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Frederikes Hoellenfahrt

Frederikes Hoellenfahrt

Titel: Frederikes Hoellenfahrt
Autoren: Henner Kotte
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Verständnis.
    Khalid Georgieff, Türsteherszene, Drogenhandel, Prostitution, Südosteuropa – Sie schließen eine Verbindung zu mafiaähnlichen Strukturen aus, obwohl all diese Indizien dafür sprechen?
    Ja. Nicht jedes Klischee erfüllt die Realität.
    Können Sie näher erläutern, wie es zur Ermittlung der Täter kam?
    Aufgrund von Zeugenaussagen konnte der Spitzname eines Täters ermittelt werden. Eine Namensabgleichung brachte das verwandtschaftliche Verhältnis zu einer der Angestellten zu Tage. Den Rest muss ich nicht näher erläutern.
    Wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe, sind die Täter vorbestraft und fanden sich in Ihrer Kartei?
    Sie verstehen richtig.
    Verbindungen zur Bandenkriminalität haben die Täter keine?
    Ja.
    Können Sie eine Verbindung ausschließen?
    Nein. Aber ich weise Sie nochmals darauf hin. Dieses Verbrechen ist ein singuläres Ereignis. Keinerlei Indizien weisen darauf hin, dass eine solche Verbindung bestehen könnte.
    Ich wiederhole die Frage: Eine Verbindung zur organisierten Kriminalität können oder wollen Sie nicht ausschließen?
    Ausschließen kann und will ich nichts, ehe unsere Ermittlungen nicht vollständig abgeschlossen sind. Aber wir haben keinen Anhaltspunkt, dass eine Verbindung zur organisierten Kriminalität besteht. Zurzeit gibt es keine Beweise dafür.
    Spielt gewerbsmäßige Prostitution im Fall eine Rolle?
    Kein Kommentar.
    Welche Delikte verzeichnet das Vorstrafenregister beider Täter?
    Kleinkriminalität. Diebstahl. Raub. Körperverletzung.
    Waren die Täter Mitglied einer Jugendbande, die systematisch Schulkameraden und Schwächere abzieht?
    Systematisch betrieben die Täter keine ihrer kriminellen Handlungen, sie handelten eher impulsiv und kurzentschlossen. Wie in diesem vorliegenden Fall. Ich verstehe die Zielrichtung Ihrer Fragen, aber in diesem Fall können wir nicht von organisierter Kriminalität sprechen.
    In anderen schon?
    Kein Kommentar.
    Können Sie Angaben über das verwandtschaftliche Verhältnis der Tätergruppe machen?
    Sie sind Geschwister.
    Wann kann mit einer Überführung der beteiligten Personen in ein hiesiges Krankenhaus gerechnet werden?
    Das entnehmen Sie bitte dem ärztlichen Bulletin. Ich bin kein Mediziner. Ich habe die Verletzten nicht gesehen, somit kann ich auch keinen persönlichen Eindruck übermitteln.
    Besteht für einen der Verletzten Lebensgefahr?
    Ich muss mich wiederholen, auch ich kenne nur das Ihnen vorliegende Bulletin.
    Dort steht: Ja.
    Dann ist es an dem. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
    Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Polizeiorganen der beteiligten Länder?
    Den Verträgen entsprechend.
    Hatten Sie Einfluss auf die Handlungsweisen der Polizei vor Ort?
    Ja. Insofern, dass etwaige Einsätze mit uns abgesprochen werden müssen. Wenn jedoch ein schnelles Eingreifen vor Ort möglich ist, es die Situation zulässt, dann obliegt die Entscheidung den Befehlsstrukturen des jeweiligen Landes. Sie können sich vorstellen, dass lange Kommunikationswege sekundenschnelles Entscheiden unmöglich machen. Wir in Leipzig sind weder vor Ort noch kennen wir geografische Gegebenheiten.
    War das Fluchtende eine geplante Aktion oder handelte es sich um einen Unfall?
    Nach meinen Informationen war es ein Unfall. Ein auf der Straße liegendes Landfahrzeug war in Brand geraten. Der Fluchtwagen musste ihm ausweichen.
    Der Brand dieses Fahrzeugs wurde nicht von den Einsatzkräften vor Ort inszeniert?
    Nach meinen Informationen nicht.
    Aber ausschließen können Sie es nicht?
    Nein. Aber warum sollten die Kollegen die Unwahrheit sagen? Das Leben der Geiseln steht für jeden Polizisten im Vordergrund. Auf diese Weise wäre es in Gefahr gebracht worden. Ich vertraue den vor Ort handelnden Kollegen. Ich habe keinen Grund das nicht zu tun.

8:15
     
    Er sah sie nicht. Er sah nur Schläuche, Geräte und Laken. Ehrlicher stand am Bett Frederikes. Ihm war schlecht. Die Tränen sammelten sich unter den Lidern. Er konnte nicht glauben, was er sah. Frederike schien kein Mensch mehr zu sein, eher das Zentrum einer Maschine. Von ihm gingen die Impulse aus, die Linien auf Monitore zeichneten, die Töne erklingen ließen, die Menschen bewegten. Bei der kleinsten Unregelmäßigkeit würden Pfleger und Ärzte über die Flure rennen und sich bemühen, Frederike zu retten. Ehrlicher sah das Ende, das keines sein durfte.
    »Bitte, Frederike, bitte, halte durch, kämpfe. Du darfst nicht sterben!«
    Vielleicht hatte er diese Worte wirklich

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