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Fish vor die Hunde

Fish vor die Hunde

Titel: Fish vor die Hunde
Autoren: Susan Geason
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sich aus der Affäre ziehen«, sagte ich. »Und Chicka ebenfalls.«
    »Hassall kommt vielleicht damit durch, aber auf den wartet noch ne Riesenüberraschung. Ich hab gehört, Lorraine hat ihm nur den Porsche und zehntausend Dollar hinterlassen. Der Rest geht an die Familie. Das bedeutet, Hassall hat den Brand in der Surrey Street für Lorraines Schwestern gelegt. Chicka kann jetzt, wo sein Haus niedergebrannt ist, nicht mehr die Stellung halten, es ist also fast sicher, daß das Bauvorhaben realisiert wird. Sie werden ein Vermögen verdienen.«
    Lizzie wartete darauf, daß ich einen Kommentar abgab, aber ich hatte Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Dauernd wogte mir der Fußboden entgegen.
    »Und ob Chicka damit durchkommt, ist auch noch die Frage«, fuhr sie fort. »Ich hab gehört, daß sich die UKUK nächste Woche den Eastern Sydney Council vornimmt.«
    »Detective Superintendent Patterson«, sagte ich.
    »Genau. Der Ordner, den dein kleiner Informant angelegt hatte, reichte offenbar aus, um den Generalstaatsanwalt zu überzeugen. Sie werden Chicka also wegen Bestechung und Korruption und wahrscheinlich wegen Steuerhinterziehung drankriegen. Das ist besser als nichts.«
    Es hätte genug sein sollen, doch die Sache schmeckte mir nicht. Chickas Anwälte würden das Verfahren vermutlich so lange hinauszögern, daß der Alte noch als freier Mann sterben konnte.
    Erbost über meinen Mangel an Begeisterung sagte Lizzie, ich solle wieder ins Bett gehen, und legte auf.
    Ich machte mir eine Tasse Tee und setzte mich mit der Zeitung an den Küchentisch. Es waren nur zwei Wochen vergangen, seit Paula Prince mich gebeten hatte, Chicka Chandler im Auge zu behalten. Jetzt waren Paula und Lorraine Lamont tot, und O’Hagan standen fünfzehn Jahre hinter Gittern bevor. Hassall hatte schlimmstenfalls damit zu rechnen, daß die Polizei ihn eine Weile massiv belästigte, aber er würde wahrscheinlich auf freiem Fuß bleiben, ebenso wie Chicka Chandler. Der Surrey Street würde ein Facelifting verpaßt werden: Wenn Raptor Lorraine ein Grundstück abgekauft hatte, würde er wohl den großen Reibach machen, es sei denn, er geriet in den Strudel der Untersuchungskommission.
    Bei der UKUK würde man alles in die Wege leiten, um den Eastern Sydney Council und »Pluto Foods« ausgiebig und streng unter die Lupe zu nehmen; überall in den östlichen Bezirken würden die Reißwölfe bis spät in die Nacht hinein arbeiten.
    Sobald der Medienrummel sich gelegt hatte, würden die Yuppies in den Surrey-Street-Hochhäusern vergessen, welcher Preis für ihre Traumwohnungen gezahlt worden war. Daran würden sich nur die Freunde und Angehörigen von Paula Prince und Lorraine Lamont erinnern.
    Was das Näherliegende betraf — der Grieche hatte einen mächtigen Schrecken gekriegt, und ich mußte einen wüsten Kater überstehen. Doch wir kamen schon wieder auf die Reihe.
    Ein Riesenradau auf dem Flur und Gehämmer an die Tür unterbrachen meine Schlußbetrachtungen. Leggett und Bray, dachte ich, oder Bryan Hassall mit ner Knarre. Mir drehte sich der Magen um.
    Aber es war nicht das Gesetz, es waren die Gesetzlosen: Ramona und Max und Blush, auf dem Heimweg von einer Party und sturzbetrunken, mit diversen Flaschen billigen Sekts unterm Arm und wild entschlossen, noch einen loszumachen. Warum nicht — nach allem, was ich durchgemacht hatte — eine Feier hatte ich eigentlich verdient.
    »Ich glaub, in deinem Flur liegt ne Leiche«, sagte Blush.
    »Ne, das ist nur Darren«, sagte ich. »Ein obdachloser Jugendlicher. Ein Zimmer kann er nicht bezahlen, deshalb läßt ihn der Vermieter im Hausflur schlafen.«
    »So jung sieht der aber gar nicht aus«, sagte Ramona naserümpfend.
    Blush machte große Augen, dann knuffte sie mich in den Arm: »Leg mal ne andere Platte auf, Syd. Wie wär’s mit >God Save the Queen<.«
    Ich ließ sie rein, organisierte ein paar Gläser Erdnußbutter, wählte die Nummer von Andrew K und holte ihn aus dem Bett. »Die Gottlosen sollen keinen Frieden haben.«
    »Was ist denn das für ein Lärm?« fragte er.
    »Beweg deinen Arsch und komm rüber«, sagte ich. »Hier läuft ne Party.«
    Paula wär total drauf abgefahren.

DANKSAGUNG

    Ich danke Stephanie und Fiona für unermüdliche Unterstützung, den Menschen von Darlinghurst dafür, daß sie so sind, wie sie sind, und Jack für das letzte Wort. Ich entschuldige mich bei Freunden und Angehörigen dafür, daß ich ihre Namen, Gesichter, Hunde, Klamotten und Gags geborgt habe.

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