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Historical Exclusiv Band 44

Historical Exclusiv Band 44

Titel: Historical Exclusiv Band 44
Autoren: Blythe Gifford , Ana Seymour
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Earl of Nottingham, beide in Richards Alter. Wie die Dinge sich doch verändert hatten seit jenen verschneiten Tagen in seinem Schloss.
    Sie machte auf dem Tisch etwas Platz und schob zwei halb leere Weinkelche beiseite.
    „Wartet“, sagte Gloucester, ehe sie sich setzen konnte. „Ihr müsst schwören, dass Ihr die Sterne wahrheitsgemäß deutet.“
    Justin ergriff das Wort, ehe sie etwas erwidern konnte. „Gloucester …“
    „Ich fragte Lady Solay.“
    Sie lächelte Justin an und schüttelte den Kopf. Dies hier musste sie allein erledigen. „Um hierherzukommen, habe ich den Tod riskiert.“ Sie würde für sich die Wahrheit sagen, nicht um seinetwillen. „Für eine Lüge würde ich das nicht tun.“
    Und es war ihr egal, ob ihr außer Justin noch jemand glaubte.
    „Dann schwört beim Grab Eures Vaters, des Königs.“
    Sie spürte, wie Justin ihre Schulter drückte. Bedächtig hob sie die Hand, legte sie kurz auf seine Finger und berührte dann die Amethystbrosche, die sie über dem Herzen trug.
    „Ich schwöre beim Grab unseres verstorbenen und geliebten Königs Edward.“ Sie sah Gloucester an. „Euer Vater.“ Dann Richard. „Euer Großvater.“ Und endlich Justin. „Der Mann, der mich seine Tochter nannte.“
    Gloucester verzog den Mund, als wäre er nicht recht zufrieden, könnte aber nicht sagen, warum. „Fahrt fort.“
    Sie setzte sich an den Tisch. Justin schenkte einen Kelch voll Wein ein und stellte ihn neben ihre rechte Hand, dann trat er hinter sie und legte ihr die Hände auf die Schultern.
    Zuerst wollte sie ihn abschütteln. Ihre Ehe war vorüber, sie musste allein weitermachen. Aber seine Wärme an ihrem Rücken bedeutete ihr Trost.
    Und sie ließ es zu.
    Während sie die Karte entfaltete, traten Gloucester und die anderen näher und spähten ihr über die Schultern, als könnten sie die sorgfältig beschrifteten Quadrate und Dreiecke verstehen.
    Sie räusperte sich, konzentrierte sich auf die Karten und ließ alles andere hinter sich. „Im zwölften Jahr der Regentschaft Seiner Majestät stehen weiterhin starke Planeten im zwölften Haus, dem Haus der Feinde.“
    Mit einem freudlosen Lachen sank Richard in seinem Stuhl zusammen und sah sich im Raum um. „Um das zu wissen, braucht Ihr nicht in die Sterne zu blicken. Seht Euch nur hier um.“
    „Wir sind keine Feinde des Königs“, sagte Gloucester und warf seinem Neffen einen finsteren Blick zu.
    Die Königin, die Richard beschützte wie eine Mutter ihr Kind, fuhr Gloucester an: „Wollt Ihr behaupten, Ihr seid seine Freunde?“
    „Wir sind Freunde des Reiches“, erwiderte Gloucester.
    „Dann gehört Ihr vielleicht“, fuhr Solay fort, „in das elfte Haus, das der Höflinge, Berater und Freunde, wahre und falsche.“ Mit zitternder Hand hob sie den Weinkelch und führte ihn an die Lippen. „Hier zeigen die Planeten Unterbrechungen, Veränderungen und sogar Dinge, die zu Ende gehen.“
    „Zu Ende gehen?“, fragte Richard. „Der Rat oder meine Berater?“
    Es war so still, dass sie hören konnte, wie Gloucester seinen Wein herunterschluckte.
    „Die Sterne tragen nicht die Namen von Menschen bei sich“, sagte sie und war diesmal erleichtert, die Wahrheit nicht zu kennen.
    Ruhig ging sie weiter die einzelnen Häuser durch, sprach von Reichtum und Besitztümern, von Brüdern und Vätern, von Krankheit und Gesundheit, Liebe und Heirat.
    Niemand äußerte mehr ein Wort, bis Gloucester sie schließlich unterbrach. „Was Ihr sagt, ist bedeutungslos. Wir erfahren nichts dadurch.“
    „Das stimmt nicht“, erwiderte sie gleichmütig. „Seht zum zehnten Haus. Es ist das Haus des Königs. Während des letzten Jahres haben Schatten auf diesem Haus gelegen, aber jetzt verlässt Saturn das Haus, und Jupiter tritt ein.“
    „Was heißt das?“, fragte Gloucester.
    Richard setzte sich aufrecht hin und lächelte Gloucester in der alten Art an. „Anerkennung für den König und Strafe für meine Feinde.“ Sein majestätischer Tonfall war zurück.
    „Ihr seid von königlicher Abstammung und zum Regieren geboren, Majestät“, sagte Solay. „Ich kenne die Zeichen.“
    Die Zeichen, die in meiner eigenen Karte so gänzlich fehlen.
    Annes ruhige Stimme erklang leise in die Stille hinein. „Ihr habt nicht vom achten Haus gesprochen.“
    Eifrig fragte Bolingbroke: „Was ist das für eines?“
    Richard antwortete an ihrer Stelle. „Das Haus des Todes.“
    Gespanntes Schweigen legte sich über den Raum.
    „Nun, Lady Solay, antwortet ihm.

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