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Ich vergesse dich niemals

Ich vergesse dich niemals

Titel: Ich vergesse dich niemals
Autoren: Laura Broschat
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Für immer von uns gegangen
    - Neun Tage zuvor -
        Das von mir so langersehnte Klingeln der Schulglocke zauberte mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Endlich Wochenende! Voller Vorfreude packte ich so schnell ich konnte meine Schulsachen zusammen und hüpfte förmlich aus dem Klassenzimmer. „Warum ist Madame denn plötzlich so überschwänglich?“ Mein bester Freund Sam war mir mit schnellen Schritten nachgelaufen und grinste mich nun von oben herab so breit wie ein Honigkuchenpferd an. Aber wann hatte ich Sam je nicht grinsend gesehen? Er war wahrhaftig der ausgeglichenste und fröhlichste Mensch den ich kannte und wahrscheinlich auch jemals kennenlernen würde. Während er so auf mich kleinen Menschen herab sah, schob er sich seine Brille nach oben, so wie er es immer tat. „Na warum wohl? Es ist Wochenende Sammy.“
    „Stell dir vor aber das ist mir durchaus bewusst Little Miss Sunshine.“ Er zerwuschelte mir meine Haare und ich schlug ihm kichernd die Hand weg. Ich hasste es eigentlich wenn er das tat. Aber heute war ich so gut gelaunt, dass selbst zerwuschelte Haare meine Laune nicht trüben konnten. „Warum fragst du dann?“ 
    „Weil du sonst nicht solche Pirouetten drehst, wenn du ins Wochenende entlassen wirst.“ Ich schlug ihm leicht gegen den Oberarm und streckte ihm die Zunge heraus. „Ich dreh überhaupt keine Pirouetten. Aber wenn du es unbedingt wissen möchtest. Meine Mutter fliegt heute nach Chicago und besucht meine Oma und ich muss zum Glück nicht mit und kann zu Hause bleiben. Das heißt ich hab das ganze Wochenende Sturmfrei.“ 
    „Okay aber du liebst es doch an deinen Wochenenden was mit deiner Mum zu machen, oder liege ich da falsch?“ 
    „Nein quatsch da liegst du goldrichtig du Genie, aber so kann ich das ganze Wochenende machen was ich will und lauthals durch unser Haus rennen und einfach singen, ohne das meine Mutter reingestürmt kommt und verkündet das sie von der Arbeit Migräne hat. Außerdem bin ich so meiner Oma und ihrem Geplapper entkommen.“ Sam und ich lachten, denn auch Sam kannte meine Oma und wusste, dass sie nicht länger wie eine Stunde am Stück zu ertragen war. Meine geliebte Mutter tat mir furchtbar leid, aber trotzdem konnte ich mir mein schadenfrohes Grinsen in ihrer Nähe nicht unterdrücken. Wir hatten nämlich wie schon so oft gewettet. Das taten wir immer, wenn es darum ging etwas das wir beide hassten zu tun. In dem Fall ging es eben darum, ob ich mit zu Oma musste und meiner Mutter seelischen Beistand leistete oder allein zu Hause bleiben konnte. 
    Meine Mutter hatte gewettet, dass ich es nicht schaffen würde eine große Hundebüchse aufzuessen, ohne etwas zu trinken. Es hatte mich zwar einiges an Überwindung gekostet, aber ich hatte mir einfach vorgestellt ich würde einen billigen Gulascheintopf aus dem Supermarkt essen. Ehrlich gesagt hatte es gar nicht so übel geschmeckt, auch wenn es viel zu flau war. Meine Mutter hat sich am Ende vor mir verneigt und ihre Niederlage hingenommen.
    Ich liebte es mit meiner Mutter solche komischen Sachen zu machen. Manchmal sagte Sam sogar, dass nicht er sondern meine Mutter höchst persönlich mein bester Freund war. Das ist zwar so ziemlich das merkwürdigste was man sich vorstellen kann, aber es entsprach vollkommen der Wahrheit. Ich konnte mit meiner Mutter einfach über alles reden und wir unternahmen die verrücktesten Dinge zusammen. Das lag wahrscheinlich auch daran das meine Mutter einfach über die ganze Jahre jung geblieben war und wir schon früh auf uns zwei allein gestellt waren. Denn mein Vater hatte meine Mutter, als ich drei Jahre alt war, verlassen. Zwar hatten sich die beiden im Guten getrennt, aber trotzdem kam mein Vater nur einmal im Jahr zu Besuch. Schon längst hatte er eine neue Frau und ich damit auch einen älteren Stiefbruder. Jedoch hatte ich Dads neue Frau und ihren Sohn noch nie zu Gesicht bekommen und war auch nicht äußerst scharf darauf. Ich brauchte meinen Vater nicht in meinem Leben, denn Mum und ich waren glücklich mit unserem Leben zu zweit. Auch wenn ich wusste das meine Mutter traurig war, dass sie nie wieder einen Mann fürs Leben gefunden hatte. Sie sagte immer: Dafür habe ich eben eine Tochter fürs Leben.
    „Hallo Erde an Claire! Bist du noch anwesend oder habe ich dich schon verloren?!“ Sam schnippte mir gegen die Stirn und holte mich damit aus meinen Gedanken zurück. „Aua! Hey was soll das?“ Sam und ich standen schon an der Bushaltestelle vor

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