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Fliegende Fische Band (Junge Liebe ) (German Edition)

Fliegende Fische Band (Junge Liebe ) (German Edition)

Titel: Fliegende Fische Band (Junge Liebe ) (German Edition)
Autoren: S. Pavlovic
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1. INTRO
     
    Das hier ist wahrscheinlich die Party des Jahres.
    Im ganzen Haus brennt die Luft. Es ist ein großes Haus, beinahe eine Villa. Licht spült durch die offenen Fenster hinaus in den düsteren Garten, in dem sich ein grell blauer Swimmingpool ausnimmt wie ein Ufo-Landeplatz. Musik legt einen Rhythmus unter Stimmengewirr und Gelächter. Die halbe Schule ist gekommen und alle haben Spaß, nur Daniel nicht, denn Daniel ist damit beschäftigt, Betty auszuweichen.
    Er hat ja gewusst, dass es so enden würde: er, blass vor Unbehagen, der versucht, durch die Maschen des Netzes zu schlüpfen, das Betty nach ihm auswirft. Ein einziger Stress die ganze Veranstaltung und alles nur, weil er sich nicht entscheiden kann, weil Betty irgendwie nicht die Richtige ist, aber das ewige Alleinsein auch längst keinen Spaß mehr macht.
    Jetzt steht Betty mit ein paar Freundinnen auf der Terrasse und Daniel traut sich aus seiner Ecke. Er hätte gerne ein neues Bier, seines ist lauwarm und schal vom Angstschweiß, aber noch lieber würde er endlich Lilli treffen: Lilli, die ihn überredet hat, zu kommen, damit er ihren neuen Freund kennen lernen kann.
    Als ob es ihm nicht genügen würde, zu sehen, dass er sie glücklich macht – und für sie da zu sein, wenn das Glück umschlägt.
    Die Party hat schon erste Spuren hinterlassen. Überall stehen leere Flaschen und die Reste eines geplünderten Buffets verteilen sich auf dem Esstisch. Eine Wand wird von einem mächtigen Kamin beherrscht. Auf dem Sims stehen Fotos. Daniel schlendert hinüber.
    Es sind schöne Menschen, die in diesem schönen Haus wohnen: ein großer, dunkelhaariger Mann, Typ Fernseh-Chefarzt und eine südländisch aussehende Frau, dazu Mick, der Sohn, der heute die Party schmeißt. Kinderbilder von ihm: ein schmaler Junge mit weißer Haut und einer Masse dunkler Locken, am Klavier, mit einer Geige, auf dem Rasen mit einer riesigen Deutschen Dogge. Daniel findet es erstaunlich, dass er auf keinem dieser Fotos lächelt. Selbst die Dogge sieht freundlicher aus als er.
    Er zuckt zusammen, als sich plötzlich eine Hand auf seine Schulter legt.
    „Hi“, sagt Betty und lächelt.
    „Hhhhh“, sagt Daniel. „Äh. Hi.“
    Sie steht vor ihm, ein Glas Sekt in der einen Hand und streicht sich mit der anderen durch die Haare. Sie trägt ein blaues, schulterfreies Top und glitzernde Ohrringe. Sie sieht hübsch aus und Daniel denkt, dass er ihr das wohl sagen sollte, macht man das nicht in so einer Situation?
    „Schön, dass du da bist“, sagt sie.
    „Uh“, sagt Daniel. „Ja. Äh. Ebenfalls. Du siehst hübsch aus, heute. Also – nicht dass du sonst nicht – ich meine nur …“ Mist.
    „Danke.“
    Sie strahlt und sieht ihn erwartungsvoll an. Das Schweigen zieht sich.
    „Ja“, sagt Daniel hilflos. „Also … coole Party, oder? Was für ein … großes Haus.“
    „Ja. Hast du schon den Pool gesehen? Ich kenne niemanden sonst, der einen Pool hat.“
    „Na ja. In den meisten Fällen genügt auch eine Badewanne.“
    Sie lacht und schüttelt sich Haare aus dem Gesicht.
    „Ob der geheizt ist? Vielleicht könnte man später ja mal eine Runde schwimmen.“
    „Lieber nicht“, krächzt Daniel. „Ich muss jetzt – sorry.“ Er macht eine fahrige Geste. „Lilli finden. Bis, äh. Später.“
    Er schlüpft durchs Netz und entkommt.
    Patrick ist es schließlich, der Lilli schon auf der Party gesehen haben will.
    „Ist aber schon eine Weile her“, sagt er. „Sie ist raus in den Garten, mit ihrem neuen Typen.“
    Daniel bedankt sich und steuert durch die Leute hindurch zur Terassentür. Sein Asthma liegt auf der Lauer: zu viel Zigarettenrauch vielleicht, oder zu viel von Bettys Parfüm.
    Zeit, dass er an die frische Luft kommt.
    Auf der hell erleuchteten Terrasse steht ein Mountainbike umgedreht auf Sattel und Lenker. Das Vorderrad fehlt und der Besitzer des Mountainbikes, der gleichzeitig auch Hausherr und Partyveranstalter ist, kniet daneben und hantiert mit dem Reifen.
    „Hi“, sagt Daniel und nimmt verstohlen einen Atemzug aus seinem Asthmaspray.
    „Hi“, brummt Mick, ohne hinzusehen.
    „Was kaputt?“, erkundigt sich Daniel.
    „Nee“, knurrt Mick. „Ich mach das nur zum Spaß.“
    „Ist nur eine Frage, aber … warum reparierst du dein Fahrrad, während deine eigene Party läuft?“
    Mick sieht auf. Sein Gesicht ist so finster wie auf den Fotos. Über seine Wange und über sein weißes T-Shirt ziehen sich dunkle Streifen von Fahrradschmiere.
    „Warum

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