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Historical Band 298

Historical Band 298

Titel: Historical Band 298
Autoren: Blythe Gifford Terri Brisbin
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betraten, sah er, dass auch sie wesentlich zufriedener aussahen und die Augen ihrer Frauen warm schimmerten – wie nach erfüllten Liebestunden. Da musste er derart laut lachen, dass sie ihm vorwurfsvolle Blicke zuwarfen.
    Nachdem das junge Paar aufgebrochen war und die Dienerschaft die Reste des Festmahls abräumte, versammelte Connor die anderen, zusammen mit seiner Schwester Margaret und ihrem Ehemann Hamish, am Tisch.
    Leise sagte Duncan etwas zu Hamish, und Connor beobachtete interessiert, wie sein Schwager es aufnahm, dass ihre Frauen sie geschickt an der Nase herumgeführt hatten. Doch als Margaret ihn erinnerte, wie glücklich ihre Tochter mit ihrem Bräutigam war, wurde sein Blick sanfter. Schließlich fragte er lachend, ob ihre Frauen nicht tatsächlich beim Arrangieren einer Ehe das bessere Händchen hatten.
    „Connor?“ Jocelyns Tonfall jagte ihm warnende Schauer über den Rücken.
    Das klang nach Ärger. „Jocelyn?“, antwortete er gespielt gelassen.
    „Wenn ihr das alles für so dumm haltet und glaubt, wir Frauen könnten nicht den richtigen Partner für unsere Kinder finden, warum erlaubst du uns nicht einfach, weiterzumachen, und am Ende sehen wir, wer die erfolgreicheren Ehen stiftet?“
    Obwohl sie mit sanfter, verführerischer Stimme sprach, stand die Herausforderung im Raum, als hätte sie sie laut herausgeschrien. Die anderen drei Männer reckten die Schultern und sahen ihn fragend an. Er musste auf die Herausforderung antworten, um seine Ehre zu wahren … und den Frieden in seiner Ehe.
    „Weshalb sollte ich das tun, Frau?“ Er richtete sich hoch auf und versuchte, einschüchternd zu wirken, doch seine Frau wollte einfach keine Angst zeigen.
    „Weil ich glaube, dass es dir in Wahrheit ebenso wichtig ist. Genau wie all den anderen Vätern , die ihre Kinder verheiraten“, sagte sie. Ihre Augen strahlten vor Liebe, während sie so leidenschaftlich über das Glück ihrer geliebten Kinder sprach. „Ich denke, dass ihr euch nicht weniger um so triviale Dinge wie das Glück eurer Kinder sorgt als wir Mütter .“
    Die anderen Männer rutschten unruhig auf ihren Sitzen herum, und auch Connor kämpfte gegen sein Unbehagen an. Keiner wollte seine wahren Gefühle eingestehen, aber es wollte sie auch niemand verleugnen.
    „Und woher werden wir wissen, wer recht hatte?“, fragte Rurik.
    „Ein Jahr nach der Hochzeit werden wir die Paare fragen, ob sie den Bund erneut eingehen würden. Ihre Antwort wird uns die Wahrheit verraten“, schlug Margriet vor. Connor fragte sich, ob überhaupt ein Jahr dafür nötig wäre, denn wahre Liebe würde lange vorher offensichtlich sein.
    „Ich denke, die Mutter des jeweilige Sprösslings sollte sich heraushalten“, meinte Duncan. Das war vernünftig, fand Connor. Eine Mutter wäre zu voreingenommen, um sachlich zu entscheiden.
    „Das ist ungerecht“, murrte Marian. Ihre Tochter wäre wahrscheinlich die Erste in diesem Wettstreit. Alle anderen lachten über ihren Protest. „Dann darf einer der Männer – nicht der Vater – ebenfalls nicht teilnehmen, zum Ausgleich“, schlug sie vor.
    Fragend schaute Connor die anderen Männer an, die ihm zunickten. „Einverstanden.“
    Jocelyn warf einen Blick zu den anderen Frauen. „Außerdem müssen wir freien Zugang zu allen Vertragsunterlagen – alte wie neue – des Clans bekommen.“
    „Ebenfalls einverstanden“, erklärte Connor und reichte Jocelyn die Hand. Er vertraute ihr, dass sie die darin enthaltenen Geheimnisse gut verwahren würde, so wie sie sein Herz und seine Ehre verwahrt hatte.
    Sie schlug in seine Hand ein, ebenso wie jeder andere Mann die Hand seiner Frau ergriff, um die Abmachung zu besiegeln. Ein fröhliches Lachen erklang in der großen Halle, als Connor Jocelyn an sich zog und sie auf den Mund küsste.
    „Dein Herz ist viel zu weich für solche Entscheidungen“, warnte er sie.
    „Wir werden sehen, mein Gemahl. Wir werden sehen.“
    Im folgenden Jahr dann befassten sie sich ernsthaft damit, für Ciara, die Tochter von Marian und Duncan, eine möglichst gute Ehe zu stiften. Beide Seiten, Frauen wie Männer, glaubten, es am bestens zu wissen, doch nur die Zeit – und die Liebe – konnten die Wahrheit ans Licht bringen.
    – ENDE –

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