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Hear the Wind blow

Hear the Wind blow

Titel: Hear the Wind blow
Autoren: David M Pierce
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ich.
    Wir hatten die Bude erreicht und schwangen uns an dem einen Ende auf zwei Barhocker. Ein hübsches Mädchen in einem mehr oder weniger, eher weniger, elizabethanischen Kostüm, mit Spitzenhäubchen und allem, die von Olivia Piggy genannt wurde, nahm unsere Bestellung von zwei Colas entgegen, ging sie holen und servierte sie uns mit einem scherzhaft gemeinten Knicks, dann begab sie sich wieder an ihren Platz, wo sie über irgendwelchen Karten grübelte, die wie Kassenzettel aussahen. Kurz darauf hörte ich sie ein paar Ausdrücke murmeln, die ganz bestimmt nicht Shakespearisch waren.
    Wir saugten ein Weilchen schweigend an unseren Colas. Dann wandte sich Olivia mir zu und fragte: »Also, wie weiter, Mr. Daniel? Haben Sie eine Theorie ?«
    Ich beobachtete gerade eine Familie, die in diesem Moment vorbeischlenderte, besser gesagt, vorbeiwatschelte — übergewichtige Mutter in Shorts und Badelatschen, bierbäuchiger Vater in Shorts und Unterhemd, fettes Kind in Shorts und offensichtlich neuem, gelbem » Wonderland-Park «-T-Shirt, das ihm eine Nummer zu klein war; alle drei bedienten sich aus riesigen Tüten voller Popcorn mit Zuckerguß.
    »Meine Theorie lautet, daß eine Familie, die sich gemeinsam vollstopft, gemeinsam fett wird«, sagte ich. »Zurück zu den Schafen. Auf dem Weg hierher habe ich mit Bill dem Cheffleischer und Carlos dem Schaffell-König gesprochen. Und nach dem, was Sie mir erzählt haben, glaube ich nicht, daß jemand Ihre Schafe des Geldes wegen klaut .«
    »Glaub ich auch nicht«, sagte Olivia. »Ich habe nur so das Gefühl, daß es nicht so einfach ist .«
    »Und Sie sind sicher, daß hier überhaupt nicht getrunken wird ?«
    »Nee«, sagte sie. »Dazu fahren wir in die Stadt .«
    »Sie sagten auch, daß hier keine gelangweilten Teilzeitkräfte wohnen, College-Studenten vielleicht, weil College-Studenten plus Genuß von Alkohol häufig, wenn nicht gar in der Regel, zu haarsträubend lustigen Scherzen führen kann, wie beispielsweise Wasser in Kabriolets füllen, Leute vom Balkon in den Swimmingpool schubsen, Höschen-Kontrolle und, wer weiß, Schafe in irgend jemandes Kleiderschrank verstecken.«
    »Ist nicht drin«, sagte Olivia und schlürfte den Rest ihrer Cola aus. Ich schlürfte kameradschaftlich zurück.
    »Ich bin mir nicht ganz sicher, was jetzt passieren soll. Lassen Sie mich einen Augenblick nachdenken .«
    »Tun Sie sich keinen Zwang an«, sagte sie.
    »Und wie wär’s mit tagsüber ?« fragte ich nach einer Weile. Aus der Ferne drangen Schreie herüber, als das Monster seine Runden drehte.
    »Wie denn ?« fragte sie.
    »Woher soll ich das wissen«, sagte ich. »Mit einem Lastwagen?«
    »Ausgeschlossen«, sagte sie. »Ich bin jeden Tag hier, und zwar den ganzen Tag lang. Ich muß jede Stunde ein paar Tiere rauslassen, damit die Kinder mit ihnen spielen können, und darf sie keine Sekunde aus den Augen lassen, damit sie sich nicht verletzen .«
    »Die Kinder?«
    »Die Tiere«, sagte sie. »Was gehen mich die blöden Kinder an ?«
    Ich bezahlte die Colas bei Piggy , und wir gingen zu den Schafställen zurück.
    »Ich sehe mich jetzt ein bißchen hier um«, sagte ich zu ihr. »Wenn ich draußen fertig bin, können Sie vielleicht die Leute raustreiben, damit ich mich drinnen umsehen kann ?«
    »Warum nicht ?« sagte sie und warf einen Blick auf ihre Uhr. »Au weia . Fütterungszeit.«
    »Wer wird gefüttert ?«
    »Elmer«, sagte sie.
    »Welcher Elmer?«
    »Mein Kalb Elmer«, sagte sie stolz. »Heute genau drei Wochen alt.«
    »O Mist«, sagte ich. »Und ich hab vergessen, eine Glückwunschkarte zu besorgen .« Sie grinste wieder und ging davon, um Elmer die Flasche zu geben.
    Ich sah mich um. Der Boden bestand zum größten Teil aus festgestampfter Erde mit unregelmäßig verstreuten Strohhaufen; alles, was ich erkennen konnte, waren Hunderte von Hufabdrücken. Ein paar Zuschauer, die an dem Drei-Latten-Zaun lehnten, beobachteten mich interessiert, besonders, als ich mich auf Hände und Knie herabließ.
    »Was ist das denn für ein Schaf, Mama ?« fragte das unweigerlich fette Kind seine Mutter, was mit herzlichem Gelächter von allen außer mir quittiert wurde. Dann ging ich hinein und teilte Olivia mit, daß sie jederzeit mit dem Schaftreck beginnen könne.
    Sie schaute durch die Tür hinaus, um sich zu vergewissern, daß nicht irgendein Witzbold das Gattertor ausgehakt hatte, dann ließ sie alle Tiere außer Wuschel und Kind aus den Ställen und scheuchte sie hinaus. Sie kam

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