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Haunted (German Edition)

Haunted (German Edition)

Titel: Haunted (German Edition)
Autoren: Bentley Little
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Eins
    »Sie sind wieder da, Dad.«
    Julian kam aus der Küche, eine Tasse Kaffee in der Hand, und lief durch das Wohnzimmer zu seinem Sohn James hinüber, der das Vorhangende in der Hand hielt und durch den Spalt aus dem vorderen Fenster spitzte. Julian griff nach der Kordel, um die Vorhänge aufzuziehen.
    »Was machst du da?«, schrie James panisch. Er drückte sich gegen die Wand, um nicht gesehen zu werden.
    Julian ignorierte ihn und zog die Vorhänge auf. Tatsächlich trieben sich drei Skateboarder in ihrer Einfahrt herum, einer von ihnen flippte sein Brett in die Luft und landete dann wieder darauf, die anderen beiden machten sich bereit, die abschüssige Betonrampe auf die Straße hinunterzurasen. Das war das zweite Mal in zwei Tagen, dass so etwas vorkam, und obwohl ihre Einfahrt die einzige in der Straße war, die nicht permanent von geparkten Autos oder Pickups blockiert wurde (ihre Fahrzeuge wurden in die Garage gefahren), gab das Rabauken aus der Nachbarschaft nicht das Recht, sie als ihren eigenen privaten Skatepark zu benutzen. Wütend marschierte er auf die Haustür zu.
    »Geh nicht raus, Dad. Bitte!«
    »Mach dir nicht ins Hemd«, sagte Megan zu ihm. Sie saß auf der Couch und schaute Fernsehen – eine Teenie-Serie auf dem Disney Channel – und warf ihrem Bruder ein spöttisches Lächeln zu, bevor sie sich wieder ihrem Programm widmete. Die beiden stritten sich ständig, und sogar bevor Claire mit James schwanger geworden war, hatte Julian gewusst, dass es so kommen würde. Er und sein Bruder hatten sich ihre komplette Kindheit bekämpft, besonders während der Pubertät, als sein Dad manchmal bei waschechten Faustkämpfen dazwischengehen musste. Sie kamen heute immer noch nicht miteinander aus. Aber Claire hatte in irgendeinem Elternbuch gelesen, dass es für Geschwister besser wäre, wenn sie altersmäßig nicht so weit auseinander wären, und sie bestand darauf, dass die Kinder, falls sie zwei haben würden, zwölf bis vierzehn Monate trennen müssten. »Auf diese Weise«, sagte sie ihm, »werden sie sich näherstehen. Und wenn sie heranwachsen, werden sie Freunde sein.« Inzwischen hatte sie ihren Irrtum erkannt, aber natürlich würde sie niemals zugeben, dass sie falsch gelegen hatte.
    »Hast du gehört, was sie gesagt hat?«, rief James und deutete auf seine Schwester.
    »Ich habe es gehört. Megan, lass das!«, mahnte Julian.
    Sie kicherte.
    »Megan«, warnte er sie.
    »Gib ihr Hausarrest!«, schlug James vor.
    Julian öffnete die Haustür. »Hört auf damit! Beide!« Er lief nach draußen und schloss die Tür hinter sich. In der Einfahrt drehten sich die drei Jugendlichen im Kreis, das hintere Ende ihrer Bretter schrammte am Boden, das vordere ragte stolz in die Luft. Er erkannte einen von ihnen, Tom Willets Sohn, der weiter unten in der Straße wohnte, und obwohl er die anderen beiden Jungen nicht kannte, waren es dieselben, die er gestern von seinem Grundstück verjagen musste. »Entschuldigung!«, sagte er laut.
    Der Willet-Junge schaute lässig zu ihm herüber, während er sich weiter drehte. »Hey, Alter, wo sind deine Töchter?« Er betonte lachend die Mehrzahl, und Julian hoffte, dass James nicht zuhörte.
    »Verschwindet aus meiner Einfahrt!«
    Die drei Skateboarder ignorierten ihn.
    »Jetzt!«
    »Bringen Sie uns doch dazu.« Der Willet-Bursche starrte trotzig zurück, sich weiter drehend.
    Julian spürte, wie ihn ein heißer Wutanfall durchzuckte, obwohl er wusste, dass der Junge ihn in eine Falle gelockt hatte. Er konnte die Skateboarder anbrüllen, bis er heiser wurde, aber wenn sie ihm nicht zuhörten, gab es nichts, was er tun konnte, da jeglicher Versuch, sie physisch zu entfernen, dazu führen würde, dass ihre Eltern die Bullen riefen und ihn wegen Körperverletzung anzeigten. Plötzlich fiel ihm ein Mittelweg ein und er lief wortlos zu dem Wasserhahn am Ende von Claires Blumenbeet hinüber, schaltete das Wasser ein und nahm den Schlauch in die Hand. Er stellte die Düse mit drei Klicks von »Dusche« auf »Strahl« und betätigte den Hebel. Ein Wasserstrahl traf zuerst ein Skateboard, dann die anderen, als er seinen Arm hin und her schwenkte. Er zielte höher, und das Wasser schoss zwischen die Beine der Jungen.
    Die Skateboarder fingen an zu brüllen.
    »Hey!«
    »Was machen Sie da?«
    »Was zum Teufel!«
    »Ich spritze meine Einfahrt ab«, sagte er ruhig.
    Die Jungen skateten schnell von der Einfahrt auf den Gehsteig.
    »Sie haben uns vollgespritzt!«
    »Mit

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