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Katie Chandler 02 - Alles ausser Hex-ok-neu

Titel: Katie Chandler 02 - Alles ausser Hex-ok-neu
Autoren: Shanna Swendson
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Alles fing mit diesen roten Schuhen an.
    Nur wusste ich es damals nicht.
    Es war Samstagnachmittag, und meine Mitbewohnerin Gemma und ich machten einen Einkaufsbummel. Was nicht weiter ungewöhnlich war. Ungewöhnlich war daran nur, dass wir etwas für mich suchten. Und noch ungewöhnlicher war, dass wir etwas suchten, das ich zu einem Date anziehen konnte – einem richtigen Date. Keinem arrangierten Blind Date, sondern einer echten Verabredung mit einem Typen, der zum zweiten Mal mit mir ausgehen wollte. Und das obwohl unser erster gemeinsamer Abend den Preis für das abgedrehteste Date aller Zeiten verdient hätte.
    Jeder Mann, der dich um ein zweites Treffen bittet, obwohl er beim ersten von deinen Freunden und Kollegen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs getrieben wurde, muss etwas ganz Besonderes sein.
    Er verdient es, dass man sich extra viel Mühe gibt.
    Und deshalb waren Gemma und ich an diesem Samstag bei Bloomingdale’s.
    »Lass uns hochfahren und nach Schuhen gucken«, drängte sie und zog mich am Ärmel.
    »Aber wir haben doch noch gar nichts zum Anziehen gefunden«, protestierte ich. »Wie sollen wir da wissen, welche Schuhe ich brauche?«

    Sie sah mich mitleidig an und schüttelte traurig den Kopf, wie ein Arzt, der mir sagen musste, dass ich nur noch zwei Wochen zu leben hätte. »Ach, Katie, Schatz. Du musst noch so viel lernen.
    Erst brauchen wir die ultimativen Schuhe, und dann bauen wir ein Outfit um sie herum.«
    Als sie die preislich moderaten Schuhe links liegen ließ und mit der Rolltreppe weiter nach oben zu den Designer-Boutiquen fuhr, dämmerte mir, dass das, was sie für »ultimativ« hielt, mein Budget übersteigen würde. »Gemma«, warnte ich sie und gab mir Mühe, nicht weinerlich zu klingen, »wenn wir hier oben Schuhe kaufen, bleibt mir am Ende nichts anderes übrig, als mir einen Plastiksack überzuziehen, und den kann ich mir auch nur dann leisten, wenn noch welche im Schrank unter der Spüle liegen.«
    »Glaub ich kaum, dass du das tust, wir haben nämlich nur durchsichtige«, erwiderte sie ohne langsamer zu werden. »Und entspann dich, ich zwinge dich keineswegs dazu, Designerschuhe zu kaufen. Wir kommen bloß hierher, um uns inspirieren zu lassen. Danach kaufen wir die Schuhe, die dem Ideal am nächsten kommen, aber zu einem vernünftigeren Preis.«
    Ich kannte sie gut genug, um zu wissen, worauf sie aus war, und das hatte mit der Suche nach einem tollen Outfit für mich erst mal gar nichts zu tun. Sie konnte einfach nicht bei Bloomingdale’s sein, ohne zum heiligen Schuh-Schrein zu pilgern. Ihre Schritte beschleunigten sich, als wir an den Designer-Boutiquen vorbei direkt auf die Abteilung für edles Schuhwerk zusteuerten. Dort blieb sie ehrfürchtig vor jeder Auslage stehen, um hin und wieder ein Modell flüchtig zu berühren. Gelegentlich nahm sie auch einen Schuh, drückte ihn an ihre Brust und schloss in stiller Andacht die Augen. Ich versuchte mir diese Schuhe erst gar nicht anzusehen, da ich wusste, dass ich sie mir ohnehin nicht leisten konnte, und es unsinnig war, mich in Dinge zu vergucken, die ich nicht haben konnte.
    Das war nicht nur in Bezug auf Schuhe eine weise Einstellung, sondern auch der Grund, weshalb ich mich auf dieses Date eingelassen hatte. Es war sinnvoller, mit einem Mann auszugehen, den ich auch kriegen konnte und der alle Anforderungen erfüllte, die ich an einen Mann stellte, als mich nach einem zu verzehren, der für mich unerreichbar war. Ethan sah gut aus, war intelligent, nett und hatte einen guten Job. Außerdem war er nicht der mächtigste Zauberer seiner Generation. Ganz im Gegensatz zu jemand anderem, den ich jetzt nennen könnte, an den ich aber lieber nicht denken wollte. Immer schön nach vorne schauen, ermahnte ich mich selbst.
    Dann stieß Gemma einen ebenso ehrfürchtigen wie schmachtenden Seufzer aus. »Katie, schau mal die hier! Die musst du dir ansehen!«
    Ich löste meinen Blick vom Teppichboden und sah, dass Gemma einen roten Schuh in der Hand hielt. Nicht einfach irgendeinen roten Schuh, sondern einen besonders hochhackigen Stiletto, der aussah, als wäre er aus Zuckerglasur für kandierte Früchte gemacht – in einem satten, glänzenden Rot, zum Anbeißen. »Hübsch«, gab ich zu.
    »Hübsch? Hübsch? Ist das alles, was dir dazu einfallt? Sie sind himmlisch! Das sind Schuhe, die sagen: ›Bete mich an.‹ Die musst du haben.«
    »Möchte ich denn wirklich, dass die Männer mich anbeten?«
    Wieder einer dieser mitleidigen

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