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Kabal: Gesamtausgabe der Order of Burning Blood Trilogie Band I bis III (German Edition)

Kabal: Gesamtausgabe der Order of Burning Blood Trilogie Band I bis III (German Edition)

Titel: Kabal: Gesamtausgabe der Order of Burning Blood Trilogie Band I bis III (German Edition)
Autoren: Cahal Armstrong
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1 - Schlechte Nachrichten
     
     
    Seraphia zog die rote Robe, die Zeichen ihres Standes war, fester um sich. Der Flugwind zerrte an ihren schwarzen Haaren und ließ ihre Strähnen durch die Luft peitschen.
    »In einer halben Stunde sind wir da«, rief Koorm, der rote Kraindrache, auf dem sie ritt. Sie warf einen Blick nach unten durch die dünnen Wolken. Die beiden Sonnen Kabals standen im Zenit und sie überflogen die unwirtlichen Ausläufer des Idrak-Gebirges, in dem der gleichnamige Tempel des Ordens lag.
    Werde ich meine Heimat verlieren, wenn die Echsen sterben? Kann der Frieden mit den Frostreichen gehalten werden?
    Sie schauderte bei dem Gedanken an das, was sie berichten musste. Wie würde Charna darauf reagieren? Die Hohepriesterin war nie ungerecht zu ihr gewesen, aber sie wollte nicht der Überbringer schlechter Nachrichten sein.
    Koorm zog die Flügel ein und sie sausten so schnell hinab, dass Seraphia ein wenig übel wurde. Höhenangst drohte sie zu übermannen, während die Erde auf sie zustürzte. Sie versuchte Luft zu holen, aber der starke Flugwind verhinderte das Atmen. Koorm stieß einen lauten Schrei aus.
    Es macht ihm auch noch Spaß!
    Sie wurde beinahe wütend und lachte dann über sich selbst. Sie überwand die Übelkeit und sog die Luft ein, als Koorm seine roten Schwingen erneut ausbreitete. Sie glitten jetzt ruhig über einer breiten Straße dahin, die direkt in den Idrak-Tempel führte. Pilger, Händler und Abgesandte reisten in beide Richtungen, ein endloser Strom bunter Gestalten, der kein Ende nahm. Reittiere aus den fernsten Gegenden Iidrashs liefen, watschelten und rutschten auf dem uralten Pflaster der Tempelstraße dahin. Es war Mittagszeit und viele trugen Schirme, Kopftücher und Turbane, um sich vor den sengenden Strahlen der Zwillingssonnen zu schützen. Seraphia blickte nach vorn.
    Genau vor ihr lag jetzt Idrak, der Berg und Tempel des Ordens des Brennenden Blutes, dessen Gipfel stets Wolken umhüllten. Die Felswände, vor Urzeiten umgestaltet, waren übersät von kunstvoll gemeißelten Treppen, Türmen und Fenstern. Meisterhaft gearbeitete Statuen verwitterten seit so langer Zeit, dass sie allmählich wieder mit dem Felsen verwuchsen, aus dem man sie getrieben hatte. Auf halber Höhe über dem Grund klaffte ein hundert Schritt breites Loch im Berg. Eingerahmt von gigantischen, gedrehten Säulen führte es Hunderte von Metern in das Gebirge hinein. Koorm steuerte direkt darauf zu, denn er kannte diesen Weg von unzähligen Flügen. Aus dem Augenwinkel nahm sie eine Bewegung wahr und sah einen weiteren Kraindrachen aus dem Himmel stürzen. Es war ein goldener Riese mit imposanten Schwingen. Koorm stieß einen Begrüßungsschrei hinaus und sie winkte. Im Sattel des großen Kraindrachen saß Cendrine, die Äbtissin der Flammengrube - ihre unsterbliche Ausbilderin. Koorm jagte mit einem Satz als Erster in die Felsöffnung und schnellte mit hohem Tempo durch die finsteren Öffnungen und Wege, die ins Innere des Tempels führten. Fackeln der Wachen und Krieger blitzten im Dunkel auf. Sie sah die Geschosswerfer und Blitzfallen der Kampfmagier im Halbdunkel vorüberhuschen. Einer schwenkte seinen Turm mit und schien eine Zielübung auf die Drachen durchzuführen.
    Ja, übt nur! Wir brauchen euch womöglich eher, als ihr denkt.
    Koorm schmetterte seine Flügel in rascher Folge durch die Luft und ließ sich dann fallen. Sie hatten den Eingang zum Tempel erreicht. Das Rauschen der Schwingen von Cendrines goldenem Kraindrachen Sora schallte von den Felswänden zurück und Seraphia sprang von Koorm herab. Der Gurt ihrer Robe löste sich und die von Sora aufgepeitschte Luft warf den Stoff zurück. Wie es für Priesterinnen üblich war, trug sie nur das Pentacut-Geschmeide darunter. Der Junge, der sich um Koorm kümmerte, sah ihren unbedeckten Körper und riss überrascht die Augen auf. Sie schloss ihre Robe hastig, denn obwohl es für eine Priesterin nicht unüblich war, unbekleidet in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein, konnte sie sich einfach nicht daran gewöhnen, außerhalb des Tempels ihre nackte Haut zu zeigen.
    Der junge Bursche neigte respektvoll das Haupt.
    Sie lächelte. »Kümmer dich gut um Koorms Bedürfnisse! Er hat einen langen Flug hinter sich.«
    Cendrine sprang mühelos von Soras hohem Sattel. Sie trug die Sengende Klinge auf dem Rücken, deren brennendes Metall Tropfen heißer Glut verlor, die zischend auf den Boden fielen, bevor sie einfach verschwanden. Ihre schwarze

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