnen außerordentlich dankbar, Mr Wolfe, wenn Sie zukünftig Ihre unangebrachten sarkastischen Anspielungen für sich behalten könnten.“
    „Wie?“
    „Wie?“, echote sie verblüfft, fing sich aber sofort wieder. „Na vielleicht, indem Sie einfach die gebotene Zurückhaltung üben, wie sie anderen Menschen von Natur aus zu eigen ist.“
    „Und was bekomme ich dafür, wenn ich es versuche?“
    Das herausfordernde Blitzen in den meergrünen Augen brachte eine Saite in Grace zum Klingen, die sie nie zuvor verspürt hatte. Sie räusperte sich und schob ein paar Papiere zusammen, die verstreut auf dem Schreibtisch lagen.
    „Ich muss Sie warnen, denn ich bin schnell gelangweilt und nur sehr schwer zufriedenzustellen“, fuhr er fort. „Es sollte also schon etwas Außergewöhnliches, Spektakuläres sein. Man hat schließlich seine Ansprüche.“
    „Besten Dank für den kurzen Einblick in Ihre komplizierte Psyche“, erwiderte Grace eisig. „Bisher war ich nämlich dem Irrtum erlegen, dass Ihre Standards ganz besonders niedrig liegen, was Vergnügungen und Geschmack betrifft.“
    „Ein bedauerliches Fehlurteil“, versicherte Lucas treuherzig, „das leider sehr verbreitet ist.“
    „Und im Ergebnis gut sichtbar“, stellte Grace mit einem beziehungsvollen Blick auf sein Gesicht fest. „Hoffentlich behalten Sie keine sichtbaren Narben zurück.“
    „Auf meinem hinreißenden Antlitz? Keine Sorge! Und wenn, dann gibt es immer noch jede Menge begabte Schönheitschirurgen, die mich nur allzu bereitwillig wieder aufpolieren würden.“
    Mit seinen inneren Narben sah es allerdings ganz anders aus. Die konnte selbst der berühmteste Doktor nicht ausmerzen.
    Das Leuchten in Lucas’ Augen erlosch. Die Attacke von Samantha Cartwrights eifersüchtigem Gatten hatte ihn nicht weiter beeindruckt. Dazu brauchte es mehr als ein paar ziemlich schlecht platzierte Fausthiebe. Aus rein sportlichen Gründen gestand er sogar jedem Ehemann den Versuch zu, sein Besitztum zu schützen. So gesehen unterschied sich die letzte Nacht nicht besonders von unzähligen vorangegangenen. Es war immer das gleiche Spiel, das ihn allerdings zunehmend anödete.
    Vielleicht hatte er sich deshalb nach Verlassen des Hotels auch nicht mit dem Taxi nach South Bank in sein seelenloses Apartment hoch über der Themse zurückfahren lassen, sondern weit aus London hinaus. Es war, als hätte ihn eine unsichtbare Macht nach Buckinghamshire gezogen.
    Seit seinem achtzehnten Lebensjahr war er nicht mehr in Wolfe Manor gewesen. Für Lucas war es nur ein Haufen altertümlicher Steine, hinter denen sich bedrückende Erinnerungen verbargen.
    Gerüchteweise hatte er gehört, dass er dort seinen ältesten Bruder Jacob antreffen würde. Den verlorenen Sohn, der ihn und seine anderen Geschwister damals einfach im Stich gelassen hatte, um auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden und nach zwanzig Jahren ebenso überraschend wieder aufzutauchen.
    In seinem umnebelten Hirn und in gewohnter Großspurigkeit hatte Lucas spontan für sich beschlossen,

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