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Freak Like Me (German Edition)

Freak Like Me (German Edition)

Titel: Freak Like Me (German Edition)
Autoren: J. Moldenhauer
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Prolog
    „Ich werde dich unendlich doll vermissen!“, jaulte meine beste Freundin unter starkem Alkoholeinfluss.
    „Jaja“, murmelte ich, verkniff mir einen spitzen Kommentar, als ich sah wie, ihr Blick zu meinem Freund wanderte. Gierig zog sie ihn mit ihren Augen aus und ließ mich nur völlig entnervt die Augen verdrehen. Ich drehte meinen Kopf leicht zur Seite damit, ich mir nicht ausmalte, was die beiden anstellen würden wenn ich weg war.
    „Hey Ann. Können wir reden?“, hörte ich eine vertraute Stimme neben meinem Ohr. Kurz wendete ich meine müden Augen auf die hübsche Person mit der Igelfrisur. Mein Freund sah gut aus und seine nussbraunen Augen sahen mich erwartungsvoll an. Mit einem leisen Seufzer stand ich von dem Barhocker auf und folgte dem Muskelpaket nach draußen. Ich wusste, dass ich zuviel getrunken hatte, denn mein Blick war getrübt und die Musik dröhnte unnormal laut in meinen Ohren.
    Bevor ich richtig wahrgenommen hatte wo ich war, traf mich die frische Luft wie eiskaltes Wasser. Schlagartig war ich wieder wach, merkte meinen Alkoholkonsum stärker als mir lieb war. Der Bodybuilder lief weiter und achtet nicht darauf, ob ich hinter her kam.
    Arschloch!
    Mit einer leichten Wut im Magen torkelte ich dem hübschen Hintern hinter her. Ich kam mir dabei vor wie ein sabbernder Hund. Lässig lehnte die Kante sich gegen eine Laterne, wartete bis ich ihn auf meinen unbequemen Absatzschuhen erreicht hatte. Ab und zu knickte ich bedrohlich zur Seite und konnte mich gerade so noch fangen. Er sah das, machte aber nichts. Wie immer.
    „Was?“, lallte ich und wusste, dass es kein nettes Gespräch werden würde.
    „Hör zu Ann, nimm das nicht persönlich was jetzt kommt. Es hat nichts mit dir zu tun, es ist nur diese Entfernung“, sagte er, nahm dabei meine Hand und fuhr mit dem Daumen die Konturen nach.
    „Ich denke nur, dass ich eine Beziehung über diese Entfernung nicht aufrechterhalten kann.“
    Ein Stich durchfuhr mein Herz und selbst der Alkohol konnte dieses fiese Gefühl nicht verhindern.
    „Wieso habe ich mit so was bloß gerechnet?“, entfuhr es mir ironisch, während ich nun unsere ineinander verschränkten Hände betrachtete.
    „Komm schon Ann. Das kannst du mir nicht übel nehmen“, hörte ich ihn sagen.
    „Schon gut. Ich wünsch dir viel Spaß mit Natalie.“ Die Worte spuckte ich regelrecht aus und entzog dem Schönling ruckartig meine Hand. Bevor er ein weiteres Wort sagen konnte, drehte ich mich um und lief auf die ausgestorbene Straße zu, die sich am Ende der Gasse befand. Einen Blick zurück würde ich nicht ertragen. Nicht mit diesem Alkoholpegel im Blut. Ich wusste genau, dass er mir nicht nachlaufen würde. Für Cole war ich nie mehr als eine Spielpuppe gewesen. Austauschbar. Ich wusste das die ganze Zeit und trotzdem hatte ich mich drauf eingelassen. Nicht das Intelligenteste, das war mir bewusst.
    Leise fluchend trat ich eine Blechdose die auf dem Bürgersteig lag beiseite und verlor fast mein Gleichgewicht. Ich war mir sicher, dass Cole jetzt mit Natalie rummachte. Auch wenn beide immer abstritten, dass sie sich attraktiv fanden wusste ich genau, dass es nicht stimmt. Ich kannte beide. Und die hatten gerne ihren Spaß. Eine weitere Bestätigung meiner Theorie waren die Blicke gewesen, die sie sich gegenseitig schenkten.
    Schnaubend blieb ich vor einem Schaufenster stehen und betrachtete mein Spiegelbild nachdenklich. Meine rote, kurze Bobfrisur war zerstört und auch mein grünes Kleid war verrutscht. Die löchrige Strumpfhose hat ungewollt noch mehr Löcher bekommen und meine roten Lackpumps waren voll mit Bier. Nur mein überdimensionaler Schmuck war heil geblieben.
    Ich strich mir eine Strähne aus meinem schmalen Gesicht, sah, dass die Lippen zu einem freudlosen Lächeln verzogen waren. Meine Augen waren glasig und zeugten von meiner Unzurechnungsfähigkeit. Im Licht der Straßenlaterne wirkte meine Haut fast käsig. Ich war angepisst von mir selber. Kein Wunder, dass mich kein normaler Typ wollte. Ich war ein Freak. Ich wendete mich von meinem getrübten Spiegelbild ab und machte mich auf dem Heimweg.
    In keinen vierundzwanzig Stunden würde ich New York verlassen haben. Ebenso meine Freunde und meinen Vater. Wenn man einen Mann, der sich nicht für einen interessiert, als Vater und Natalie, die sich an meinen Freund (wenn auch jetzt Ex-Freund) ranmachte, als Freundin bezeichnen konnte. Mal abgesehen von Grace war das der einzige Mensch, den ich noch als

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