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Herz an Herz mit dem Boss?

Herz an Herz mit dem Boss?

Titel: Herz an Herz mit dem Boss?
Autoren: Cathy Williams
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durcheinanderzubringen.“
    „Bringe ich dich durcheinander?“
    Jamie wurde rot und kniff die Lippen zusammen. „Im Bezug auf Frauen scheinst du keinerlei Sitte oder Anstand zu kennen“, sagte sie knapp. „Ich arbeite erst ein wenig länger als ein Jahr für dich, und in der Zeit hattest du ein Dutzend Frauen oder mehr. Du spielst mit den Gefühlen der Menschen und scheinst dir überhaupt nichts dabei zu denken.“
    „Findest du, dass ich die Frauen benutze? Dass ich sie schlecht behandele?“
    „Ich …“ Sie öffnete den Mund, um zu sagen, dass sie bis jetzt nie irgendetwas darüber gedacht hatte, wie er mit Frauen umging, aber das wäre gelogen gewesen. Etwas widerwillig gestand sie sich ein, dass sie viel über Ryan Sheppard und seine außerberuflichen Beziehungen nachgedacht hatte. „Ich bin sicher, dass du sie gut behandelst, aber die meisten Frauen wollen mehr als nur teure Geschenke und ein paar Wochen Spaß.“
    „Wie kommst du darauf? Hast du dich mit meinen Freundinnen unterhalten? Oder sprichst du von dem, was du willst?“
    „Ich habe mich nicht mit deinen Freundinnen unterhalten, und wir reden jetzt auch nicht über mich“, antwortete Jamie brüsk.
    Sie war rot geworden, und zum ersten Mal bemerkte er, wie viel Temperament in ihrem Blick lag und wie voll ihre Lippen waren. Er fragte sich, warum ihm diese Details an ihr nicht früher aufgefallen waren. Ihm fiel auf, dass sie fast nie – wenn überhaupt – längere Unterhaltungen führten, die Augenkontakt erforderten.
    „Ich behandele die Frauen, mit denen ich zusammen bin, sehr gut, und, was noch wichtiger ist, ich mache ihnen keine falschen Hoffnungen darüber, welchen Stellenwert sie in meinem Leben haben. Ihnen ist von Anfang an klar, dass ich nicht auf eine längere Beziehung aus bin oder gar eine Familie gründen will.“
    „Warum?“
    „Wie bitte?“
    „Warum bist du nicht auf eine längere Beziehung aus und willst keine Familie gründen?“
    Ungläubig sah Ryan sie an. Er hielt sich zugute, dass er damit umgehen konnte, wenn man ihm die Meinung sagte. Vielleicht dachte er manchmal nicht weiter darüber nach, meistens sogar, aber man konnte wirklich nicht sagen, dass er für die Ansichten anderer nicht offen wäre. Aber so eine sonderbar persönliche Frage war ihm noch nie gestellt worden.
    „Das ist eben nicht jedermanns Sache.“ Doch nun wollte er diese Unterhaltung beenden. „So. Ich denke, es wird Zeit, dass wir uns an die Arbeit machen.“
    Jamie zuckte mit den Schultern. „Gut. Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, die Berichte über die Softwarefirma, in die du investieren willst, durchzusehen. Soll ich das jetzt machen? Bis heute Nachmittag hätte ich dann alles zusammen.“
    Und so begann der Arbeitstag – was Ryan ein wenig enttäuschte – genau wie immer: mit einer Jamie, die ihre Arbeit machte, und zwar mit einer Geschwindigkeit und Gründlichkeit, dass er sich fragte, wie er vorher ohne sie hatte klarkommen können.
    Um drei nahm er seinen Mantel; er hatte ein Meeting mit drei Investmentbankern und war spät dran. Als er nach dem erfolgreichen Treffen um halb sechs zurück ins Büro kam, packte sie gerade ihre Sachen.
    Jamie, die dabei war, den Computer auszuschalten, fühlte, wie ihr Herz unangenehm zu flattern begann. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er zurückkommen würde, bevor sie ging.
    „Du gehst schon?“ Ryan ließ seinen Mantel auf seinen Schreibtisch fallen und zog den Pullover aus, den er des Meetings wegen angezogen hatte.
    Das T-Shirt, welches er darunter trug, verbarg kaum, wie muskulös Ryan war. Jamie wandte den Blick ab und hätte sich dafür ohrfeigen mögen, weil sie mittlerweile an all das hätte gewöhnt sein müssen und sie nicht wusste, warum sie auf einmal so dumm darauf reagierte. Vielleicht hatte es etwas damit zu tun, dass ihre Schwester wieder auf der Bildfläche erschienen war. Wenn sie sich die Mühe machen würde, der Sache auf den Grund zu gehen, würde sie sicher einen Zusammenhang finden.
    „Ich … ich wäre gern noch länger geblieben, Ryan, aber es ist etwas dazwischengekommen, darum muss ich mich jetzt sputen.“
    „Es ist etwas dazwischengekommen? Was denn?“ Er kam auf Jamie zu, die noch immer zögernd am Rechner stand.
    „Nichts.“
    „Nichts? Etwas? Was denn nun, Jamie?“
    „Ach, lass mich doch in Ruhe“, rief sie, und zu ihrem Entsetzen fühlte sie, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie drehte sich weg und begann, in einem Stapel

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