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Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück: Roman (German Edition)

Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück: Roman (German Edition)

Titel: Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück: Roman (German Edition)
Autoren: Angelika Schwarzhuber
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Fahrkarte bitte«, riss mich der Schaffner aus meinen Gedanken. Ich hatte sie griffbereit in meiner Jackentasche und hielt sie ihm entgegen. Er warf einen Blick darauf, nickte und ging weiter.
    Ich nahm mein Smartphone und rief meine E-Mails ab. Frank Cornelius hatte geschrieben. Neugierig öffnete ich die Mail und las die Informationen über seine Frau. Und jetzt dämmerte mir endlich, wer sie überhaupt war!
    Bettina Cornelius hatte früher Betty Zabel geheißen und hatte sich als Model und Playmate einen Namen gemacht. Über das verrückte Jet-Set-Leben der dunkelhaarigen Schönheit wurde gerne und oft in der Klatschpresse berichtet. Man sagte ihr mehrere Affären mit diversen Schauspielern und international bekannten Musikern nach. Und böse Zungen behaupteten, dass sogar ein Mitglied des englischen Königshauses sich bereits mit ihr ein Bett, oder wenn man den Gerüchten glauben durfte, den Rücksitz eines Bentleys geteilt haben sollte.
    Doch in den letzten Jahren war es ruhig um sie geworden. So ruhig, dass ich ihre Hochzeit mit dem schwerreichen Unternehmer Frank Cornelius aus München gar nicht mitbekommen hatte.
    Was Cornelius über seine Frau schrieb, war äußerst interessant. Aber es machte meinen Job nicht unbedingt einfach. Für sie ein Geschenk zu finden, würde tatsächlich eine Herausforderung werden. Es war das erste Mal, dass mir bei einem Auftrag mulmig wurde. Was sicher auch an dem ungeheuer hohen Budget lag. Und an den unbezahlten Rechnungen auf meinem Schreibtisch. Ich musste unbedingt das passende Geschenk finden!

Kapitel 5
    Unter den vielen Menschen, die sich auf dem Passauer Bahnhof tummelten, war es nicht schwer, meinen Cousin Max auszumachen. Er überragte mit seinen fast 1,90 Metern die meisten Leute. Ich freute mich plötzlich, ihn zu sehen, auch wenn wir uns in den vergangenen Jahren bei meinen Besuchen in Niederbayern nicht sonderlich gut verstanden hatten.
    Dabei waren wir als Kinder unzertrennlich gewesen. Max Bergmann war nur knapp zwei Jahre älter als ich. Seine Mutter Luise war die einzige Schwester meines Vaters und hatte praktischerweise in den Nachbarhof eingeheiratet.
    Auch Max war ein Einzelkind und für mich als kleines Mädchen fast so etwas wie ein Bruder gewesen. Was wir alles zusammen angestellt hatten!
    Doch schon bevor mein Vater gestorben war, begann Max sich plötzlich zu verändern. Er hing lieber mit den Jungs herum, und einmal hatte er mich sogar greisliche Plunzn genannt. Gut, zu dieser Zeit hatte ich eine Zahnspange und Pickel und war ziemlich pummelig, aber dass er mich so vor seinen Freunden nannte, hatte mich schwer getroffen.
    Endlich entdeckte er mich und kam mir entgegen. Sein Körper war von der Arbeit auf dem Hof gut in Schuss. Er war kräftig gebaut, aber ich würde wetten, dass unter dem dunklen Hemd, das er zu einer Jeans trug, kein Gramm Fett zu finden war. Dass er als Gemüsebauer viel an der frischen Luft arbeitete, sah man an seiner gesunden Gesichtsfarbe, die durch die blonden kurzen Haare unterstrichen wurde und seine hellgrünen Augen strahlen ließ. Max war ein gut aussehender Mann, und umso verwunderlicher war es, dass er immer noch Junggeselle war. Zumindest war das mein letzter Stand.
    »Grüß dich, Hanna«, sagte er im vertrauten niederbayerischen Dialekt. Es war der Dialekt meiner Kindheit, den ich mir in den letzten zwanzig Jahren in München weitgehend abgewöhnt hatte.
    »Servus, Max!«, begrüßte ich ihn. Mehr sagten wir beide nicht. Er nahm sofort meinen kleinen Koffer, und wir gingen zum Parkplatz, auf dem sein Wagen, ein BMW X 3 neueren Baujahres, stand.
    Unterwegs nach Halling unterbrach er endlich das Schweigen.
    »Ich hätte nicht gedacht, dass du wirklich heute noch kommst.«
    Ich schaute ihn verwundert von der Seite an. Unter dem Ohrläppchen entdeckte ich einen winzig kleinen Rest Rasierschaum, den er wohl übersehen hatte. Ich konnte dem Drang, ihn mit dem Finger wegzuwischen, nicht widerstehen. Erschrocken zuckte er zurück.
    »Ich tu dir schon nichts … Und natürlich bin ich da, es ist auch meine Oma, die gestorben ist!«
    »Das hat dich aber in den letzten Jahren herzlich wenig interessiert«, brummte er.
    Ich hatte es geahnt. Wir waren noch nicht mal zehn Minuten zusammen, da ging die Streiterei schon los.
    »Entschuldige, aber ich glaube nicht, dass Oma sonderlich darauf erpicht gewesen wäre, mich andauernd zu sehen.«
    »Kann sein. Aber das werden wir wohl jetzt nicht mehr erfahren!«
    »Nein, werden wir

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