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Han Solos Abenteuer 03 - Han Solo und das verlorene Vermächtnis

Han Solos Abenteuer 03 - Han Solo und das verlorene Vermächtnis

Titel: Han Solos Abenteuer 03 - Han Solo und das verlorene Vermächtnis
Autoren: Brian Daley
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1
     
     
    Han Solo hatte die Drähte der Kontrollstäbe fast alle angeschlossen. Das war eine recht schweißtreibende Arbeit gewesen, die ihn fast eine Stunde unter dem schnittigen Aerogleiter festgehalten hatte. Plötzlich berührte ihn etwas unsanft am Fuß.
    »Warum dauert das denn so lange?«
    Die Leitungsdrähte, die er mit viel Mühe in die richtige Reihenfolge gebracht hatte, lösten sich aus seinen Fingern und sprangen nach allen Seiten davon. Mit einem hitzigen corellianischen Fluch stieß sich Han am Chassis der Maschine ab, worauf sein von einem Repulsor getragener Mechanikerkarren sich unter dem Gleiter hervorschob.
    Han sprang sofort auf und baute sich vor Grigmin, seinem augenblicklichen Arbeitgeber, auf. Seine Gesichtsfarbe veränderte sich und wirkte jetzt gefährlich dunkel. Han war schlank, mittelgroß und sah jünger aus, als er in Wirklichkeit war. Seine Augen durchbohrten den anderen.
    Grigmin, hochgewachsen, breitschultrig, blond und gutaussehend und ein paar Jahre jünger als Han, bemerkte den Zorn seines Mechanikers entweder nicht oder zog es vor, so zu tun. »Nun? Was ist denn? Ich brauche den Gleiter dringend für meine Show.«
    Han gab sich große Mühe, ruhig zu bleiben. Die Mechanikerstelle in Grigmins Ein-Mann-Flug-Show auf einer Tournee zu fünftrangigen Planeten war der einzige Job gewesen, den er und sein Partner Chewbacca hatten kriegen können, als sie festgestellt hatten, daß sie Arbeit brauchten. Grigmins ewige Arroganz freilich machte es nicht leicht, seine überalterten Flugmaschinen in Schuß zu halten.
    »Grigmin«, sagte Han, »ich hab’ Sie schon einmal gewarnt. Sie belasten Ihre Geräte zu sehr. Sie könnten durchaus innerhalb der Leistungstoleranzen bleiben und trotzdem sämtliche Manöver schaffen. Aber nein, Sie müssen sich mit ausgedienten Schrotthaufen produzieren, die schon veraltet waren, als man noch von den Klonkriegen redete.«
    Grigmins Grinsen wurde breit. »Sparen Sie sich die Ausreden, Solo. Ist mein Aerogleiter jetzt für die Nachmittagsshow fertig, oder haben Sie und Ihr Wookie-Kumpel beschlossen, daß Sie nicht für mich arbeiten wollen?«
    Wirklich eine meisterhafte Untertreibung! dachte Han bei sich, murmelte aber: »Wenn Fadoop mit den Ersatzteilen kommt, dann kriegen Sie ihn.«
    Jetzt runzelte Grigmin die Stirn. »Sie hätten Sie selber holen sollen. Ich hab’ diesen blöden Eingeborenen noch nie getraut; das habe ich mir schon lange zur Regel gemacht.«
    »Wenn Sie wollen, daß ich ein Sternenschiff für einen lumpigen Boden-Boden-Hüpfer einsetze, dann müssen Sie zahlen – und zwar im voraus.« Han hätte eher einem Eingeborenen wie der liebenswürdigen Fadoop vertraut als einem Typ wie Grigmin.
    Grigmin ignorierte die Aufforderung, sich von seinem Geld zu trennen. »Ich will meinen Aerogleiter heute nachmittag haben«, beendete er seinen Auftritt und ging weg, um den nächsten Teil seiner Nummer vorzubereiten, ein paar akrobatische Kunststückchen mit einem Düsenrucksack. Manöver, die jedes Greenhorn von der Akademie schaffen könnte, dachte Han. Für eine so armselige Nummer, wie dieser Grigmin sie bot, zahlten die Leute wirklich nur auf rückständigen Planeten wie diesem.
    Trotzdem. Wenn Grigmin keine Mechaniker gebraucht hätte, wäre es Han Solo und dem Wookie Chewbacca, selbständigen Schmugglern, ziemlich dreckig ergangen. Han schob sich sein Schweißband zurecht, zog sich mit der Fußspitze den Mechanikerkarren wieder heran, ließ sich darauf nieder und rollte wieder unter den Gleiter. Während er ohne große Begeisterung nach den Leitungen tastete, fragte sich Han, woher es wohl kommen mochte, daß das Glück bei ihm so sprunghaft war. Manchmal kam er sich vor wie der glücklichste Mensch im ganzen Universum, aber dann gab es wieder Zeiten…
    Er schrammte sich die Knöchel auf, stieß einen wilden Fluch aus und sinnierte darüber nach, daß noch vor ganz kurzer Zeit er und sein Wookie-Partner die Galaxis buchstäblich am Schwanz gehalten hatten. Sie hatten einen Sklavenjägerring im Kommerzsektor ausgetrickst, die gefürchtete Sicherheitspolizei der Autorität mittels eines Territorialmanagers, den sie als Geisel benutzt hatten, in Schach gehalten und bei dem Geschäft noch zehntausend Credits verdient.
    Aber dann waren Reparaturen an ihrem Sternenschiff, der Millennium-Falcon, nötig geworden, und auf einem Dutzend Welten hatte es monumentale Feiern gegeben, als sie den Kommerzsektor hinter sich ließen. Dann waren da ein paar

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