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Haunted (German Edition)

Haunted (German Edition)

Titel: Haunted (German Edition)
Autoren: Bentley Little
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quadratisch und zweckmäßig, und verfügte über mehrere Steckdosen und genug Wandfläche. Er öffnete den engen, aber tiefen Schrank, dann lief er im Zimmer herum und konnte sich ausmalen, wo sein Schreibtisch, sein Druckertisch, seine Aktenschränke und sein Bücherregal stehen würden.
    Er könnte hier viel Arbeit erledigen. Im Gegensatz zu seinem jetzigen Arbeitszimmer war es weit weg vom Wohnzimmer mit dessen dazugehörigen Krach und Tumult. Er könnte tatsächlich etwas Privatsphäre haben.
    Und er musste viel Arbeit erledigen. Im Moment gestaltete er eine Website für den Musikverlag Darwin-Huxley um, und wenn er diesen Kunden behalten wollte, musste er sich besser ranhalten. Die Haussuche hatte in der vergangenen Woche schon viel zu viel Zeit gekostet, und der eigentliche Umzug würde noch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Je eher er das alles hinter sich bringen konnte, umso besser.
    Er musste das Projekt auch so schnell wie möglich fertigbringen, damit er anfangen konnte, die interaktive Website einer mittelgroßen Gemeinde zu aktualisieren, dessen Abgabetermin in weniger als einem Monat immer näher rückte.
    Als er aus dem Fenster spitzte, sah Julian, wie Gillette Claire und die Kinder von der Garage auf den Rasen führte. Wenn er sich richtig erinnerte, hatte die Garage eine Art Dachboden, einen A-förmigen Lagerraum mit Zugang über eine Holzleiter, die an einer der Wände befestigt war. Das würde James wahrscheinlich sehr gefallen. Genauso wie ihm wahrscheinlich der Keller in dem Haus gefallen würde. Obwohl es für diese Gegend äußerst unüblich war, hatte das Haus unter der Küche einen kleinen Keller. James hatte vor Kurzem James Bond und Nummer 6 und eine ganze Schar von Spionageserien aus den Sechzigern entdeckt, die auf irgendeinem Kabelkanal gelaufen waren, und er hatte eine Phase, in der ihn Geheimverstecke und unterirdische Räume faszinierten.
    Durch das Fenster sah Julian seine Familie wieder zurück ins Haus gehen, und er traf sie kurze Zeit später oben an der Treppe, als sie heraufgekommen waren, um sich den zweiten Stock anzuschauen. Zusammen begleiteten sie die Maklerin durch ein lichtdurchflutetes Eckzimmer, das Megan sofort als ihres beanspruchte, weiter durch sein potentielles Arbeitszimmer und durch ein rechteckiges Zimmer, das den Vorgarten überblickte und neben dem Badezimmer lag und von dem James verkündete, dass es sein perfektes Schlafzimmer wäre.
    Julian gehörte nicht zu diesen entscheidungsfreudigen Leuten, die Entscheidungen von großer Bedeutung blitzschnell trafen. Er war ein Grübler und Inkrementalist und wog gerne alle Optionen ab, er analysierte gerne, dachte gerne nach und spielte mit sich selbst gerne des Teufels Advokat, bevor er schließlich eine Vorgehensweise auswählte. Claire war wahrscheinlich diejenige, die hier den Abzug betätigen und eine endgültige Entscheidung treffen würde. Trotzdem konnte er erkennen, dass das Haus nicht nur ein Schnäppchen, sondern auch ein toller Ort war, um dort zu wohnen. Es könnte zwar kleinere Probleme oder Unannehmlichkeiten geben, kleine Fehler, über die er sich wahrscheinlich ständig aufregen würde, wenn er die Chance dazu hätte, aber wenn sie das Haus heute kauften und morgen einzogen, war er sich sicher, dass er dort ein glückliches Leben führen könnte.
    Unten lief er mit Gillette durch den Garten und die Garage, während sich Claire und die Kinder noch einmal neugierig im Haus umsahen.
    »Wissen Sie«, sagte die Maklerin, als sie den Innenhof betraten, »ich bin so dankbar, dass ich dieses Objekt bekommen habe. Ich habe gewusst, dass es auf den Markt kommt, aber RE/MAX hatte es vorher gehabt, wissen Sie? Also habe ich angenommen, dass die Besitzer sich wieder dorthin wenden würden. Aber ich fühle mich gesegnet, dass sie mich ausgewählt haben, ihr Haus zu verkaufen.«
    »Es ist ein schönes Haus«, stimmte er ihr zu.
    »Ich fühle mich gesegnet«, wiederholte sie.
    Julian versuchte, sie weiterhin freundlich anzulächeln, obwohl sein Gesicht sich bereits angespannt anfühlte. Es war ihm unangenehm, wenn Leute das Wort gesegnet in ihrer Alltagssprache verwendeten. Das deutete an, dass sich Gott in die Einzelheiten in ihrem Leben einmischte, dass er in der Nähe war und ihnen mit ihrer Arbeit oder ihren Kindern oder ihren Hausarbeiten half, als hätte Er nichts Besseres zu tun.
    Vielleicht entsprach das der Wahrheit, dachte Julian ironischerweise. Vielleicht gab es deshalb Kriege und Morde und Erdbeben und

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