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Finsteres Verlangen

Finsteres Verlangen

Titel: Finsteres Verlangen
Autoren: Laurell K. Hamilton
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    Hallo Leute,
    ich bin Anita Blake. Einige von Ihnen kennen mich schon. Wer meine Welt schon mal besucht hat, kann diesen Abschnitt überspringen. Manche sagen, dass ich clever bin. Es gibt Tage, an denen ich dem zustimmen kann. Ab und zu behauptet auch mal jemand, dass ich schön bin. Aber da bin ich anderer Meinung. Hübsch ja, wie das Mädchen von nebenan, sofern es eine Schusswaffe trägt und sich mit Monstern abgibt. Ich helfe nämlich der Polizei und dem FBI bei der Aufklärung übernatürlicher Verbrechen. Außerdem bin ich staatlich bestellter Vampirhenker. Und mein täglicher Job sind Totenerweckungen. Ich habe also ein ganz normales Berufsleben.
    Aber jetzt zu dem Teil, der niemanden was angeht außer mir: mein Liebesleben. Im Augenblick bin ich mit Jean-Claude, dem Meistervampir von St. Louis, und mit Micah, dem König des örtlichen Werleopardenrudels zusammen – harmlos ausgedrückt.
    Außerdem ist da noch mein Ex-Freund, ein Alphawerwolf namens Richard. Wenn wir uns mal sehen, streiten wir uns meistens. Die Liebe überwindet ja angeblich alles, aber das ist eine Lüge. Klinge ich verbittert? Entschuldigung.
    Kürzlich habe ich erfahren, dass ich mehr Kräfte besitze, als man für ein paar simple Totenerweckungen braucht. Wofür die Kräfte gut sind und wie ich sie beherrschen kann, ist mir noch nicht so ganz klar. Aber sie sind ganz praktisch, wenn ich es mit einem Gegner zu tun habe, bei dem eine Schusswaffe nichts nützt.
    Wie zum Beispiel bei der hinreißenden, blonden, unschuldig aussehenden Blutsaugerin, die der Vampirrat nach St. Louis geschickt hat, damit sie Jean-Claude auf den Zahn fühlt. Am besten, ich hätte sie sofort kaltgemacht. Und auch gleich ihre Gebieterin in Europa, die sich immer wieder in meinen Verstand schleicht. Und den Serienkiller, der eine Blutspur durch die ganze Stadt gezogen und überall Leichenteile hinterlassen hat.
    Insgesamt ein bisschen viel, selbst für mich.
    Aber lehnen Sie sich zurück, schnallen Sie sich an und machen Sie mit mir eine Fahrt in meinem nagelneuen SUV. (Der vorige wurde von Werhyänen aufgefressen. Ja, wirklich.) Lassen Sie Hände, Arme und sonstige Körperteile unbedingt im Wagen. Man weiß nie, wer draußen auf einen Happen unterwegs ist.
    Herzlich
    Ihre
    Anita Blake

 
    Für J., der öfter ja als nein sagt,
der mir nie das Gefühl gibt, ein Freak zu sein,
und dem der Titel dieses Buches eingefallen ist.

Danksagungen
    Dank an Karen und Bear, die neue Plätze ausfindig gemacht haben, wo sich Leichen verstecken lassen; an Joanie und Melissa, die Trinity bespaßt haben, als ihre hart arbeitende Mami zu wenig Zeit hatte; an Trinity, die mir geholfen hat, das Buch fertig zu schreiben, indem sie allein gespielt hat – jedes neue Jahr ist schöner als das vorhergegangene; an Carniffex und Maerda, die mir beim Recherchieren geholfen haben und die ich hier längst hätte erwähnen sollen; an Darla, ohne die so vieles liegen geblieben wäre; an Sergeant Robert Cooney von der St. Louis City Police Mobile Reserve Unit, weil er mir in letzter Minute noch Fragen beantwortet hat – er hatte keine Zeit, das Manuskript zu lesen, sodass die Fehler ganz allein meine sind; und wie immer an meine Schreibgruppe: Tom Drennan, N. L. Drew, Rhett McPhearson, Deborah Millitello, Marella Sands, Sharon Shinn und Mark Sumner.

1
    E s war Anfang September, da lief das Geschäft mit Totenerweckungen immer besonders gut. Der Halloween-Betrieb schien jedes Jahr früher anzufangen. Jeder Animator bei Animators Inc. war ausgebucht. Ich war keine Ausnahme. Mir wurden sogar mehr Aufträge angeboten, als ich selbst bei meiner Fähigkeit ohne Schlaf auszukommen verkraften konnte.
    Mr Leo Harlan hätte dankbar sein sollen, den Termin bekommen zu haben. Er sah nicht dankbar aus. Eigentlich sah er nach gar nichts aus. Er war extrem durchschnittlich. Körpergröße: durchschnittlich, Haut: weder blass noch gebräunt, Haare: irgendwie dunkel, Augen: allerweltsbraun. Das Bemerkenswerteste an Mr Harlan war, dass er nichts Bemerkenswertes an sich hatte. Sogar sein Anzug war dunkel und konservativ geschnitten, ein Straßenanzug, der seit zwanzig Jahren als guter Stil galt und vermutlich auch in weiteren zwanzig Jahren noch als solcher gelten wird. Sein Hemd war weiß, die Krawatte ordentlich geknotet, seine mittelgroßen Hände gepflegt, aber nicht manikürt.
    Seine Erscheinung verriet so wenig, dass das an sich schon interessant und unterschwellig beunruhigend war.
    Ich trank einen

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