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Grosseinsatz Morgenröte

Grosseinsatz Morgenröte

Titel: Grosseinsatz Morgenröte
Autoren: K. H. Scheer
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Cap­tain leg­te die Hand an den Helm. Ich er­wi­der­te den Gruß mit ei­nem Ni­cken.
    »Ma­jor HC-9, Sir?« frag­te der Of­fi­zier.
    Da er mei­ne GWA-Ko­de­num­mer kann­te, muß­te er wohl vom Al­ten per­sön­lich in­for­miert wor­den sein. Trotz­dem war es an­ge­bracht, nur das Al­ler­not­wen­digs­te zu spre­chen.
    »Bin ich. Ist vor mir je­mand an­ge­kom­men?«
    Er ent­geg­ne­te nichts. Ich sah mich auf­merk­sam um. Die Leu­te auf dem Wa­gen ver­zo­gen kei­ne Mie­ne, aber ich fühl­te, daß sie mich scharf be­ob­ach­te­ten.
    End­lich wur­de mei­ne Fra­ge be­ant­wor­tet.
    »Al­ler­dings, Sir. Es ist je­mand an­ge­kom­men. Et­wa zwei Stun­den vor Ih­nen.«
    Ich lach­te ihn an, da er die Be­to­nung auf »je­mand« ge­legt hat­te. Der Chef war al­so wirk­lich hier.
    »Nein, nein, dan­ke. Das ist nicht not­wen­dig«, wehr­te er ab, als ich zur un­nach­ahm­li­chen Er­ken­nungs­mar­ke der Ge­hei­men-Wis­sen­schaft­li­chen-Ab­wehr grei­fen woll­te.
    »Sie sind uns hin­rei­chend avi­siert wor­den. Wol­len Sie bit­te mit­kom­men. Ihr Ge­päck …?«
    »Ge­päck?« wie­der­hol­te ich. »Das be­steht nur aus mei­ner Per­son. La­den Sie mich ein, Cap­tain.«
    Ich sprang auf die of­fe­ne La­de­prit­sche des Wa­gens. Der Of­fi­zier nahm ne­ben mir Platz. Gar zu gern hät­te ich mich ein­ge­hend nach den hie­si­gen Ver­hält­nis­sen er­kun­digt. Die An­la­gen wa­ren er­staun­lich groß. Zwei ge­wal­ti­ge To­re in den Fels­wän­den deu­te­ten dar­auf hin, daß man sich auch in das Ge­stein hin­ein­ge­gra­ben hat­te.
    Ich sah ei­ni­ge Zi­vi­lis­ten in hell­grü­nen Ar­beits­kom­bi­na­tio­nen. Die Leu­te ach­te­ten kaum auf uns, was mir er­neut be­wies, daß man sich hier völ­lig un­ge­stört fühl­te. Je­der­mann schi­en zu wis­sen, daß Un­be­fug­ten der Zu­tritt zum ka­na­di­schen Co­lum­bia-Atom­werk un­mög­lich war.
    Hoch oben, dicht un­ter dem un­über­seh­ba­ren Tarn­netz, hin­gen Ab­wehr­sta­tio­nen wie Schwal­ben­nes­ter an den Wän­den. Zahl­rei­che Spe­zi­al­an­ten­nen zur elek­tro­ni­schen Bild­über­wa­chung des Luftrau­mes und der um­lie­gen­den Ge­bie­te wie­sen eben­falls dar­auf hin, daß die Ka­na­di­er in die­ser Hin­sicht kei­ne Kos­ten und Mü­hen ge­scheut hat­ten.
    »Sau­ber, sehr sau­ber«, sag­te ich be­ein­druckt. »Ich hat­te mich für ziem­lich gut in­for­miert ge­hal­ten, bis ich Ih­ren ein­zig­ar­ti­gen Vor­hang be­merk­te.«
    Ich zeig­te nach hin­ten, wo das Ge­rüst deut­lich zu er­ken­nen war.
    »Viel Ar­beit, Sir«, ent­geg­ne­te er zu­rück­hal­tend. »Die An­la­ge ist un­ter den schärfs­ten Ge­heim­hal­tungs­be­din­gun­gen ge­schaf­fen wor­den, die man sich vor­stel­len kann.«
    Das glaub­te ich ihm un­be­se­hen. Und schon be­schäf­tig­te mich die Fra­ge, ob un­ser an­sons­ten all­wis­sen­der Chef auch nichts da­von ge­wußt hat­te.
    Der Wa­gen glitt an ei­nem Heiß­luft­ge­blä­se vor­bei, das die an­ge­neh­me Tem­pe­ra­tur in dem Fel­stal er­klär­lich mach­te. Wahr­schein­lich, exis­tier­ten noch vie­le sol­cher Hei­zungs­an­la­gen.
    Mi­nu­ten spä­ter hiel­ten wir vor ei­nem fla­chen, schmuck­lo­sen Be­ton­klotz. Ich konn­te nir­gends ei­ne Fens­ter­öff­nung ent­de­cken. Wahr­schein­lich hat­ten wir das Haupt­quar­tier des Wer­kes er­reicht.
    Die Män­ner der Wa­che spran­gen ab. Der Cap­tain schal­te­te das Mi­kro­phon sei­nes Funk­hel­mes ein. Lei­se konn­te ich die Ant­wort in den ein­ge­bau­ten Laut­spre­chern hö­ren. Nach­dem man bis­her al­le Pfor­ten oh­ne läs­ti­ge Ne­ben­fra­gen ge­öff­net hat­te, schi­en nun das fest­ge­setz­te Si­cher­heits­pro­gramm an­zu­lau­fen.
    Der Of­fi­zier nahm die Mi­kro-Auf­nah­me­ka­me­ra aus der Klam­mer­hal­te­rung sei­nes Schul­ter­gur­tes und rich­te­te das Ob­jek­tiv auf mich. Er trat zwei Schrit­te nä­her und be­fahl kurz:
    »Spre­chen Sie bit­te ei­ni­ge Wor­te ge­gen mei­nen Helm.«
    Auf den Bild­schir­men des Bun­kers muß­te ich nun sicht­bar wer­den. Wahr­schein­lich gab es dort Leu­te, die sich bren­nend für einen GWA-Schat­ten in­ter­es­sier­ten. Der Sprech­test über­zeug­te mich au­ßer­dem

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