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Immortals after Dark 08 - Flammen der Begierde

Immortals after Dark 08 - Flammen der Begierde

Titel: Immortals after Dark 08 - Flammen der Begierde
Autoren: Kresley Cole
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Prolog
    Feste Thrymheim, in den Nordlanden – Heim von Skadi, der Göttin der Jagd
    Vor langer, langer Zeit …
    Als die Jungfer Lucia mühsam die Augen öffnete, fand sie sich auf einem Altar wieder und starrte zu einer wutentbrannten Göttin empor. Irgendwie war es ihrer jüngeren Schwester, Regin der Ränkevollen, gelungen, Skadis Tempel zu finden und Lucia herzuschaffen.
    Von einem Altar zum nächsten , dachte sie. Sie lag im Delirium, das Fieber wütete in ihr. In ihrem zerschmetterten Körper tobten unbeschreibliche Schmerzen. Ihre gebrochenen Gliedmaßen … nie hätte sie sich solche Pein vorstellen können.
    »Du wagst es, sie an meinen heiligen Ort zu bringen«, sagte Skadi, die Jägerin des Großen Nordens, zu Regin, »und meinen Altar zu entweihen? Wisse, dass du damit meinen Zorn herausforderst, junge Walküre.«
    Regin – ganze zwölf Jahre alt, die strahlende Haut mit Lucias Blut beschmiert – sagte: »Was kannst du schon tun? Meine Schwester foltern? Ihr das Leben nehmen? Ersteres hat sie bereits überlebt, und Letzteres wird so oder so geschehen, wenn du ihr nicht hilfst.«
    »Ich könnte euch alle beide umbringen.« Statt einer Antwort presste Regin die Lippen aufeinander und musterte Skadi, als ob sie einschätzen wollte, welche Stelle an deren Schienbeinen sich wohl am besten für einen ordentlichen Tritt eignen würde.
    Lucia kämpfte darum, bei Bewusstsein zu bleiben und ein paar Worte herauszubringen. »Tu ihr nicht weh, bitte … mein Fehler, mein Fehler … « Aber ihre Worte wurden von einem rumpelnden Donnern übertönt. Die Feste war hoch oben in den »Berg des Götterzorns« gehauen und wurde unablässig von Donnerschlägen erschüttert.
    »Warum hast du sie hierhergebracht?«, fragte Skadi Regin.
    »Weil du nicht nur die Nachbarin, sondern auch der Erzfeind desjenigen bist, der dies getan hat.«
    War das Interesse, das gerade in den Augen der Göttin aufgeflackert war? »Der Blutige Verdammte?«
    »Aye.«
    Skadi neigte den Kopf und musterte Regin abschätzend. »Du bist noch nicht einmal alt genug, um eine wahre Unsterbliche zu sein. Für jemanden, der so machtlos und unbedeutend ist, wagst du viel, Walküre.«
    »Für Lucia wage ich dies und noch mehr«, entgegnete Regin stolz. »Also sei gewarnt.«
    »Regin!«, stieß Lucia keuchend hervor. Das Mädchen hatte den Verstand verloren.
    » Was? « Sie stampfte mit dem Fuß auf. »Was hab ich denn gesagt?«
    Statt Regin zu zermalmen, winkte die Göttin ungeduldig nach ihren Wachen, den legendären Skadianen. Die berühmten Bogenschützinnen waren ausnahmslos Frauen, die sich zermürbenden Trainingsritualen unterzogen, um der Göttin zu dienen. »Bringt die Strahlende vom Berg herunter. Seht zu, dass sie sich nicht an den Weg zurück erinnert.«
    Als Regin auf sie zustürmte, rief Lucia: »Nein, Regin … lass mich!«
    Die Skadianen packten Regin um die Körpermitte und schleppten sie hinaus, während sie kreischte, um sich schlug und sie biss.
    Lucia hörte eine von ihnen sagen: »Au! Du kleine Ratte!« Und dann waren sie fort.
    Skadi betrachtete Lucias übel zugerichtetes Gesicht mit unbewegter Miene. »Du sorgst dich um sie? Wo sie doch verschont wurde? Du hingegen wirst die nächste Stunde nicht überleben.«
    »Ich weiß«, flüsterte Lucia. »Es sei denn, du hilfst mir.« Sie blickte Skadi in die Augen, als sie diese Bitte aussprach. Es war ein Fehler, die große und schreckliche Göttin direkt anzusehen. Als sie ihr in die unergründlichen Augen sah, überkamen sie die Angst und das Leid all ihrer vergangenen Opfer und senkten sich über Lucia wie ein bitterer Frost. » Bitte … « Als Lucia flehentlich ihre blutbefleckte Hand emporhielt, quoll ein Blutstrom aus der Wunde, die sich über ihren Oberkörper zog, und ergoss sich über ihre Flanken und den Altar unter ihr. Eine Flut klebriger Wärme umfloss ihren zerschlagenen Körper, um jedoch sogleich auf dem eisigen Stein abzukühlen.
    Jeder vergossene Blutstropfen verstärkte noch ihr Zittern und ihre Verzweiflung. Der Schmerz ihrer Verletzungen brachte sie schier um den Verstand.
    »Du hast deine Entscheidung getroffen, Walküre«, erwiderte die Göttin. »Und du hast geerntet, was du gesät hast, als du denen den Gehorsam verweigertest, denen zu gehorchen du geboren wurdest. Warum sollte ich dir helfen?«
    Weil ich erst sechzehn Jahre auf der Welt bin , dachte Lucia, aber sie wusste, dass sie Skadi damit nicht würde überzeugen können, ein zeitloses Wesen, das kaum zu

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