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Jerry Cotton - 0558 - Ballett mit Maschinenpistolen

Jerry Cotton - 0558 - Ballett mit Maschinenpistolen

Titel: Jerry Cotton - 0558 - Ballett mit Maschinenpistolen
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erwähnten, daß auch er ein Gangster ist.«
    »Wir haben ihn, seine Leute und seinen Wagen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten überprüft. Es ergab sich kein Anlaß zu einem Einschreiten. Die Männer im Wagen waren nicht bewaffnet; es war nichts zu erkennen, was auf eine geplante Straftat schließen ließ, und ein Haftbefehl gegen Klimp oder seine Begleiter liegt nicht vor.«
    Francis Urban schaute mich an, als wolle er mich mit seinem Blick durchdringen. »Aber Sie sagten doch selbst, daß das alles Gangster sind!«
    »Ja. Aber wir wissen von vielen Leuten, daß sie Gangster sind. Oder Berufsverbrecher. Um gegen sie Vorgehen zu können, müssen sichere Beweise für eine strafbare Handlung vorliegen!«
    Er schüttelte den Kopf, als wolle er mir nicht glauben.
    »Cotton — Sie wissen, um was es geht. Ihr C}ief weiß es auch. Deshalb waren Sie ja am Hafen. Sie trafen dort mehrere Gangster. Meinen Sie, daß die zufällig dort waren?«
    »Nein, Mr. Urban. Sie waren bestimmt nicht rein zufällig dort. Sie haben in den Zeitungen gelesen, daß die Luxusjacht ,Star of Yucatan auslauffertig gemacht wird und daß sich eine illustre Gesellschaft von Millionären anschickt, an Bord dieser Jacht eine Party auf dem Atlantik zu feiern…«
    Er schnippte plötzlich mit den Fingern und unterbrach mich.
    »Es klingt etwas bitter, wie Sie das sagen«, warf er ein und lächelte dabei.
    »Ja«, gab ich offen zu. »Ich halte es einfach für einen Wahnwitz, über die Presse verbreiten zu lassen, daß sich bei dieser Millionärsfahrt ins Blaue unter anderem Schmuck im Werte von mindestens fünf Millionen Dollar an Bord befinden wird.«
    »Ist das ein Verbrechen?« fragte er. Langsam stieg es in mir heiß hoch. Es dauert gewöhnlich eine Zeitlang, bis mich jemand auf die berühmte Palme bringen kann. Jetzt war es bald soweit.
    »Mr. Urban«, sagte ich eine Spur lauter und schärfer, als ich sonst sprach. »Sie selbst als Gastgeber dieser Party auf dem Atlantik haben sich an das FBI gewandt und um Schutz Ihrer Gäste gebeten.«
    »Bis jetzt haben Sie Ihre Aufgabe hervorragend gelöst«, sagte er. »Immerhin haben Sie zwei Gangsterbanden festgestellt, die sich etwas auffallend für die ,Star of Yucatan interessiert haben.«
    »Ja«, sagte ich, nachdem ich ihn einen Moment nachdenklich angeschaut hatte. »Für den Fall, daß Ihren Gästen und Ihnen etwas zustößt, haben wir jetzt immerhin schon einen vagen Anhaltspunkt.«
    »Was soll schon passieren«, sagte der Millionär wegwerfend. »Ich kann mich auf das FBI verlassen! Es wird niemand an Bord kommen, der uns gefährlich werden könnte.«
    Er hatte recht. Die gesamte Besatzung war überprüft worden. Wir kannten die Liste der eingeladenen Gäste. Wir kontrollierten jeden, der an Bord ging. Und wir hatten das Schiff ständig unter Bewachung.
    »Was ist, wenn auf hoher See…«
    Wieder unterbrach er mich. »Wir haben fünf Privatdetektive engagiert, die von Ihnen überprüft worden sind. Diese Männer sind — auch nach Ihrem Urteil — einwandfrei. Sie werden dafür sorgen, daß wir auch außerhalb der US-Hoheitsgewässer sicher sind und daß wir dort nicht von einem Piratenschiff geentert werden können. Ich sagte Ihnen bereits, daß ich eine gewisse Gefahr nur während des Ein- und Ausschiffens der Passagiere sehe. Und in dieser Hinsicht vertraue ich voll den Fähigkeiten des FBI.«
    »Sie kennen inzwischen die Grenzen unserer Möglichkeiten«, erinnerte ich ihn noch einmal und dachte dabei an Klimp und Stuck, an Charly Fillipin und an die Gangster, die vielleicht so vorsichtig gewesen waren, sich nicht blicken zu lassen.
    New Yorks Unterwelt war aufgescheucht. Die »Star of Yucatan« glitzerte für sie verteufelt verheißungsvoll.
    »In 14 Stunden sind Sie die Sorgen um uns für drei Tage los«, lächelte der Ölmillionär mir zu.
    »Hoffentlich!« sagte ich.
    ***
    »32 — rot — pair — passe«, sagte der Croupier laut und berührte mit seinem Rechen leicht den 50-Dollar-Jeton, der auf der 32 lag.
    Alles sah genauso aus wie in einem regulären Spielklub in Las Vegas oder irgendwo in Europa. Auffallend war allenfalls, daß sich die Smokingjacken der Croupiers stark bauschten. Jeweils über der linken Achsel. Und auffallend war vielleicht auch, daß durchweg um ziemlich hohe Einsätze gespielt wurde. Doch das war noch das geringste Risiko für die Leitung dieses illegalen Unternehmens und seine Gäste.
    »Glück heute, was?« flüsterte eine Stimme neben dem Gangsterboß Row

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