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Herz an Herz mit dem Boss?

Herz an Herz mit dem Boss?

Titel: Herz an Herz mit dem Boss?
Autoren: Cathy Williams
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höchst romantischen Geste seine Mitarbeiter nach Hause geschickt hatte, damit er seine Geliebte im Büro mit chinesischem Fast Food bewirten konnte. Nicht ein einziges Mal hatte Jamie mitbekommen, dass irgendeine seiner Frauen sich beklagt hätte. Sie lächelten und sahen bewundernd zu ihm auf, und wenn sie ihm langweilig zu werden begannen, wurden sie auf taktvolle und teure Weise abgeschoben. Und sein Charme wirkte so nachhaltig, dass es ihm gelang, mit dem größten Teil seiner Exfreundinnen ein freundschaftliches Verhältnis aufrechtzuerhalten.
    Aber soweit sie sich erinnerte, hatte es etwas wie das hier noch nie gegeben – zumindest nicht, seitdem sie für ihn arbeitete.
    Jamie konnte sich ein Lachen über diese komische Situation nicht mehr verkneifen. Rasch versuchte sie, es als Hustenanfall zu tarnen, doch als sie ihn ansah, warf er ihr einen finsteren Blick zu, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder der aufgebrachten Schönheit zuwandte, die vor seinem Schreibtisch stand.
    „Leanne …“
    „Ich fasse es nicht, dass du es wagst, einfach am Telefon Schluss zu machen!“
    „Nach Tokyo zu fliegen, um es dir ins Gesicht zu sagen, kam nicht infrage“, antwortete er und warf einen kurzen Blick auf Jamie, die gerade aufstehen wollte, weil sie den Kummer und den Ärger der aktuellen Exfreundin ihres Chefs lieber nicht mit ansehen wollte. Doch Ryan bedeutete ihr mit einem Kopfnicken, dass sie bleiben solle.
    „Du hättest warten können, bis ich zurück bin!“
    Ryan seufzte und rieb sich die Augen. Dann stand er auf und ging um seinen Schreibtisch herum, um sich auf dessen Kante zu setzen.
    „Beruhige dich“, sagte er mit perfekt modulierter Stimme, in der allerdings eine kalte Drohung mitschwang. Leanne, die den Unterton nicht überhörte, schnappte nach Luft.
    „Denk an unsere letzten beiden Treffen“, fuhr er erbarmungslos ruhig fort, „dann erinnerst du dich vielleicht daran, dass ich bereits angedeutet habe, dass unsere Beziehung vorbei ist.“
    „Aber das hast du doch nicht so gemeint!“ Sie warf ihre blonde Mähne zurück.
    „Es ist nicht meine Art, Dinge zu sagen, die ich nicht meine. Aber du wolltest es nicht wahrhaben, und so blieb mir nichts anderes übrig, als es in aller Deutlichkeit auszusprechen.“
    „Aber ich dachte, dass da mehr zwischen uns sei. Ich hatte noch einiges vor mit dir! Und was …“, Leanne warf Jamie, die zu Boden starrte, einen finsteren Blick zu, „… was macht sie hier? Ich will, dass wir das unter uns ausmachen! Und nicht in Anwesenheit deiner langweiligen kleinen Sekretärin, die alles genau mit anhört und sich Notizen macht, damit sie jedem in der Firma Bericht erstatten kann.“
    Klein? Ja. Eins dreiundsechzig konnte man kaum als groß bezeichnen. Aber langweilig ? Diese Bezeichnung hätte Jamie verletzt, wenn sie von irgendjemand anderem gekommen wäre als von Leanne. Wie alle Frauen in Ryans Leben war Leanne eine Schönheit, die für Frauen, die sich nicht so sehr um Äußerlichkeiten kümmerten, nur Geringschätzung übrig hatte.
    Jamie warf der hochgewachsenen Blondine mit den blauen Augen einen verächtlichen Blick zu.
    „Jamie ist hier“, antwortete Ryan kühl, „weil das hier, falls du es noch nicht bemerkt hast, mein Büro ist, und wir gerade mitten in der Arbeit stecken. Ich glaube, ich hatte dir klar gesagt, dass ich es nicht leiden kann, wenn ich bei der Arbeit gestört werde. Egal wann. Und egal von wem.“
    „Ja, aber …“
    Er ging zu dem Stuhl, auf den sie ihren Mantel geworfen hatte, und reichte ihn ihr. „Du bist verärgert, und ich entschuldige mich bei dir. Aber jetzt würde ich vorschlagen, dass du sowohl mein Büro als auch mein Leben mit Würde verlässt. Du bist eine schöne Frau und wirst keine Probleme haben, jemanden zu finden, der mich ersetzt.“
    Fasziniert beobachtete Jamie, wie in Leanne Stolz und Wut gegen Selbstmitleid und den Wunsch, ihn anzuflehen, kämpften. Doch am Ende ließ sie sich in ihren Mantel helfen, und als sie die Tür hinter sich schloss, tat sie das wesentlich weniger stürmisch als beim Hereinkommen.
    Jamie starrte weiter vor sich hin und wartete darauf, dass Ryan etwas sagen würde.
    „Wusstest du, dass sie zu mir wollte?“, fragte er abrupt. „Bist du deswegen ausgerechnet heute zwei Stunden zu spät gekommen?“
    „Natürlich nicht! Ich bin nicht gerade scharf darauf, in deine Privatangelegenheiten hineingezogen zu werden.“ Obwohl genau das schon vorgekommen war: Sie hatte Geschenke für die

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