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Jedi Quest 01 - Der Pfad der Erkenntnis

Jedi Quest 01 - Der Pfad der Erkenntnis

Titel: Jedi Quest 01 - Der Pfad der Erkenntnis
Autoren: Jude Watson
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Prolog

    Niemand auf Tatooine konnte sich daran erinnern, jemals einen solch schönen Tag erlebt zu haben. Die beiden Sonnen schienen, jedoch ohne die Haut auszutrocknen. Der Wind wehte, aber mit einer Sanftheit, die keinen stickigen Staub oder Sand mit sich brachte. Das normalerweise brutale Klima war an diesem Tag nicht so drückend schwer. Aber die meisten Feuchtfarmer, Schmuggler und Sklaven hatten weder die Zeit noch die Energie, auch nur einen Augenblick ihres harten Lebens innezuhalten und darauf zu achten.
    Der siebenjährige Anakin Skywalker jedoch hatte die Zeit. Als seine Mutter Shmi bei Sonnenaufgang die Fenster öffnete, atmeten die beiden voller Freude die frische Luft tief ein. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit hatte Anakin das Gefühl, wirklich glücklich zu sein. Das Wetter war gut und er hatte zum ersten Mal einen Nachmittag frei.
    Normalerweise war er Tag für Tag in Wattos Schrottladen eingepfercht. Er war zwar ein Sklave, konnte sich aber dennoch Schlimmeres vorstellen. Er lernte etwas über Hyperraum-Antriebe, Kraftkonverter und Droiden-Motivatoren. Er konnte einen Reaktivierungsschalter mit verbundenen Augen zusammenbauen. Das einzige Problem war, dass er für den Toydarianer Watto arbeiten musste, dessen täglich schlimmer werdende schlechte Laune und wachsende Habgier Anakin immer wieder überraschten.
    Anakin stopfte sich das Frühstück in den Mund, als er durch die belebten Straßen von Mos Espa zu Wattos Schrottladen eilte. Er begann zu laufen und wandte sich geschickt zwischen zwei schwerfälligen Eopies hindurch. Watto war heute unterwegs nach Anchorhead. Er hatte von einem spektakulären Zusammenstoß zwischen zwei Sand-Skimmern und einer Raumfregatte gehört und wollte unbedingt der Erste sein, der für die Teile ein Gebot abgab.
    Die Reise brachte Watto in einen Zwiespalt. Der Aussicht, vielleicht einen guten Handel abschließen zu können, stand der Unmut entgegen, seinen Laden für einen Tag schließen zu müssen. Die Luft war schon seit einer Woche vom ärgerlichen Summen von Wattos Flügeln erfüllt gewesen - und von seinen gemurmelten Bemerkungen, wie ungerecht das Leben doch solch hart arbeitenden Wesen wie ihm gegenüber wäre.
    Watto konnte es nicht ertragen, Geld zu verlieren - nicht einmal für einen Tag. Aber er traute Anakin auch nicht zu, den Laden allein zu führen. Und noch viel weniger würde er seinem Sklaven einen Tag frei geben. Also hatte Watto Anakin eine lange Liste mit Aufgaben hinterlassen. Die Liste war so lang, dass Anakin praktisch von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang damit beschäftigt sein würde.
    Watto hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass Anakin Freunde hatte, die ihm halfen. Es waren keine lebenden Wesen, denn alle seine gleichaltrigen Freunde waren ebenfalls Sklaven. Für Anakin waren Droiden Freunde und er wusste, dass er mit ihrer Hilfe die Aufgabenliste in der halben Zeit abgearbeitet haben würde.
    Kaum hatte er den Schrottladen erreicht, programmierte er die Droiden und machte sich an die Arbeit. Viele der Maschinen waren ältere Modelle oder nur halb repariert, doch er hielt sie irgendwie am Laufen. Um die Mittagszeit waren alle Aufgaben erledigt.
    Anakin griff sich das kleine Paket, das Shmi heute Morgen mit Fleischbällchen und Früchten gepackt hatte. Er lief den ganzen Weg zurück bis zu dem Viertel, in dem sie wohnten, und atmete dabei tief die angenehme Luft ein. Seine Freundin Amee war eine Haussklavin bei einem reichen Toong-Paar. Sie gaben ihr einmal im Monat einen Nachmittag frei. Heute war ihr freier Tag.
    Amee wartete draußen auf den Stufen ihrer Behausung in der dicht bevölkerten Ansammlung aus Baracken in Mos Espa. Sie trug ihre haselnussbraunen Haare zu einer Krone geflochten um den Kopf. Sie hatte sich ein paar gelbe Blumen ins Haar gesteckt. Das trug noch mehr zur Urlaubsstimmung an diesem Tag bei. Ihr schmales Gesicht, das normalerweise niedergeschlagen erschien, sah beinahe hübsch aus, als sie lächelte.
    »Ich war noch nie bei einem Picknick«, erklärte Amee. »Mutter sagt, dass sie als Kind immer wieder einmal bei einem Picknick dabei gewesen ist.«
    Amees Mutter Hala öffnete die Tür und lächelte Anakin an. Sie arbeitete zu Hause an Transmitterteilen. »Ich freue mich, dass ihr beide den heutigen Tag genießen könnt. Geht nicht zu weit weg.«
    »Ich weiß genau den richtigen Ort«, sagte Anakin zu ihr.
    Amee folgte ihm durch die bevölkerten Straßen und Gassen von Mos Espa. Heute waren noch mehr

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