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Herz an Herz mit dem Boss?

Herz an Herz mit dem Boss?

Titel: Herz an Herz mit dem Boss?
Autoren: Cathy Williams
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bin ganz Ohr!“
    „Geh jetzt bitte“, sagte Jamie zu Ryan. Jede Faser ihres Körpers war zum Zerreißen gespannt. „Und du, Jess, solltest langsam ins Bett gehen.“
    „Ich bin kein kleines Kind mehr!“
    „Aber du benimmst dich so.“
    Zunächst herrschte angespannte Stille. Dann schürzte Jessica die Lippen und warf ihrer Schwester einen wütenden Blick zu. „Du kannst mich nicht zwingen, nach Schottland zurückzukehren“, brummte sie.
    „Das können wir morgen früh besprechen“, sagte Jamie müde, „ich hatte genug Stress für heute.“
    „Sie ist wirklich gestresst“, mischte Ryan sich ein, und Jessica näherte sich ihm ein Stück, wobei ihre Körpersprache ihr Interesse an ihm so deutlich ausdrückte, wie Worte es nicht vermocht hätten. „Heute Morgen ist sie zu spät zur Arbeit gekommen.“
    Kichernd warf Jessica ihrer Schwester einen durchtriebenen Blick zu. „Wenn du mir gesagt hättest, dass du es eilig hast, hätte ich dich nicht so lange am Telefon behalten. Ich weiß doch, wie wichtig dir Pünktlichkeit ist. Keine Sorge. Ich werde ganz lieb sein, solange ich hier bin, und du kannst wieder die brave Sekretärin sein und pünktlich zur Arbeit erscheinen. Allerdings …“, sagte sie und sah Ryan kokett an, „wenn ich einen Chef wie diesen hätte, würde ich um sechs zur Arbeit gehen und bis Mitternacht bleiben. Oder überhaupt nicht mehr nach Hause gehen …“
    Jamie drehte sich um und ging in die Küche. Sie wusste, wie solche Unterhaltungen mit ihrer Schwester verliefen. Auf die leiseste Kritik reagierte Jessica mit Schlägen unter die Gürtellinie. Schon lange wusste Jamie, dass es in solchen Fällen das Einfachste war, ihre Schwester wie ein Kind zu behandeln, das nichts für seine Wutanfälle konnte, und einfach wegzugehen. Jessicas Groll war meistens so schnell vorüber, wie er gekommen war, und wenn Jamie sich solange rarmachte, bekam sie weniger davon ab.
    Sie nahm an, dass Jessica noch im Flur stand und versuchte, Ryan zu bezirzen. Doch kaum, dass Jamie sich an den Küchentisch gesetzt hatte, erschien Ryan in der Tür und sah sie ruhig an.
    Es war unangenehm still, bis sie Ryan zögernd einen Kaffee anbot. Am liebsten hätte sie ihn fortgeschickt, aber es gab Dinge, die gesagt werden mussten, und auch wenn sie nicht gerne über ihr Privatleben redete, wusste sie nicht, wie sie dem Thema nun aus dem Weg gehen sollte. „Wo ist Jessica?“, fragte sie, stand auf und ging zum Herd.
    „Ich habe sie weggeschickt.“
    „Und sie hat auf dich gehört?“
    „Ich weiß, wie man mit Frauen redet.“
    Jamie schnaubte – sie bemühte sich nicht mehr, nett zu sein, was in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Mann ihr Gehalt zahlte, angemessen gewesen wäre. Er war in ihr Territorium eingedrungen, und was sie betraf, war das Nettsein vorerst eingestellt.
    „Jetzt weißt du, warum ich heute Morgen zu spät gekommen bin. Ich habe fast eine Stunde mit Jessica telefoniert. Sie hat mich vom Zug aus angerufen.“
    „Kein Problem.“ Ryan nahm die Tasse, die sie ihm reichte, und setzte sich. „Warum hast du mir das heute Morgen nicht einfach erzählt?“ Er beobachtete sie und stellte fest, dass sie ihn kaum wahrnahm. Für ihn, der wusste, wie er auf das andere Geschlecht wirkte, war es eine ganz neue Erfahrung, plötzlich unsichtbar zu sein.
    Er musterte sie eingehend; sie war ganz anders gekleidet als bei der Arbeit, viel lässiger. Gemächlich ließ er seinen Blick über ihre Jeans, die sich an ihre perfekten Kurven schmiegte, und das langärmelige T-Shirt wandern, das ihren flachen Bauch und ihre vollen Brüste bedeckte. Selbst ihr Haar sah anders aus – weniger adrett als sonst, ein bisschen zerzaust, so als wäre sie ein paar Mal mit der Hand hindurchgefahren, was sie, wenn man die Stimmung bedachte, die im Haus herrschte, sicherlich auch getan hatte.
    „Wahrscheinlich habe ich es nicht gesagt, weil ich finde, dass dich mein Privatleben nichts angeht.“
    „Ach, komm schon! Ich wusste nicht einmal, dass du eine Schwester hast! Das kann doch kein so großes Geheimnis sein!“
    Errötend spielte Jamie mit ihrer Tasse herum. „Ich … ich bin eben nicht besonders mitteilsam.“
    „Tatsächlich? Da wäre ich niemals drauf gekommen.“
    „Ich habe dir nicht von Jessica erzählt, weil die Wahrscheinlichkeit, dass du ihr jemals begegnen würdest, gleich null war. Ich lebe in London, sie lebt am Rand von Edinburgh. Sie hat nichts mit meinem alltäglichen Leben zu tun.“
    „Und das ist

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