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friendship... only?

friendship... only?

Titel: friendship... only?
Autoren: Nadine Pfeifer
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Eins
    Mir wurde einmal gesagt, dass Freundschaften zwischen Männern und Frauen, ohne sexuelles Interesse und Liebe, nicht funktionieren können. Naja, eigentlich wurde es mir ins Gesicht geschrien. Von der damaligen Freundin meines besten Freundes. Sie war wohl eher der Eifersuchtstyp. Ich überlege noch heute ob sie nur dachte ich höre schlecht oder sie mich einfach nur abgrundtief hasste. Mein Freund hingegen war überhaupt kein Beziehungstyp. Er wusste schließlich dass er unglaublich gut aussah.
    Er war nicht eingebildet aber auch nicht dumm. Er bemerkte die Anziehungskraft, die er auf die Frauen hatte und schlug nur selten ein Angebot aus. Dass die beiden es einen ganzen Monat durchgehalten hatten, war schon beachtlich gewesen. Denn was für meinen Freund, neben einer Beziehung, überhaupt nicht ging, war eine Frau die eifersüchtig war. Die Beziehung wurde jedenfalls nach diesem Ausraster von ihm beendet. Ich fühlte mich deswegen ein wenig schuldig aber andererseits hatte ich versucht ihr klar zu machen, dass ich nichts von ihrem Freund wollte. Unglücklicherweise machte sie das nur noch wütender und Sam hatte große Mühe sie von mir fern zu halten. Samuel Dean Baker kenne ich schon seit acht Jahren und obwohl er mit seinem durchtrainierten Körper, seinem Dreitagebart und seinen braunen Augen ein absoluter Frauenschwarm war, hatten sich bei mir keine romantischen Gefühle eingestellt. Mein Name ist Rachel Ames. Meine Freunde nennen mich aber Rache (Aussprache: Raytsch, nicht wie das deutsche Rache). Den Sinn meines Spitznamens habe ich bis heute nicht verstanden, denn Spitznamen waren doch dafür da den eigentlichen Namen abzukürzen. Das l bei meinem Namen wegzulassen empfand ich nicht gerade als Abkürzung. Waren die Leute etwa heutzutage schon zu faul um einen einzelnen Buchstaben mehr auszusprechen? Sam (bei ihm waren sie wohl engagierter gewesen) und ich haben uns auf einer Party einer gemeinsamen Freundin kennengelernt. Wir waren uns sofort sympathisch gewesen und haben uns den ganzen Abend über unterhalten. Seitdem sind wir die besten Freunde. Ich konnte also den Skeptikern von platonischen Freundschaften mit ruhigem Gewissen entgegentreten. Seit ich mit Sam befreundet bin, habe ich allerdings schon viele Eifersuchtsattacken durchleben müssen. Ich war mir auch felsenfest sicher, dass die anderen Frauen sich die Mäuler hinter meinem Rücken zerrissen und ich wusste auch ganz genau worüber. Sie fragten sich was an mir nicht stimmte, dass Sam keine Gefühle für mich hatte. Andere wiederum rätselnden darüber, ob Sam schwul war. Hoffen tat das aber keine Frau. Wir konnten jedoch jedem sagen, dass mit uns alles vollkommen in Ordnung war. Wir waren schließlich nur befreundet. Die Zeit gewöhnte einen aber daran, sich über solche Sachen nicht mehr weiter aufzuregen. Sollten die Anderen doch denken was sie wollten! Ich verstand, dass manche Frauen ihre Probleme mit der engen Freundschaft hatten, die zwischen Sam und mir bestand, schließlich sahen wir uns sehr oft und unternahmen auch viel zusammen. Wir kannten den anderen besser als uns selbst. Ich hatte bis jetzt bei jeder seiner Freundinnen versucht mich ein bisschen in ihrer Gunst zu verbessern, aber bei den wenigsten hatte es funktioniert. Wollte ich also mit Sam befreundet bleiben, musste ich mich zwischen ihm und möglichen Frauenfreundschaften entscheiden.
    Meine Wahl hatte ich schon vor Jahren getroffen.
    »Wieso bin ich nochmal hier? «, fragte mich Sam mit einer Ladung Designerstoffen auf den Armen.
    »Weil ich deine Freundin bin und du anscheinend nichts Besseres zu tun hast. Immerhin bist du freiwillig mitgekommen. Ich habe dich zu nichts gezwungen«, antwortete ich ihm und widmete mich wieder der Stoffauswahl.
    »Ich habe vielleicht nichts Besseres zu tun aber hast du es nicht? «
    »Ich wüsste da schon ein paar Dinge, die auf der Prioritätenliste weiter oben stehen, aber das interessiert Grace nicht die Bohne«, sagte ich und stapelte noch eine Rolle Stoff auf seine Arme. Ich arbeitete für Grace Morgan, einer der erfolgreichsten Designerinnen Amerikas. Meine Aufgaben befassten sich normalerweise mit allem was mit der Vermarktung ihrer Stücke und der Marke selbst zu tun hatte. Grace war aber der Ansicht, dass ich auch die Aufgaben anderer erledigen sollte. Sie sagte mir immer ich wäre die Einzige, der sie voll und ganz vertrauen würde. Das schmeichelte mir natürlich, aber was hatte ich davon? Mehr Stress und Arbeit? Darauf

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