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Geheimnis um einen roten Schuh

Geheimnis um einen roten Schuh

Titel: Geheimnis um einen roten Schuh
Autoren: Enid Blyton
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Betti macht einen Krankenbesuch
    „Dies sind die ödesten Ferien, die ich jemals erlebt habe”, sagte Flipp zu seiner Schwester Betti. „Warum hast du uns bloß alle mit deiner dummen Grippe angesteckt?”
    „Ich kann doch nichts dafür”, entgegnete Betti gekränkt. „Mich hat ja auch jemand angesteckt, und das noch gerade kurz vor Weihnachten!”
    Flipp schnaubte sich geräuschvoll die Nase. Er saß aufrecht in seinem Bett und war sehr schlecht gelaunt. „Ja, du bist gleich zu Anfang der Ferien krank geworden, aber längst nicht so schlimm wie wir anderen. Gina hat sich von dir angesteckt, und Rolf hat sich von Gina angesteckt. Die beiden mußten die ganzen Feiertage über im Bett liegen, und danach kamen Dicki und ich an die Reihe. Nun sind die Ferien bald zu Ende.”
    „Wenn du nur immer schimpfst, bleibe ich heute nicht bei dir”, erwiderte Betti und stand von ihrem Stuhl auf.
    „Ist das der Dank dafür, daß ich stundenlang mit dir gespielt und dir vorgelesen habe? Ich werde zu Dicki gehen.”
    „Hallo, Betti!” rief Flipp seiner kleinen Schwester nach, die schon mit schnellen Schritten zur Tür ging.
    „Sag Dicki, daß es mir besser geht. Und er soll dafür sorgen, daß es sofort ein Geheimnis aufzuklären gibt.”
    Betti lachte. „Dicki kann doch kein Geheimnis hervorzaubern.”
    „Doch, Dicki kann alles. Während meiner Krankheit hab’ ich immerfort an all die Geheimnisse denken müssen, die wir schon mit ihm zusammen aufgeklärt haben. Ohne ihn hätten wir das bestimmt nicht geschafft. Dicki ist schon ein Mordskerl.”
    „Ja, nicht wahr? Wie herrlich er sich zu maskieren versteht! Was er alles aus ein paar Indizien schließen kann! Und wie er Herrn Grimm immer anführt!”
    Flipps bleiches Gesicht rötete sich ein wenig, und er lächelte selig. „Ach ja! Wenn ich daran denke, fühle ich mich gleich gesund. Sag Dicki, er soll unbedingt für ein neues Geheimnis sorgen.”
    „Ich werde dir eins von ihm mitbringen, wenn ich kann.”
    „Bring auch Pfefferminzbonbons mit”, bat Flipp. „Ich hab’ auf einmal schrecklichen Appetit darauf und könnte eine ganze Tüte voll essen.”
    „Dann scheint es dir ja wirklich schon besser zugehen.”
    Betti ging aus dem Zimmer, zog ihren Mantel an und steckte sich etwas Geld ein. Sie wollte unterwegs eine Kleinigkeit für Dicki kaufen. Fast ihr ganzes Weihnachtsgeld war schon für kleine Geschenke draufgegangen, die sie den kranken „Spürnasen”, wie die Kinder sich gern nannten, mitgebracht hatte. Es tat ihr so leid, daß sich die anderen von ihr angesteckt hatten. Sie besuchte sie regelmäßig und erfüllte ihnen jeden Wunsch. Dicki, der Betti besonders gern hatte, war ganz gerührt von ihrer Treue.
    Nun öffnete sie das Gartentor und spähte hinaus. Sollte sie mit dem Fahrrad fahren? Es ging viel schneller, aber die Straßen waren zu glatt; sie wollte doch lieber zu Fuß gehen.
    Wenn Flipp Appetit auf Bonbons hatte, würde wohl auch Dicki gern etwas Süßes essen, überlegte sie und kaufte für jeden eine Tüte mit Pfefferminzbonbons. Als sie aus dem Laden herauskam, sah sie den Dorfpolizisten, Herrn Grimm, auf seinem Rad die Straße heruntersegeln. Die Kinder pflegten ihn „Wegda” zu nennen, weil er meistens „weg da!” rief, sobald er sie erblickte. Jetzt bremste er vor Betti. Sein Rad schleuderte auf der vereisten Straße, und plötzlich saß er auf der Erde.
    „Oh, Herr Grimm, haben Sie sich wehgetan?” rief Betti erschrocken.
    Herr Grimm war ziemlich dick und daher nicht hart gefallen, sondern nur etwas durchgerüttelt. Er erhob sich ächzend und klopfte seine Hosen ab. „Das Glatteis ist ja lebensgefährlich”, knurrte er und sah Betti vorwurfsvoll an, als ob sie schuld an der Glätte wäre. „Kaum bremst man, so liegt man schon auf der Nase. Ich wollte mich nur nach dem Befinden deiner Freunde erkundigen. Wie ich höre, liegen sie alle mit Grippe zu Bett.”
    „Ja, aber es geht ihnen schon besser.”
    Herr Grimm hob sein Rad auf. „Die Grippe hat doch auch ihr Gutes. Es war eine wahre Wohltat, daß der dicke Dietrich in diesen Ferien seine Nase einmal nicht in meine Angelegenheiten stecken konnte. Der Bengel hat eine besondere Gabe, etwas aufzuspüren und euch alle darin zu verwickeln. Im Bett kann er zum Glück nichts anstellen. Und bald fängt die Schule wieder an. Wenigstens in den Weihnachtsferien hab’ ich in diesem Jahr Ruhe vor euch Bälgern.”
    „Warten Sie nur, vielleicht bekommen Sie auch noch die Grippe! Außerdem

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