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Hochzeit nach Plan B (German Edition)

Hochzeit nach Plan B (German Edition)

Titel: Hochzeit nach Plan B (German Edition)
Autoren: Milena Mayfeldt
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Kapitel 1
     
    Ich hatte alles perfekt vorbereitet. Trotzdem war ich nervös. Der Abend sollte einmalig werden, unvergesslich für mich und meinen Freund Thomas.
    Dass er aber so ein Knaller werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet.
    Es war mein sechsundzwanzigster Geburtstag, und ich hatte beschlossen, mir selbst zu diesem Anlass ein ganz besonderes Geschenk zu machen: einen Ehemann. Seit dreieinhalb Jahren war ich jetzt mit Thomas zusammen. Zeit genug, um endlich Nägel mit Köpfen zu machen.
    Den Beziehungsstatus ändern , hieß das wohl inzwischen in Zeiten von Facebook und Twitter, dachte ich grinsend.
    Ich wurde noch etwas nervöser, als mir durch den Kopf ging, was mir an diesem Abend noch bevorstand. So ganz sicher war ich nicht, wie Thomas auf meinen Antrag reagieren würde. In mancher Hinsicht war er ein ganz schöner Chauvi, und es konnte schon sein, dass meine Entscheidung, selbst die Initiative zu ergreifen, an seinem ziemlich ausgeprägten männlichen Ego kratzen würde. Ehrlich gesagt hatte ich manchmal das Gefühl, nicht mehr in unsere immerhin 160 Quadratmeter große Wohnung zu passen, wenn mein Zukünftiger einen seiner spontanen Anfälle männlichen Stolzes bekam, bei dem sich sein Ego ausdehnte wie die Erde beim Urknall.
    Daher hatte ich vorsichtshalber beschlossen, ihn mit seinem Lieblingsessen milde zu stimmen. Ich fand die Kombination aus Spaghetti Carbonara und schwarzen Oliven zwar ziemlich ekelerregend, aber Thomas war ganz verrückt danach. Wahrscheinlich noch verrückter als nach mir, schoss es mir durch den Kopf, aber ich verdrängte den Gedanken sofort wieder. Es kostete mich auch so schon genug Überwindung, den entscheidenden Schritt zu machen. Da brauchte ich solche störende Querschläger meines gestressten Hirns überhaupt nicht.
    Während ich die Spaghetti abgoss, wackelte ich mit dem Hintern. Dem Anlass angemessen hatte ich mir an diesem Tag neue Dessous zugelegt, eine traumhafte Kombination aus Seide und Spitze in sündigem Rot, die ich jetzt unter meinem schwarzen Kleid trug. Blöderweise hatte ich mich von der Verkäuferin beschwatzen lassen, einen String-Tanga auszuwählen. Die Frau verstand zwar etwas vom Verkaufen, aber garantiert nichts von bequemer Unterwäsche. Der Slip kniff und zwickte und schien bei jeder Bewegung tiefer zu rutschen. Im Stehen ging es ja gerade noch, aber beim Hinsetzen hatte ich das Gefühl, ich müsste mit nacktem Hintern rittlings auf einer stramm gespannten Wäscheleine balancieren.
    Naja, wahrscheinlich würde ich das Ding ohnehin nicht lange anbehalten, tröstete ich mich.
    Ich wandte mich wieder meiner Carbonara-Soße zu. Stirnrunzelnd rührte ich in dem kleinen Edelstahltopf. Mir war zwar klar, dass ich nicht gerade eine begnadete Köchin war, aber die Soße sah irgendwie ganz anders aus als die, die wir immer bei Luigi, unserem Lieblingsitaliener, serviert bekamen. Undefinierbare Klümpchen schwammen in einer bräunlich-dicklichen Masse, die fatal an die künstliche Kotze aus dem Scherzartikelladen erinnerte, mit der mein Klassenkamerad Michael früher unsere Lehrer erschreckt hatte. Dabei hatte ich mich doch genau an das Rezept gehalten.
    Ich zuckte die Achseln. Dann würde Thomas eben eine Extraportion schwarze Oliven abbekommen, und ich selbst konnte das Elend ja mit einer dicken Schicht geriebenen Parmesans übertünchen.
    Ich warf einen Blick auf die Küchenuhr. Es war kurz nach sieben, also konnte mein Schatz jederzeit nach Hause kommen. Um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen und genügend Zeit zum Kochen zu haben, hatte ich ihm am Abend zuvor kategorisch untersagt, heute vor neunzehn Uhr auf der Matte zu stehen. Nicht, dass er sich sonst an meine Anweisungen hielt, aber gestern war er merkwürdig kleinlaut gewesen. Er hatte etwas von »hab` sowieso noch viel Arbeit« gebrummelt und sich in unserem Arbeitszimmer verbarrikadiert.
    Dabei war ein leiser Verdacht in mir aufgestiegen, dass er meinen Geburtstag vielleicht vergessen hatte. Das Geschenk, das er mir heute Morgen überreicht hatte, war auch nicht gerade dazu geeignet gewesen, das Gegenteil zu beweisen. Es war ein Büchergutschein aus dem Internet gewesen, ausgedruckt gestern Abend um 22.34 Uhr.
    Naja, Thomas wusste nun einmal, wie gern ich las, nahm ich ihn vor mir selbst in Schutz. Außerdem war ein erfolgreicher Mann wie er doch ständig unter Termindruck, da konnte er schon mal die eine oder andere Kleinigkeit vergessen.
    Auch wenn diese Kleinigkeit ausgerechnet dein

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