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Kris Longknife: Unter Quarantäne: Roman (German Edition)

Kris Longknife: Unter Quarantäne: Roman (German Edition)

Titel: Kris Longknife: Unter Quarantäne: Roman (German Edition)
Autoren: Mike Shepherd
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gekostet hatten. Er pfiff leise. »Schätze, dann behalten wir lieber Sie noch für eine Weile.«
    Die Miene des Skippers wurde noch finsterer. »Dale, was genau ist in technischer Hinsicht eigentlich schiefgegangen?«
    »Das ist jetzt nur die persönliche Annahme eines alten Ingenieurs, aber ich denke: Die Kalkulationen, die das Metall angeblich automatisch ausführt und die bestimmen sollen, was dieser oder jener Teil des Schiffs bei hohen Beschleunigungswerten benötigt, lagen bei den Raketentriebwerken, die dem Zentrum des Schiffs am fernsten liegen, ein bisschen daneben. Triebwerk eins und sechs sind durch die Ausweichmanöver am stärksten betroffen worden. Nummer eins hat versagt. Ich denke, wir werden noch herausfinden, dass Nummer sechs wenig später gefolgt wäre.«
    »Also müssen wir den Automatik-Algorithmus für die Umverteilung des Metalls justieren«, sagte der Captain.
    »Das könnten wir machen«, pflichtete ihm der Ingenieur bei und zeigte dazu mürrische Miene. »Ich bleibe jedoch bei meiner jüngsten Empfehlung: Nehmen wir den gesamten Antrieb aus dem Smart-Metal-Regime heraus. Bestimmen wir die technischen Daten für unseren Reaktor, die Maschinen und die Plasmaeindämmung und frieren sie ein.«
    »Sie möchten den Antrieb in der engen Gefechtskonfiguration einfrieren?«, fragte Kris.
    »Geht nicht«, versetzte der Ingenieur kopfschüttelnd. »Derzeit kann ich die Hälfte meiner Anlagen gar nicht erreichen, um dort Wartungsarbeiten durchzuführen. Wer immer das Gefechtsformat für meine Abteilung ausgearbeitet hat, war entweder ein Winzling oder rechnete damit, dass wir wieder expandieren könnten, wenn etwas zu reparieren oder zu warten ist. Wir benötigen einen Mittelwert, eine Konfiguration, die klein genug für die Schlacht ist, aber auch groß genug, um noch darin arbeiten zu können.«
    »Wie viel größer?«, fragte der Captain.
    Der Ingenieur schaltete den Tisch des Skippers auf Wiedergabe eines seiner Lesegeräte. Eine schematische Darstellung der Triebwerksabteilung der Firebolt füllte jetzt den größten Teil der Tischfläche aus. Rasch durchlief das Bild die Abfolge von groß und bequem zu gefechtsbereit und beengt. Als sie erneut expandierte, fror Dale sie an einer Position ein. »Das ist ungefähr das, was wir meiner Meinung nach brauchen.«
    »Computer, berechne die Metallanforderungen, um diesen Bereich zu panzern. Blende sie ins Schaubild ein.« Eine Sekunde später ergänzte Nelly die Graphik um eine Liste von Massenangaben. Erneut stieß der Ingenieur einen Pfiff aus.
    »Hundert Tonnen Smart Metal? Man braucht so viel, um fünfzehn zusätzliche Meter für die Triebwerksabteilung zu erhalten?«
    »Nach den Schäden, die die Chinook einsteckte«, erinnerte Kris an Gefechtsschäden, die sie selbst angerichtet hatte, »möchte BuShips die Technikabteilungen gut geschützt sehen.«
    »Wie viel kosten hundert Tonnen Smart Metal?«, erkundigte sich Dale.
    Kris sagte es ihm. Diesmal machte er sich nicht die Mühe mit einem Pfiff; er blickte einfach den Captain an und ächzte. »Ich schätze, ich weiß, warum wir hier draußen sind und dieses Problem zu lösen versuchen.« Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, starrte zur abgesenkten Gefechtsdecke der Firebolt hinauf und holte mehrfach langsam Luft. »Könnten wir einen Teil des Smart Metals durch reguläres traditionelles Metall ersetzen? Ich meine, wenn ich mir gar nicht die Mühe mache, mit den Maßen meiner Abteilung herumzujonglieren, dann benötigen wir doch dieses schicke Zeug gar nicht, oder?«
    Captain Hayworth blickte mit hochgezogener Braue zu Kris hinüber. Sie schüttelte den Kopf. »Nuu Enterprises hat das ausprobiert. Mischt man reguläres Metall und Smart Metal aufdemselben Schiff, scheint dies das Smart Metal nur zu verwirren. Sie empfehlen es nicht.«
    »Warum überrascht mich das nicht?« Dale schnaubte. »Wenn sie uns für Smart Metal Unsummen in Rechnung stellen, warum sich dann eine Möglichkeit überlegen, eine billige Lösung zu entwickeln?« Beide Offiziere vermieden es jetzt sorgsam, Kris anzusehen. Dass ihr Großvater Al der Vorstandsvorsitzende von Nuu Enterprises war und dass Kris’ eigener Wertpapierbesitz auf Vorzugsaktien von Nuu Enterprises im Wert von mehreren hundert Millionen beruhte, hinderte die beiden zwar nicht daran, der üblichen Geringschätzung von Flottenoffizieren gegenüber dem Geschäftsgebaren von Konzernen zu huldigen, doch immerhin hielt es der Skipper für klug, ihr das nicht ins

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