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Jimmy der Mops

Jimmy der Mops

Titel: Jimmy der Mops
Autoren: Miriam Pharo
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im Gebäude nicht angeschlagen haben. Ob der Sprengsatz über eine Tantal-Ummantelung verfügt hat? Ich habe den Bolzen scannen wollen, doch Jimmy ist über die Tatsache, dass ich sein prominentestes Stück anfassen wollte, dermaßen in Panik geraten, dass ich mich schließlich mit einer 3-D-Aufnahme habe begnügen müssen.
      Bei näherer Betrachtung des Bildes entpuppt sich der Bolzen als ein antikes Exemplar zur Verankerung von Metallteilen, und ein bildlicher Eins-zu-Eins-Vergleich mit einem Musterprodukt aus der GCS offenbart keinerlei äußerliche Unterschiede. Ich bin nicht wirklich überrascht und mache mich an die Analyse des handgeschriebenen Schriftstücks. Zu diesem Zweck krame ich aus der letzten Kiste einen Gegenstand heraus, einem Fingerhut nicht unähnlich, nur länger und aus weichem, netzartigen Gewebe: ein Analyzing Pocket System. Über den Neurokommunikator öffne ich das APC-Programm und aktiviere die entsprechenden Sensoren, dann stülpe ich mir den „Fingerhut“ über den rechten Zeigefinger und wische über das Blatt Papier. Schon werden die einzelnen Pigmente mikrochemisch untersucht, gleichzeitig wird die Struktur des Papiers abgetastet. Während die Analyse läuft, gebe ich gedanklich einen neuen Befehl ein und streiche über die blaue Tinte, dann nehme ich den „Hut“ vom Finger. Bis die Ergebnisse da sind, rufe ich Jimmys transkribierte Antworten auf dem Transfer ab.
      „Ich kann mir nicht erklären, wie das passiert ist. Meine Wohnung besitzt ein Hightech-Sicherheitssystem, außerdem habe ich normalerweise einen leichten Schlaf. Mein Laden ist Bestandteil meiner Wohnung. Es war gar nicht so einfach, dafür eine Genehmigung zu erhalten. Ich verfüge über zweihundert Quadratmeter eigenen Raum.“ Obwohl die Worte gedanklich verfasst sind, glaube ich Jimmys Gebrüll immer noch zu hören. „Und das als Zugereister!"
    Auf meine Frage, wie sein gestriger Tag verlaufen ist, hat er Folgendes geantwortet: „Ich war wie immer von 8 bis 21 Uhr im Laden.“
      Ob es Ärger mit einem Kunden gegeben habe?
      „Verdammt noch eins, nein! Ich bin bei meiner Kundschaft sehr beliebt!!!“
      Trotz der drei Ausrufezeichen – wie zum Geier hat er sie zustande gebracht? – bezweifle ich das. Gutmenschen wachen selten mit einer Bombe auf der Brust auf. Dann habe ich wissen wollen, was er nach 21 Uhr gemacht hat.
      „Ich habe mich frisch gemacht und bin zum Essen ins Leopold . Wie jeden Dienstag. Es ist ein exklusiver Privatklub auf dem Kaiserdamm. Einige meiner Kunden haben sich dafür eingesetzt, dass ich einmal die Woche dort einkehren darf. Ein großes Privileg!“
      Ob dort irgendetwas Ungewöhnliches passiert sei?
    „Eigentlich nicht. Außer, dass sich ein Mann an meinen Tisch gesetzt hat, den ich noch nie zuvor gesehen habe. Er hat sich mir als Kenny vorgestellt. Ein gut aussehender Bursche. Tolle Haare! Lang und weiß, leicht wellig. Zu seinem gelb-orange gestreiften Anzug trug er eine dunkelrote Halsbinde. Hey, hören Sie mir überhaupt zu?“
      Was dieser Kenny gewollt habe?
      „Nur reden. Hauptsächlich über die wachsende Kriminalität.“
      Das wundert mich nicht. Seit Bestehen der Biosphären ist die Verbrechensrate Hauptgesprächsthema. Die Menschen haben eine regelrechte Paranoia entwickelt, was die verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften erklärt, auch wenn wir noch nicht solche Verhältnisse haben wie in Sphäre7 . Der Polizeichef von Herrenchiemsee regiert dort mit eiserner Faust.
      „ Nach dem Essen bin ich nach Hause gegangen. Es muss so gegen elf Uhr gewesen sein. Mein Laden liegt am Löwenbrunnen, exakt dreihundertvierundfünfzig Meter vom Leopold entfernt. Ich hab’s mal abgezählt.“
      Ob ihm dieser Kenny gefolgt sei?
      „Keine Ahnung. Ich habe mich etwas schlapp gefühlt und war froh, als ich endlich zu Hause war.“
      Was er mit schlapp meinte?
      „Leicht duselig. Ich bin sofort ins Bett gefallen. Wenn ich es mir recht überlege, war das schon etwas ungewöhnlich.“
      Ob ihm dieser Kenny etwas ins Essen oder in sein Getränk gemischt haben könnte?
      „So ein vornehmer Herr? Das kann ich mir nicht vorstellen.“
      Ob er Feinde habe und schon einmal bedroht worden sei?  
      „Nein! Ich habe keine Familie, außerdem werde ich von meiner Kundschaft geachtet. Sie müssen mir aus diesem Schlamassel helfen, Verdict! Ich weiß nämlich nicht, wie lange ich das …“
      Eine tonlose Stimme über InterCom, dem allgegenwärtigen

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