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Immortals after Dark 06 - Zauber der Leidenschaft.epub

Immortals after Dark 06 - Zauber der Leidenschaft.epub

Titel: Immortals after Dark 06 - Zauber der Leidenschaft.epub
Autoren: Kresley Cole
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    Prolog
    Gray Waters Irrenanstalt, London
    Herbst 1872
    »Einer Sache kannst du dir sicher sein: Wann auch immer du einen Hexenmeister zwischen die Schenkel nimmst, läufst du Gefahr, deine Fähigkeiten zu verlieren«, belehrte Sabine ihre Schwester, während sie die Gesichter der eingesperrten Wahnsinnigen musterte. »Das ist nun einmal eine Tatsache.«
    »Früher einmal vielleicht«, sagte Lanthe und ließ den bewusstlosen Wachmann fallen, den sie an seinem Gürtel hinter sich hergezogen hatte. »Bei dem hier wird es jedenfalls vollkommen anders sein.« Geschäftig fesselte sie dem Mann die Hände auf den Rücken – sie hätte ihm auch die Arme brechen können, was zum selben Ergebnis geführt hätte, ohne jedoch ein Seil zu vergeuden. »Du hast sie immer noch nicht entdeckt?«
    Sie – die Zauberin, die sie aus diesem Ort befreien wollten, falls sie zustimmte, ihre Macht im Austausch gegen ihre Freiheit an Lanthe zu übertragen.
    Sabine schlich über den düsteren Korridor. »Ich kann es einfach nicht sagen, wenn sie so aufeinanderhocken.« Sie riss eine Zellentür aus den Angeln und warf sie zur Seite, ihre Absätze klackten über den Boden, als sie den Käfig betrat. Aus der Nähe konnte sie deutlich erkennen, dass alle Insassen überaus … sterblich aussahen. Sie wichen ängstlich vor ihr zurück, wie nicht anders zu erwarten war. Sabine wusste, welch exotischen Anblick sie mit ihrer Kleidung und der Gesichtsbemalung bot.
    Ihre Augen waren mit einem breiten schwarzen Streifen umrandet, der sich von der Seite ihrer Nase bis hin zu ihren Schläfen zog. Es wirkte, als trüge sie eine Maske.
    Ihre Kleidungsstücke bestanden aus Lederstreifen und Metallketten statt aus Stoff und Faden. Sie trug ein metallenes Bustier, Netzhandschuhe bedeckten ihre Arme und endeten in schmiedeeisernen Krallen an ihren Fingerspitzen. Inmitten der zügellosen Strähnen ihres Haars steckte ein kunstvoller Kopfschmuck – die typische Gewandung der Sorceri-Frauen. Genau genommen galt man als underdressed, wenn das Outfit nicht mehr wog als seine Trägerin.
    Als Sabine aus der nächsten Zelle trat, war Lanthe endlich mit den Knoten fertig. »Und, Glück gehabt?«
    Sabine riss eine weitere Käfigtür aus den Angeln, starrte in die bleichen Gesichter und schüttelte den Kopf.
    »Bleibt mir noch die Zeit, um die kleineren Zellen im Keller zu überprüfen?«, fragte Lanthe.
    »Solange wir in zwanzig Minuten wieder am Portal sind, sollte das eigentlich kein Problem sein.« Ihr Portal, das sie nach Hause – nach Rothkalina – zurückbringen würde, lag etwa zehn Minuten entfernt, irgendwo in den nasskalten Straßen Londons.
    Lanthe pustete sich eine pechschwarze Strähne aus der Stirn. »Pass du auf die Wache auf und sorg dafür, dass die freigelassenen Insassen in diesem Gewölbe sich ruhig verhalten.«
    Sabines Blick wanderte zu dem bewusstlosen Mann, der auf dem dreckigen Boden lag, und sie verzog verächtlich die Lippen. Sie konnte die Gedanken der Menschen lesen, selbst wenn sie ohnmächtig waren, und der Inhalt seines Kopfes gab sogar Sabine zu denken.
    »Von mir aus. Aber beeil dich«, sagte Sabine. »Sonst locken wir noch unsere Feinde an.«
    Aus purer Gewohnheit schweiften Lanthes blaue Augen nach oben. »Sie könnten jede Sekunde hier sein.« Sie eilte zurück zur Treppe.
    Ihr Leben folgte mittlerweile einem monotonen Kreislauf: Sie stahl eine neue Fähigkeit und floh vor ihren Feinden, dann wurde ihr die Fähigkeit von irgendeinem Süßholz raspelnden Sorceri-Mann geklaut, und sie musste eine neue Fähigkeit stehlen … Sabine ließ dieses sich ewig wiederholende Spiel zu.
    Denn sie war es, die Lanthes angeborene Fähigkeit zerstört hatte.
    Als ihre Schwester fort war, murmelte Sabine: »Auf die Wache aufpassen … von mir aus …«
    Sie hob den Mann an Kragen und Gürtel hoch und warf ihn vor die Ausgangstüren. Angesichts dieses Gewaltakts gerieten einige der Insassen ganz außer sich, sie heulten auf und rissen sich an den Haaren. Diejenigen, die den Weg nach draußen anvisiert hatten, krabbelten eilig zurück.
    Dafür sorgen, dass sich die Menschen ruhig verhalten, ist ja so leicht.
    Sie schlenderte zu dem Wachmann hinüber, trat auf seinen Rücken und breitete die Arme aus. »Kommt her und sammelt euch um mich, ihr verrückten menschlichen Wesen. Kommt her! Ich, eine Zauberin der schrecklichen und schwarzen Mächte, werde es euch mit einer Geschichte lohnen.« Einige verstummten offensichtlich aus reiner Neugier, andere

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