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In den Armen des Highlanders

In den Armen des Highlanders

Titel: In den Armen des Highlanders
Autoren: Kinley MacGregor
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Prolog
    E r ist der Teufel!«
    Verächtlich lauschte Draven de Montague, der vierte Earl of Ravenswood, dem Brustton der Überzeugung, der in Hughs Stimme mitschwang. Sie standen vor dem Thron Königs Henry II. Ein paar Schritte hinter ihnen hatten sich Dravens Bruder und Hughs Männer postiert.
    Diese Anschuldigung hatte Draven schon so oft gehört, dass er gar nicht mehr mitzählen konnte. In ironischer Belustigung kräuselte er die Lippen. »Aye, natürlich - in der Hölle gezeugt und von den Zitzen eines Dämons gesäugt. Das werde ich jederzeit freimütig bestätigen.« Hier ging es nämlich um seinen Leumund. Und auf diesem chaotischen Gebiet war er der unangefochtene Herrscher.
    Zwei Wachtposten, reglos wie Statuen, flankierten den Thron, auf dem der König saß. In dunkles Violett gekleidet, mit der goldenen Krone, die im Fackelschein glänzte, wirkte Henry keineswegs erfreut, während sein Blick zwischen den beiden Aristokraten hin und her wanderte.
    Obwohl Draven sein Blut vergossen und noch viel mehr geopfert hatte, um Henrys Krone zu sichern, kannte er die Grenzen der königlichen Duldsamkeit. Und in diesem Augenblick wurden sie eindeutig überschritten.
    Impulsiv trat Hugh Illin gworth, der dritte Earl of War wick, einen Schritt vor und näherte sich dem Thron. »Majestät, er soll sich von meinen Ländereien fern halten. Er besitzt doch eindeutig so viel Grund und Boden, dass er sich damit zufrieden geben und die Finger von Warwick lassen kann.«
    Henry Plantagenet war kein Mann, den man leichtfertig herausforderte. Von Entschlossenheit und unerschütterlichem Mut erfüllt, hatte er viel mit Draven gemein. Und mehr noch, er stand in Dravens Schuld.
    In Henrys Augen begann höllischer Zorn zu glühen, befeuert mit Pech und Schwefel.
    Durch diesen Blick zur Vernunft gebracht, wich Hugh hastig zurück und betrachtete das Kopfsteinpflaster auf dem Boden.
    Seufzend wandte sich Henry an Draven. »Wie es zu diesem Konflikt gekommen ist, verstehen wir nicht, Draven. Ihr sagt, er habe Euch angegriffen. Und Ihr, Hugh, erzählt mir, er sei über Euch hergefallen. Doch keiner von Euch beiden behauptet, er habe gründlich über die Angelegenheit nachgedacht. Das erinnert uns an zwei ungezogene Kinder, die um ein Spielzeug streiten, und jedes schreit la uthals >der andere hat angefan gen<. Gerade von Euch, Draven, hätten wir eine gewisse Besonnenheit erwartet.«
    Draven bemühte sich, seinen aufsteigenden Groll zu verbergen. Mehr als sein halbes Leben hatte er dem König treu gedient. Trotzdem war er weder der Narr noch die Schachfigur irgendeines anderen Mannes und nur sich selbst verantwortlich. Das hatte Henry schon vor einiger Zeit erkannt. Gerade deshalb sah er in dem Earl einen so wertvollen Verbündeten. Dieses Bündnis war auf den Schlachtfeldern und mit Blut geschmiedet worden.
    In seinem bebenden Zorn wagte es Draven, dem König von gleich zu gleich direkt in die Augen zu blicken. »Wie Ihr sehr wohl wisst, mein Lehnsherr, pflege ich mich vor niemandem zu ducken. Auch diesem Mann werde ich mich nicht beugen, der meine Bauern angreift und meine Felder plündert. Falls Hugh Krieg will, dann bin ich, bei Gott, bereit, ihm den zu liefern.«
    Henry rollte die Augen und blickte zur Decke, als suchte er den Beistand der Heiligen. »Allmählich sind wir der Fehden müde, die unsere Lords untereinander austragen. Wir wissen, wie disziplinlos es unter Stephens Herrschaft zugegangen ist. Aber jene Tage sind vorüber. Jetzt regiere ich, Henry, dieses Land. Und wir streben nach Frieden.« Mahnend schaute er Draven in die Augen. »Habt Ihr das verstanden?«
    »Aye, mein Lehnsherr.«
    Nun wandte sich der König an Hugh Illingworth, der immer noch zu Boden starrte. »Und Ihr?«
    »Aye, Sire.«
    Henrys strenge Züge milderten sich ein wenig. »Sehr gut. Allerdings sind wir zu klug, um zwei Mäusen zu trauen, die sich auf ein und demselben Feld tummeln, während die Katze anderswo beschäftigt ist. Also müssen wir das Abkommen auf etwas dauerhaftere Weise festigen.«
    In Dravens Kehle stieg bittere Galle auf. Er kannte den König gut genug, um zu ahnen, dass das Folgende nicht nach seinem Geschmack sein würde.
    »Da keiner von Euch beiden geneigt erscheint, einzugestehen, wer die erste Attacke geritten hat, werden wir die Weisheit Salomons zu Hilfe rufen. Wenn erst einmal jeder von Euch etwas besitzt, das dem anderen viel bedeutet, werdet Ihr’s Euch vielleicht zwei Mal überlegen, ehe Ihr weitere Feindseligkeiten vom

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