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Jerry Cotton - 2910 - Im Fadenkreuz des Moerders

Jerry Cotton - 2910 - Im Fadenkreuz des Moerders

Titel: Jerry Cotton - 2910 - Im Fadenkreuz des Moerders
Autoren:
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Lundgren.
    Wilson hatte uns erzählt, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass Herrington ebenfalls eine Wanze trug, da er ja frei mit dem Handy mit Lundgren kommunizieren konnte. Und da wir in Wilsons Nähe, zumindest solange er die Brille getragen hatte, nicht über Herringtons Verhaftung gesprochen hatten, gingen wir davon aus, dass Lundgren davon noch nichts wusste. Darauf baute unser Plan auf.
    Ebenfalls von Wilson wussten wir, dass Herrington und er die Einzigen in der Gruppe waren, die mit Schusswaffen umgehen konnten. Herrington war im Laufe seiner Karriere bei der Army unter anderem Scharfschütze gewesen. Der entsprechende Eintrag in seiner Akte war vor einiger Zeit von Wilson verändert worden, daher war es mir auch nicht aufgefallen, als ich Herrington unter die Lupe genommen hatte. Ansonsten wären wir schon viel eher auf ihn aufmerksam geworden. Wilson selbst hatte natürlich beruflich bedingt Erfahrung mit Waffen.
    Da sie die Einzigen waren, war die Aufgabenverteilung so geplant gewesen, dass Wilson, für den es einfacher war, ins Studio zu kommen, den Präsidenten erschießen sollte, während Herrington Schützenhilfe bei der Handhabung von Owens leisten sollte. Der stand zwar unter Medikamenteneinfluss und war mehr oder weniger betäubt, doch Lundgren wollte auf Nummer sicher gehen.
    »Tun Sie das, meine Herren, aber beeilen Sie sich«, hatte Mr High gesagt, als wir ihm den Plan unterbreitet hatten. »Der Präsident kommt in einer Stunde, die Fernsehübertragung beginnt eine Stunde später. Ich übernehme es, den Bürgermeister zu informieren.«
    Daher hatte ich nun Herringtons Handy in der Hand und tippte. »Habe Einladung vom Bürgermeister ins Studio. Kann Wilsons Job erledigen, falls Plan noch steht, wenn Sie meine Aufgabe übernehmen.«
    »Schreib ›Hoover‹ statt ›Wilson‹«, riet mir Wilson, als ich ihm die SMS zeigte. »Das war mein Deckname und macht die Nachricht authentischer, da er ja annimmt, dass ihr das nicht wisst.«
    »Danke«, sagte ich und änderte dieses Detail. »Meinst du, er wird darauf eingehen?«
    Wilson, der richtig Gefallen daran gefunden hatte, mit uns gegen Lundgren zu arbeiten, überlegte. »Ich bin nicht sicher. Da müsste er sich ja selbst direkt beteiligen. Andererseits ist er besessen davon, dass der Präsident umgebracht werden muss, je eher, desto besser. Und seine Aufgabe würde in aller Abgeschiedenheit stattfinden. Nicht mal die Waffe müsste er von Herrington übernehmen, das macht McKinley – ich meine, Sylvester Meyer-Dunham. Von daher denke ich schon, dass er zustimmt.«
    »Wir werden sehen«, sagte ich und drückte auf Senden .
    ***
    Einige Minuten später, damit es nicht zu offensichtlich wirkte, gingen Phil und ich in den Vernehmungsraum, in dem noch Wilsons Brille mit dem Sender lag. Ich wickelte sie aus der Decke aus und ruckelte leicht daran, wobei ich den kleinen Knopf berührte, der das Signal schickte, um Lundgren aufmerksam zu machen.
    »Hey, Wilson«, sagte ich mit lauter Stimme. »Wach auf!«
    »Der schläft bombenfest«, meinte Phil nach ein paar Sekunden. »Wir hätten den Arzt nicht das Schlafmittel verabreichen lassen dürfen. Er ist die einzige Verbindung zu TAWI, die wir haben, da dieser Scharfschütze schon wieder entkommen ist.«
    »Aber so hat es keinen Sinn«, sagte ich. »Selbst wenn er in der nächsten Stunde wach werden würde, müssten wir ihn erst noch gründlich bearbeiten, bis er uns etwas erzählt. Bisher hat er ja auch nichts gesagt.«
    »Trotzdem, einen Versuch war es wert«, beharrte Phil.
    »Mag sein, aber er ist gescheitert, also lassen wir ihn weiterschlafen und versuchen noch mal, diesen Jungen zu ermitteln, der den anonymen Hinweis gegeben hat. Vielleicht weiß er ja doch noch mehr«, sagte ich. »Außerdem müssen wir uns noch überlegen, wer Wilsons Platz bei der Überwachung des Studios einnimmt. Eigentlich sind schon alle Positionen zugewiesen.«
    »Du hast doch gehört, was Mister High gesagt hat: Die Ecke ist nicht so wichtig, den Ausgang kennt fast niemand, und außerdem ist er verschlossen. Es geht zwischendurch mal jemand vorbei, aber wir brauchen keinen ständigen Posten.«
    »Mister High wird es wohl wissen«, meinte ich, wickelte die Brille leise wieder ein und ging dann zusammen mit Phil aus dem Raum.
    Zehn Minuten nach diesem Possenspiel bekamen wir eine Antwort. Wir wussten von Mr High, dass in der Zwischenzeit Lundgrens Sekretärin bei der Sekretärin des Bürgermeisters angerufen und sich unter

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