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geben nicht auf

geben nicht auf

Titel: geben nicht auf
Autoren: Enid Blyton
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Die Mädchen von der Ringmeer-Schule
     
    „Das ist ja eine schöne Bescherung!“, rief Hanni Sullivan und zog ihre Zwillingsschwester Nanni ans schwarze Brett. Dort wurden immer alle Neuigkeiten angekündigt, die das ganze Internat Lindenhof betrafen.
    Nanni blickte gespannt hin und las:

    In den nächsten Tagen kommen einige neue Schülerinnen zu uns. Sie haben bisher das Internat Ringmeer-Schule besucht, das wegen verschiedener Schwierigkeiten plötzlich geschlossen werden musste.
    Ich hoffe, dass ihr die neuen Mitschülerinnen kameradschaftlich aufnehmt und ihnen auf nette Weise helft sich einzugewöhnen. Wie lange sie hierbleiben werden, ist noch unbestimmt. Ich rechne mit vier bis sechs Monaten.
    Theobald, Direktorin.

    „Du liebe Zeit!“, sagte Nanni und starrte auf die Ankündigung, als könnte sie ihren Augen nicht trauen.
    Jenny Robin und Hilda Wentworth, die Klassensprecherin, gingen vorbei. Jenny konnte ihre lose, spitze Zunge wieder einmal nicht im Zaum halten. „Euch hat es wohl die Stimme verschlagen, Zwillinge?“, lästerte sie. „Vor Freude, nehme ich an. Ihr wolltet ursprünglich doch lieber in die Ringmeer-Schule gehen, so viel ich weiß. Sind nicht die meisten Freundinnen aus eurem früheren Internat dort?“
    „Hör bloß auf“, antwortete Nanni. „Du brauchst uns nicht immer wieder vorzuhalten, dass wir damals überhaupt nicht hierher wollten und deshalb alles mies machten.“
    „Das kann man wohl sagen“, meinte Jenny.
    „Aber es hat sich zum Glück gegeben.“ Hilda wollte nicht, dass die drei in Streit gerieten. „Jenny, du brauchst die alten Geschichten wirklich nicht immer wieder aufzuwärmen.“
    „Mir macht es Spaß“, gestand Jenny ungerührt. „Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich mit den Zwillingen längst befreundet bin. Es schadet nichts, wenn man sie an ihre Dummheiten erinnert. Sonst schnappen sie vor lauter Eingebildetheit noch über, weil sie bei allen so beliebt sind.“
    „Ich glaube, du brauchst uns gar nicht daran zu erinnern – an unsere Dummheit, meine ich“, erwiderte Nanni. Ihre Stimme klang bedrückt. „Wahrscheinlich kriegen wir klar und deutlich einen Spiegel vorgehalten, wenn die Ringmeer-Mädchen antanzen. Ich möchte vor allem wissen, welche kommen.“
    „Da wirst du nicht lange warten müssen. Und ein bisschen Vorfreude ist doch schön.“ Jenny grinste und verzog sich dann schnell.

    Das war an einem Montag. Schon am Donnerstag darauf brachte der Schulbus mittags elf Mädchen nach Lindenhof: den angekündigten Zuwachs aus der Ringmeer-Schule. Hanni und Nanni standen mit ein paar anderen hinter der Gardine ihres Gemeinschaftsraumes und blickten zum Vorplatz hinaus.
    „Fränzi!“, rief Nanni.
    „Und Mary“, sagte Hanni.
    „Was haben die beiden uns damals zugesetzt, mit ihnen nach Ringmeer zu gehen!“
    Nanni nickte und sah gespannt weiter nach draußen, wo die Neuen auf ihr Gepäck warteten. „Hanni!“, rief sie plötzlich erschrocken.
    Hanni drehte sich schnell wieder zum Fenster, doch dann sank sie auf den nächsten Stuhl. „Die haben uns gerade noch gefehlt!“, rief sie.
    „Wer ist das?“, fragten die anderen.
    Hanni antwortete nicht, aber Nanni zeigte hinaus. „Seht ihr die drei Mädchen, die in gleichen Mützen und gleichen Schals mit ihren Koffern ins Haus marschieren? Das Kappenkleeblatt – so werden sie genannt und sie hören es recht gern. Es gibt ein Sprichwort: Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Das ist ihr Wahlspruch. Sie unternehmen alles gemeinsam und sind die größten Angeber, die ihr euch vorstellen könnt. Hanni und ich haben uns schon in Neuburg dauernd mit ihnen gestritten.“
    „Kommen die alle in unsere Klasse?“, erkundigte sich Hilda.
    „Das glaube ich schon“, antwortete Nanni. „In Neuburg waren wir ja auch zusammen.“
    „Wieso in Neuburg?“ Bobby verstand gar nichts mehr. „Ich denke, die kommen von Ringmeer?“
    „Das stimmt“, erklärte Nanni. „Aber in den ersten Schuljahren waren wir alle zusammen in Neuburg. Das ist so eine Art Vorschule für Ringmeer, aber nur bis zum zwölften Lebensjahr.“
    „Und weshalb habt ihr euch gestritten?“
    „Ich sage doch: wegen ihrer Angeberei.“
    „Na, wenn euch das damals schon zu viel wurde, dann können wir uns ja auf allerhand gefasst machen.“

    Die drei vom Kappenkleeblatt waren Ellen Schatz, Milli Fuhrmann und Lore Metz. Sie kamen, genau wie die Schwestern Mary und Fränzi Waters, tatsächlich in die dritte Klasse – also zu Hanni

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