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Haunted (German Edition)

Haunted (German Edition)

Titel: Haunted (German Edition)
Autoren: Bentley Little
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Telefonanrufe offensichtlich wurde, dass sie der Entscheidung, ein Haus auszusuchen, nicht näher standen, als sie es am ersten Tag gewesen waren. »Ich bin seit über zehn Jahren in diesem Geschäft«, sagte sie, »und ich bin ziemlich gut darin, Häuser Hausbesitzern zuzuordnen. Lassen Sie mich Ihnen das Haus noch einmal zeigen. Ich glaube, wenn Sie es mit ganz neuen Augen sehen, könnten Sie einige äußerst positive Eigenschaften erkennen, die Sie vorher vielleicht übersehen haben.«
    Also stiegen am Samstagmorgen Julian, Claire und die Kinder in den Van, um die Maklerin an dem Haus zu treffen.
    »Mir gefällt das in der Wüstenblick-Siedlung immer noch«, sagte Claire.
    »Und mir gefällt das mit den Obstbäumen. Aber es kann nicht schaden, uns das Haus noch mal anzusehen. Genau genommen sollten wir vielleicht heute alle drei besichtigen und dann mal schauen, was wir denken. Außerdem müssen wir uns nicht sofort entscheiden. Wenn wir uns nicht auf eines von ihnen einigen können, können wir einfach noch einen Monat oder so warten. Ich bin mir sicher, dass noch mehr Häuser zum Verkauf stehen werden.«
    Die Fahrt dauerte nur fünf Minuten, aber Megan nahm trotzdem ihren iPod mit, und ihre Kopfhörer steckten bereits drinnen, noch bevor Julian beim Van einen Gang eingelegt hatte.
    Er warf einen Blick in den Rückspiegel und schaute sie an, als er die Straße entlangfuhr. Ihm fiel auf, dass die Jugendlichen, obwohl diese Generation heute über das Internet einen fast uneingeschränkten Zugang zu Musik hatte, in ihren Interessen viel enger eingegrenzt waren als zu seiner Zeit – oder sogar zur Zeit seiner Eltern. Als seine Mom und sein Dad aufgewachsen waren, wie sie ihm immer wieder sagten, lief auf dem Radiosender Top 40 alles von Rock über Country bis hin zu Easy Listening. Sie waren den Beatles und Ray Charles und Glen Campbell und Neil Diamond ausgesetzt, alle auf einem Radiosender. Als Julian ein Teenager war, hatten er und seine Freunde Musik nicht nur im Radio, auf Schallplatten, CDs und Mixtapes, die sie von Gleichaltrigen ausliehen, gehört, sondern waren auch in der Lage gewesen, über die Stapel alter Schallplatten ihrer Eltern und Großeltern herzufallen und für sich selbst die Juwelen der Vergangenheit zu entdecken. Diese Straße der Entdeckung war jetzt komplett versperrt, aus dem einfachen Grund, dass Jugendliche heutzutage keine Geräte hatten, mit denen man Schallplatten oder in manchen Fällen sogar CDs abspielen konnte. Die Musik konnte von diesen Formaten technisch nicht übertragen werden, und diese heimliche Weitergabe von Wissen – hinter dem Rücken der Eltern, was es irgendwie annehmbarer machte, als wenn die Eltern selbst versucht hätten, den Kindern einen Song schmackhaft zu machen – fand nicht länger statt.
    James hätte neben Megan mit seiner DS spielen können – aber das tat er nicht. Stattdessen starrte er glücklich aus dem Fenster, und Julian lächelte. Was ihn anging, entwickelte sich der Junge gut.
    Julian fuhr die Straße hinunter. Der Willet-Bursche fuhr am Ende des Blocks Skateboard und grinste den Van an, als er vorbeifuhr, zweifellos plante er zurückzufahren und in ihrer Einfahrt zu spielen, sobald sie weg waren, wahrscheinlich mit seinen Rabauken-Freunden.
    Julian würde froh sein, aus dieser Nachbarschaft zu verschwinden.
    In der Carson Street blockierte ein Unfall den Verkehr, also nahmen sie den Highway und fuhren zwei Ausfahrten später ab. Wenn er jetzt darüber nachdachte, hatte dieses Haus tatsächlich die günstigste Lage der drei. Und die Nachbarschaft war nett, mit wohlerhaltenen Häusern und Leuten, die wahrscheinlich schon immer dort gewohnt hatten. Er konnte sich nicht daran erinnern, irgendwelche Teenager oder Skateboards gesehen zu haben.
    Auch Claire schien dem Haus ernsthaftere Beachtung zu schenken. »Soweit ich mich erinnere, hat es einen schönen Garten. Und mir gefällt der offene Kamin im Wohnzimmer.« Sie blickte zu Julian hinüber. »Was denkst du?«
    Sie fuhren langsam die Old Main entlang. »Gute Lage«, betonte Julian, als sie an dem Backsteingebäude vorbeifuhren, in dem sich Claires Kanzlei befand. »Du könntest zu Fuß zur Arbeit gehen.«
    »Es ist auch näher zu Grandmas und Grandpas Haus«, sagte James.
    »Das stimmt.«
    Claire nickte zustimmend und sah nicht verärgert aus. Julian schaute sich die Geschäfte im Stadtzentrum an. Die meisten Leute in Jardine, sie eingeschlossen, kauften ihre Lebensmittel bei Safeway und alles

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