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Jerry Cotton - 0516 - Der Satan nimmt kein Trinkgeld an

Jerry Cotton - 0516 - Der Satan nimmt kein Trinkgeld an

Titel: Jerry Cotton - 0516 - Der Satan nimmt kein Trinkgeld an
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Sie mordeten auf Vorbestellung und gegen Barzahlung. In der Unterwelt nannte man sie »Gesellschaft des Satans«.
    Dieser Name hatte seine Berechtigung. Niemals zuvor hatten wir teuflischere Verbrechen erlebt.
    Die Preise, die sie für ihre Morde verlangten, waren höher als die anderer Killer in den Staaten.
    Ihre Begründung dafür: Der Satan nimmt kein Trinkgeld an.
    ***
    Der Bursche hatte einen ungemein harten Schlag. Jeder seiner Hiebe traf mich wie eine Keule. Seine Treffer preßten mir die Luft aus den Rippen und die klare Überlegung aus dem Gehirn.
    Vielleicht hätte ich eine Chance gehabt, mit ihm über die Runden zu kommen, wenn mich nicht bereits ein erster Schlag voll getroffen hätte. Aber es war alles viel zu plötzlich und ohne Vorbereitung gekommen.
    Noch ehe ich wußte, was hier überhaupt gespielt wurde, war schon eine Faust an meinem Kinn explodiert. Nur weil der Treffer einen Daumen breit neben dem Punkt lag, war ich nicht sofort ins Land der Träume eingegangen. Immerhin hatte hinter dem Schlag doch soviel gesessen, daß ich gegen die nächste Hauswand zurückgeworfen worden war. Jetzt hatten meine Knie die Festigkeit von Pudding.
    Ich nahm erst einmal die Arme in Doppeldeckung hoch. Vielleicht konnte ich mir so etwas Luft verschaffen.
    Leider nicht bei diesem Gegner. Er war kaltblütig und routiniert. Nicht einen Augenblick kümmerte er sich um mein gut gedecktes Gesicht. Seine Fäuste donnerten unaufhörlich auf meine Rippen.
    Genau in dem Augenblick, als meine Deckung langsam herunterfiel, schoß seine rechte Faust vor wie eine Rakete. Er traf mein rechtes Ohr und nahm auch noch etwas Haut von der Backe mit.
    Der Pudding in meinen Knien wurde flüssig. Langsam rutschte ich an der Hauswand nach unten. Der Bursche gab mir noch einen Schlag auf den Kopf, dann spürte ich nicht einmal mehr die Härte des schmutzigen Straßenpflasters, auf das ich fiel.
    Mir schien es, als laste ein entsetzlicher Druck auf meinem Brustkorb. Ich bildete mir ein, mit Händen und Füßen zu rudern, obwohl ich mich in Wirklichkeit überhaupt nicht bewegte.
    Doch plötzlich, nur ein paar Sekunden lang, begriff ich wieder, was um mich herum geschah.
    Ich sah den großen Schatten eines Mannes über mir und das Blitzen einer Messerklinge unmittelbar vor meinen Augen.
    Aus dem Hintergrund hörte ich den Bruchteil eines Satzes:
    »… so, jetzt gib ihm auch den Rest!«
    ***
    Gelassen löste Robert Cole die Verschlußkappe seines goldenen Füllhalters. Ruhig las er das auf Büttenpapier verfaßte Dokument durch, das vor ihm auf dem Schreibtisch lag. Es war in Gegenwart seines Rechtsanwalts und zweier Zeugen verfaßt worden.
    Robert Cole lächelte seiner Frau zu. Er war ein Mann Mitte der Sechzig und ziemlich dick. Letzteres ließ sich auch von seinem Bankkonto sagen. Es war eines der ansehnlichsten von Manhattan.
    Der Millionär blickte auf den glänzenden Ring an seiner Hand, den er seit sechs Wochen trug, genauso lange, wie er verheiratet war. Er unterschrieb das Dokument.
    Es war sein Testament und verfügte, daß all seine Habe nach seinem Tod seiner Frau zustehen würde.
    Genau vier Minuten nach dieser Unterschrift verließ Robert Cole das Anwaltsbüro. Er benutzte den Lift, um ins Erdgeschoß zu kommen. Dort blieb seine Frau zurück. Robert wollte den Wagen bis vor die Haustür fahren.
    In bester Stimmung betrat der Millionär die Straße.
    Zwei Mann warteten bereits auf ihn. Einer hieß Harry Selter, war von Beruf Kameramann der New York City Television Corporation und hatte einen anonymen Anruf bekommen. Aus diesem Grund lauerte er mit schußbereiter Kamera genau gegenüber dem Haus des Rechtsanwaltes.
    Der zweite Mann, der auf Robert Cole wartete, war sein Mörder. Genau in dem Augenblick, als Cole auf die Straße trat, sprang der Killer aus seinem Wagen, riß eine Pistole hervor und feuerte.
    Zweimal zuckte Cole unter dem Aufprall einer Kugel zusammen. Dann stürzte er zu Boden. Mit einem Satz war sein Mörder bei ihm, entriß ihm die Brieftasche und hechtete genauso schnell wieder zurück in den Wagen.
    Niemand hatte etwas unternehmen können. Alles war viel zu schnell und zu überraschend geschehen.
    Nur Harry Selter hatte die Gelegenheit genutzt. Mit seiner Kamera hatte er die ganze Mordszene gefilmt.
    ***
    Die Sonderkommission zur Bekämpfung der Rauschgiftbanden in New York hatte meinen Freund Phil Decker als Einsatzleiter. Acht G-men tagten zu dieser nächtlichen Stunde im Büro Mr. Highs. Acht Kollegen, die

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